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Fischerei-Folgen Wie Sushi-Händler den Roten Thunfisch ausrotten

Überfischung: Gefahr für den Roten Thunfisch
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AFP

2. Teil: "Wir werden nur für das bezahlt, was wir an Land bringen"

Das tunesische Schiff "Mohamed Essadek", das die Kontrolleure als nächstes inspizieren, hat gerade frischen Fang gemacht. Die spitzen Flossen der Thunfische durchschneiden die Wasseroberfläche. Sie sind lebend in einem kreisförmigen Netz gefangen. Noch auf hoher See werden die Tiere in Käfige überführt und von Schleppern an die Küste gezogen, wo ihnen mehrere Monate Mast bevorstehen. Das bedeutet, dass die Fangboote nicht zum Entladen in einen Hafen zurückfahren müssen, sondern rund um die Uhr auf Jagd gehen können.

Die 14 Besatzungsmitglieder sind denn auch besorgt, dass ihnen die Kontrolle einen Strich durch die Rechnung machen könnte. "Wir werden nur für das bezahlt, was wir an Land bringen", sagt einer der Fischer - da ist der Anreiz groß, möglichst viel zu fangen. Die Kontrolleure entdecken zwar einige Ungereimtheiten, doch Verfehlungen können sie den Tunesiern nicht beweisen. "Viele Regeln sind schwammig, zudem fehlt es uns an polizeilicher Gewalt", sagt einer der Kontrolleure.

Das ist nur eine der Schwächen der gut gemeinten Kontrollen. Das Hauptproblem ist, dass sich alle Schutzbemühungen auf legale, lizenzierte Schiffe konzentrieren, die über einen Sender ständig ihre Standorte übermitteln müssen. Illegal operierende Fischer zu erfassen ist dagegen schwer. "Um sie ausfindig zu machen, bräuchte es ein viel dichteres Kontrollnetz und wirksame Maßnahmen in den Häfen, so dass der Fang nicht angelandet und die Schiffe nicht wieder betankt werden können", sagt einer der Kontrolleure.

Ölkatastrophe bedroht Überleben

Neben der Überfischung bedroht nun zusätzlich auch die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko das Überleben der begehrten Raubfische. Dort liegt das zweite wichtige Laichgebiet des Roten Thunfischs, US-Wissenschaftler rechnen bereits mit dem Schlimmsten. Es ist gut möglich, dass auslaufendes Öl die Art erheblich an der Fortpflanzung hindert und erwachsene Tiere akut oder schleichend vergiftet.

Die Bundesregierung zeigt sich bereits alarmiert, dass selbst die strengeren Schutzbemühungen dieses Jahres nicht reichen könnten. "Wir setzen uns in Brüssel dafür ein, dass ICCAT im November eine weitere Reduzierung des Fischereidrucks beschließt", sagt Ernährungsministerin Ilse Aigner (CSU) SPIEGEL ONLINE. Nötig seien "noch rigorosere Bewirtschaftungsmaßnahmen nach Maßgabe wissenschaftlicher Empfehlungen, gegebenenfalls auch ein mehrjähriges Fangverbot".

Eine echte Chance für den Fisch gibt es aber wohl erst, wenn die Verbraucher weltweit erfahren, wie sie mit ihrem Genussessen einen der stolzesten Fische der Welt aus dem Meer verschwinden lassen. Roten Thunfisch zu essen ist heute fast schon so problematisch, als würde man Pandabären, Blauwale oder Sumatratiger auf dem Teller haben. Doch das Bewusstsein dafür ist auch in Deutschland noch nicht sonderlich gereift.

Im Trendlokal "Panasia" in Berlin-Mitte sagt der Kellner, auf die bedrohte Art im Menü "sushi-lifestyle deluxe" angesprochen: "Wir sind hier in Mitte, die Leute verlangen danach."

