Fledermaussterben Tod im Windrad

Naturschützer schlagen Alarm: Eine Viertelmillion Fledermäuse sterben Schätzungen zufolge pro Jahr an Windrädern in Deutschland. Auch Nahrungsmangel und Monokulturen dezimieren den Bestand der Tiere.

Fledermaus auf der Jagd nach Insekten
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Fledermaus auf der Jagd nach Insekten


Windkraftanlagen sind eine große Gefahr für Fledermäuse. Christian Voigt vom Leibniz-Institut für Zoo und Wildtierforschung schätzt, dass an den mehr als 26.000 Windrädern in Deutschland jährlich mehr als 250.000 Fledermäuse sterben.

Ruth Petermann vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) hält das für realistisch: "Es könnten allerdings auch 100.000 Fledermäuse mehr oder auch weniger sein" - es handele sich um eine grobe Hochrechnung.

Der Trend, die Anlagen zunehmend auch in Wäldern aufzustellen, könnte die Zahlen erhöhen, fürchtet Voigt.

Tödlich seien nicht nur Kollisionen mit den Rotorblättern: "Viele Tiere sterben auch durch die starken Luftdruckänderungen in der Nähe der Anlagen. Dadurch zerreißen die inneren Organe und die Fledermäuse verbluten innerlich."

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Tote Fledermäuse an Windrädern: Forscher fordern mehr Schutz

In einer Pilotstudie fanden die Forscher heraus, dass vor allem Weibchen von den Anlagen angezogen werden. "Eine Erklärung dafür ist, dass die baumbewohnenden Tiere nach der Wochenstubenphase, in der sie ihre Jungen aufziehen, neue Quartiere suchen und die Anlagen fälschlicherweise für große, abgestorbene Bäume halten."

"Getötete Fledermäuse fehlen in einer Population schmerzlich, denn die Tiere vermehren sich nur sehr langsam", betont Voigt. Außerdem seien sie nützlich. Neben Mücken vertilgen sie auch massenweise Käfer und Raupen an Nutzpflanzen. "Sie vollbringen damit eine enorme Ökosystemdienstleistung, die Landwirte sehr schätzen sollten."

"Fledermausfreundliches Haus"

Auch Nahrungsmangel machte den Tieren zu schaffen. Pestizide reduzierten die Zahl der Insekten und somit die Nahrungsquelle. Durch die Monokulturen in den Wäldern gebe es zudem zu wenige alte Höhlenbäume, die Fledermäusen Unterschlupf bieten.

Der Umweltverband Nabu vergibt seit Jahren die Plakette "Fledermausfreundliches Haus" an Menschen, die den Nachtschwärmern etwa in Kellern oder auf Dachböden Quartiere bieten. Für Kirchgemeinden, die Tiere in Kirchtürmen leben lassen, gibt es ebenfalls Ehrungen.

Umweltschutzverbände setzten sich seit den Achtzigerjahren verstärkt für Fledermäuse ein, deren Bestände zuvor durch intensive Land- und Forstwirtschaft sowie Insektizide stark minimiert worden waren.

In Deutschland kommen laut Bundesverband für Fledermauskunde etwa 25 von weltweit knapp 1400 bekannten Fledermausarten vor, die hierzulande alle streng geschützt sind. Der Bestand von 18 von ihnen ist nach Angaben von Experten gefährdet.

Wie viele Fledermäuse in Deutschland leben, ist unklar. Die nachtaktiven Jäger sind schwer zu beobachten.

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Fledermäuse: Männer sichern sich per Ultraschall die Beute

boj/dpa

insgesamt 132 Beiträge
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hansulrich47 22.08.2016
1. Kann ich nicht nachvollziehen.
Unter Windrädern in der Nähe hab ich keine toten Fledermäuse gesehen. So langsam, wie die Räder drehen ist ein Unterdruck, der die Tiere 'zerreisst' auch schwer vorstellbar. Ausserdem: Haben die nicht ein Ultraschallradar? Damit müssten sie Windräder erkennen können.
pommbaer84 22.08.2016
2.
Seit Jahren gibt's diese Stimmungsmache des NABU gegen Windkraft. Autos sind ein viel größerer Faktor.
stoffi 22.08.2016
3.
Wenn das so sein sollte, muss man nur an den Windrädern ein Signal anbringen, das die Fledermäuse orten können und sie würden es vermeiden dahin zu fliegen. Mit der heutigen Technik dürfte dies kein Problem sein.
weltenbeobachter 22.08.2016
4. Wo bleibt der Tierschutz???
Das diese Windräder so gefährlich sind war mir bislang nicht klar. Ich hoffe, dass alle Parteien, voran die Grünen, diese Untersuchung zum Anlass nehmen, sofort alle Windräder zu verbieten und schnellstmöglich still zu legen!
Markus Landgraf 22.08.2016
5. Zweierlei Mass
Man stelle sich folgende Meldung vor: "eine Viertelmillionen Fledermäuse sterben in der Nähe von Kernkraftwerken". Einige Kommentare hier im Forum würden wohl anders ausfallen. Da kann man mal wieder sehen, wie mit zweierlei Mass gemessen wird.
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