Fischerei und Lärm: Bedrohung für Pottwale und Delfine wächst

Die Gefährdung von Zahnwalen wie Pottwal und Delfin hat in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen. Die größte Gefahr geht von der Fischerei aus, denn viele Tiere verenden als Beifang. Wissenschaftler fordern daher, dass weltweit schonende Fangmethoden eingeführt werden.

Delfin: Unterwasserlärm kann den Orientierungssinn der Meeressäuger störenZur Großansicht
AFP

Delfin: Unterwasserlärm kann den Orientierungssinn der Meeressäuger stören

Die größte Bedrohung für Delfine und andere Zahnwale sind Fischernetze: Verheddern sich Zahnwale in Stellnetzen, Drähten, Ringwadennetzen oder Grundschleppnetzen, bedeutet das nach einer Studie für 86 Prozent der betroffenen Tiere den Tod. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht, den das Uno-Sekretariat des Übereinkommens zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten (UNEP/CMS) am Montag in Bonn vorlegt.

Es handelt sich um eine Enzyklopädie der 72 Zahnwalarten, die der Kieler Forscher Boris Culik zusammengestellt hat. Sie enthält die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Verbreitung, das Wanderungsverhalten und die Bedrohungen für die Zahnwale, zu denen unter anderem Pottwal, Schnabelwal, Schweinswal und Delfin gehören.

Auch wenn sie nicht gezielt gejagt werden, leiden Zahnwale unter den Auswirkungen der Fischerei. Die Überfischung ihrer bevorzugten Beutetiere führte dazu, dass 13 Arten in diesem Jahr als bedroht eingestuft wurden. Im vor zehn Jahren veröffentlichten Bericht der CMS waren es noch elf Arten gewesen.

Culik fürchtet, dass weitere Zahnwalarten aussterben werden, wenn nicht bald spürbar gegen diese Bedrohung vorgegangen wird. Der wissenschaftliche Rat von CMS hat eine Resolution zum Fischen mit Stellnetzen vorgelegt, über die im November abgestimmt werden soll. Darin wird die internationale Gemeinschaft aufgefordert, sich umgehend für eine Verbesserung der Fischereimethoden einzusetzen. So ließe sich die Bedrohung der Meeressäuger verringern.

Den Tieren macht zudem der zunehmende Lärm in den Meeren zu schaffen. Wale kommunizieren mit verschiedenen Lauten unter Wasser. Außerdem nutzen sie Töne, um zu navigieren und um Beute zu finden. Vom Menschen verursachter Lärm, wie er etwa bei seismischen Untersuchungen, Bauprojekten unter Wasser, aber auch mit militärischem Sonar entsteht, behindert die Wale.

wbr/dpa

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
Auf anderen Social Networks teilen
  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
alles aus der Rubrik Natur
alles zum Thema Wale

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Montag, 24.10.2011 – 09:56 Uhr
  • Drucken Versenden Feedback






TOP



TOP