Kulturpflanze Flaschenkürbisse trieben über Atlantik nach Amerika

Seit 10.000 Jahren wachsen Flaschenkürbisse in Amerika - aber wie gelangten sie in die Neue Welt? Forscher glauben, dass ihre Kerne einst von Afrika über den Atlantik getrieben sind. Dies legen DNA-Analysen nahe.

Flaschenkürbis (Lagenaria siceraria): Übers Meer ausgewandert?
Corbis

Flaschenkürbis (Lagenaria siceraria): Übers Meer ausgewandert?


University Park - Flaschenkürbisse zählen zu den weltweit meistverbreiteten Kulturpflanzen. Sie werden als Lebensmittel, Gefäße oder Musikinstrumente genutzt. In Amerika wurden sie schon vor mindestens 10.000 Jahren verwendet. Unklar war jedoch, wie sie dorthin gelangt sind.

Einige Wissenschaftler nahmen an, dass die ersten Siedler aus Asien die Kürbisse in bereits domestizierter Form mitbrachten, als sie über die Beringbrücke auf den amerikanischen Kontinent kamen. Die Forscher um Logan Kistler von der Pennsylvannia State University in University Park bezweifeln diese Theorie, unter anderem weil es in der Arktis für die tropischen Früchte zu kalt gewesen sei und die Pflanzen sich dort kaum hätten vermehren können.

Sie analysierten Teile des Erbguts von Flaschenkürbissen (Lagenaria siceraria) von verschiedenen archäologischen Fundstätten und verglichen sie mit modernen Wildformen und domestizierten Varianten. Die Untersuchung zeige Afrika als eindeutige Ursprungsregion der amerikanischen Flaschenkürbisse, berichten die Forscher im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Anschließend prüften sie, ob die Pflanzen mit Meeresströmungen über den Atlantik an die amerikanische Küste gespült worden sein könnten. Simulationen zeigten, dass dies durchaus möglich war. "Jeder Flaschenkürbis, der innerhalb der tropischen Zone ins Meer gelangte, hatte eine reelle Chance, den Atlantik zu überqueren - und zwar innerhalb einer Zeit, die das Überleben der Kerne und ein Auskeimen nach dem Anlanden ermöglichte", schreiben die Wissenschaftler. Die Kerne könnten ein Jahr im im Salzwasser unbeschadet überstehen.

Einmal in Amerika angelangt, seien die Flaschenkürbisse vermutlich mit Hilfe großer Säugetiere verbreitet worden. Vor etwa 10.000 Jahren begannen dann Menschen vermutlich in mehreren Regionen, die Pflanzen zu domestizieren.

hda/dpa



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insgesamt 3 Beiträge
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dernordenrockt 11.02.2014
1. Zum Glück...
gab es damals in Amerika keine "Novel Food Verordnung" wie in den USA oder Überfremdungsparanoia durch Neophyten wie in Europa, dann hätten die Kürbisse es nie geschafft....
kartanin 11.02.2014
2. Anderes Ergebnis bei Ian Morris
Zitat von sysopCorbisSeit 10.000 Jahren wachsen Flaschenkürbisse in Amerika - aber wie gelangen sie in die Neue Welt? Forscher glauben, dass ihre Kerne einst von Afrika über den Atlantik getrieben sind. Dies legen DNA-Analysen nahe. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/flaschenkuerbis-kerne-trieben-ueber-atlantik-nach-amerika-a-952746.html
In seinem Buch "Wer regiert die Welt" findet sich auf Seite 125 die Anmerkung, dass laut einer DNA-Analyse von 2005 der Flaschenkürbis in bereits kultivierter Form aus Asien eingeführt wurde, als Behälter. Und zwar in einer Zeit, als die Landbrücke zwischen Asien und Nordamerika noch existierte.
Florentinio 12.02.2014
3. gleichzeitig
Zitat von kartaninIn seinem Buch "Wer regiert die Welt" findet sich auf Seite 125 die Anmerkung, dass laut einer DNA-Analyse von 2005 der Flaschenkürbis in bereits kultivierter Form aus Asien eingeführt wurde, als Behälter. Und zwar in einer Zeit, als die Landbrücke zwischen Asien und Nordamerika noch existierte.
Dann ist es wohl wie mit einem Menschen der Husten und Schnupfen hat, oder einem Hund mit Läusen und Flöhen.
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