Anmerkung der Redaktion: Die Betreiber des Sushi-Restaurants "Panasia" haben inzwischen gegenüber SPIEGEL ONLINE erklärt, nunmehr ausschließlich eine nicht gefährdete Thunfischart zu verarbeiten.

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insgesamt 65 Beiträge
kdshp 01.07.2010
Hallo, das sind doch nicht die händler schuld sondern die leute die das kaufen also das sushi.
Zitat von sysopDer Sushi-Boom und die US-Ölkatastrophe bedrohen den Roten Thunfisch, die Art ist vom Aussterben bedroht. Nun greift die EU erstmals durch und verschärft die Fangregeln - doch retten wird das die Bestände wohl nicht. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,703338,00.html
Hallo, das sind doch nicht die händler schuld sondern die leute die das kaufen also das sushi.
Liopleurodon 01.07.2010
Natürlich nicht... Speziell im Mittelmeer wird der Thunfisch sogar doppelt überfischt. Dort gibt es nämlich ganze Schwertwalrudel, die sich darauf spezialisiert haben, den Fischern die Thunfische von der Leine wegzufressen... [...]
Zitat von sysopDer Sushi-Boom und die US-Ölkatastrophe bedrohen den Roten Thunfisch, die Art ist vom Aussterben bedroht. Nun greift die EU erstmals durch und verschärft die Fangregeln - doch retten wird das die Bestände wohl nicht. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,703338,00.html
Natürlich nicht... Speziell im Mittelmeer wird der Thunfisch sogar doppelt überfischt. Dort gibt es nämlich ganze Schwertwalrudel, die sich darauf spezialisiert haben, den Fischern die Thunfische von der Leine wegzufressen... :-)))) Irgendwann besteht Sushi ohnehin nur noch aus Lachs, also gewöhnen wir uns schon mal dran. ;-)
the_flying_horse 01.07.2010
Japaner jagen Wale und Tunfische, egal ob die vom Aussterben bedroht sind oder nicht, die Chinesen lassen weltweit Haie wegen deren Flossen abschlachten, in Indonesien und auf den Philipinen werden die Riffe von [...]
Zitat von sysopDer Sushi-Boom...
Japaner jagen Wale und Tunfische, egal ob die vom Aussterben bedroht sind oder nicht, die Chinesen lassen weltweit Haie wegen deren Flossen abschlachten, in Indonesien und auf den Philipinen werden die Riffe von "Fischern" mit Dynamit zerstört...usw. usw.... die Asiaten werden mir langsam unheimlich. ---Zitat--- ... - doch retten wird das die Bestände wohl nicht. ---Zitatende--- wohl war
AllesGrau 01.07.2010
Irgendwo habe ich die Zahlen aufgeschnappt, dass wir durchschnittlich 15 Kg Fisch im Jahr verzerren, die Weltmeere aber eigentlich nur 7 Kg pro Kopf verpacken. Guten Appetit! Offenbar ist Fisch für uns gesund, unser [...]
Irgendwo habe ich die Zahlen aufgeschnappt, dass wir durchschnittlich 15 Kg Fisch im Jahr verzerren, die Weltmeere aber eigentlich nur 7 Kg pro Kopf verpacken. Guten Appetit! Offenbar ist Fisch für uns gesund, unser Konsum aber nicht für die Bestände. Man kann nur hoffen, dass die Fischer das Geschäft aufgeben, bevor die Meere ganz leer sind.
Liopleurodon 01.07.2010
Der Markt wird doch eh zusammenbrechen, jetzt wo das ganze Öl in den Atlantik fließt. Dann ist Fisch auch nicht mehr gesund. ;-)
Zitat von AllesGrauMan kann nur hoffen, dass die Fischer das Geschäft aufgeben, bevor die Meere ganz leer sind.
Der Markt wird doch eh zusammenbrechen, jetzt wo das ganze Öl in den Atlantik fließt. Dann ist Fisch auch nicht mehr gesund. ;-)
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