Riesenschlange: Rekord-Python in den Everglades gefangen

Pythons haben in nur 30 Jahren die Herrschaft über die Everglades errungen - und dabei große Teile der einheimischen Tierwelt vernichtet. Jetzt haben Wissenschaftler in Florida den bisher größten Python gefangen. Der Koloss ist fast fünfeinhalb Meter lang und könnte sogar Alligatoren verspeisen.

Washington - Wissenschaftler haben die bislang größte Pythonschlange in Florida gefangen. Das Tier ist 5,36 Meter lang und 74 Kilogramm schwer. Es lebte in den Everglades, den Sümpfen des US-Bundesstaats, und wurde nach US-Medienberichten eingeschläfert. "Das Ding ist ein Monstrum, es ist etwa einen Fuß (30 Zentimeter) breit", zitierte die Universität Florida den Forscher Kenneth Krysko. Nun wird das mächtige Reptil genau erforscht. Dies soll helfen, die Invasion seiner Artgenossen aufzuhalten. Denn die aus Asien importierten Schlangen bedrohen die in den Everglades heimischen Tierarten.

Die Schlange hatte sich bester Gesundheit erfreut und Nachwuchs erwartet: Im Körper des Reptils waren 87 Eier, berichteten die Wissenschaftler. Im Magen fanden sie außerdem die Reste von Federn. Die Experten hoffen, mehr über die Fress- und Fortpflanzungsgewohnheiten der Würgeschlangen zu erfahren. Vor allem über die Vermehrung sei bislang nur wenig bekannt, sagte der Biologe Skip Snow vom Everglades National Park. Der Tigerpython sei ein äußerst fortpflanzungsfreudiges Reptil.

Die Länge von mehr als fünf Metern sei ein Zeichen, dass diese Schlangen lange in der Wildnis in Florida überleben können, so Krysko. "Nichts kann sie aufhalten, und die einheimische Tierwelt ist in großen Schwierigkeiten." Die Würgeschlangen fressen Vögel, Waschbären, sogar Alligatoren und kleine Hirsche.

Eingeschleppte Würgeschlangen haben Everglades erobert

Fotostrecke

17  Bilder
Pythons: Riesenschlangen-Invasion in den Everglades
Der Tigerpython ist für das Verschwinden von mehr als 90 Prozent einiger Säugetierarten in den Sümpfen Floridas verantwortlich, darunter Luchse und Opossums, wie eine im Januar veröffentlichte Studie ergab. Die Forscher lieferten damals drei Gründe, warum sie die Schlangen für die Tierverluste verantwortlich machen: Der Beginn des Rückgangs deckt sich mit dem Zeitpunkt der Einführung der Pythons. Wo die Schlangen schon lange durch den Nationalpark kriechen, sind die Verluste besonders hoch. Und die verschwundenen Tiere sind nachweislich Nahrung der Räuber.

Die Pythonschlangen wurden vor etwa drei Jahrzehnten eingeschleppt. Viele wurden als Haustiere gehalten. Ausgesetzte oder versehentlich freigelassene Pythons fanden in den Everglades ein neues Zuhause und vermehrten sich dramatisch. Experten schätzen ihre Zahl nun auf mehr als 10.000. Vor 25 Jahren gab es nur wenige Exemplare, berichtete Krysko. "Nun kann man jeden Tag in den Everglades einen Tigerpython sehen. Wir haben einmal 14 an einem einzigen Tag gefunden."

Florida hat mittlerweile die Haltung und den Transport von Tigerpythons ohne behördliche Genehmigung verboten. Außerdem wurden die Schlangen zum Abschuss freigegeben: In bestimmten Regionen dürfen Menschen die Würgeschlangen jagen. Eine weitere Verbreitung wird sich aber kaum verhindern lassen, fürchten Experten wie Gordon Rodda von der US-Behörde für Geologie. "Es gibt kein Beispiel dafür, dass eine nichteinheimische Art wie der Tigerpython von Menschenhand ausgerottet werden konnte", sagte er.

mbe/dpa

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 18 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. bisher größten Python gefangen
njamba 14.08.2012
Zitat von sysopPythons haben in nur 30 Jahren die Herrschaft über die Everglades errungen - und dabei große Teile der einheimischen Tierwelt vernichtet. Jetzt haben Wissenschaftler in Florida den bisher größten Python gefangen. Der Koloss ist fast fünfeinhalb Meter lang und könnte sogar Alligatoren verspeisen. Florida: Rekord-Python in den Everglades gefangen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,850010,00.html)
da die Experten ihre Zahl auf mehr als 10 000 schätzen, was macht das denn für einen Sinn das größte Exemplar zu fangen um es anschließend zu töten. Wäre es nicht im ZOO besser aufgehoben? Ich verzweifele an meinem Verstand oder wir Menschen sind allmählich durchgeknallt. Vielleicht wäre Urlaub auf dem MARS für alle Menschen und für immer angebracht. Dann kann sich die Erde für die nächsten Generationen ERHOLEN.
2.
Alaaf 14.08.2012
Zitat von njambada die Experten ihre Zahl auf mehr als 10 000 schätzen, was macht das denn für einen Sinn das größte Exemplar zu fangen um es anschließend zu töten. Wäre es nicht im ZOO besser aufgehoben? Ich verzweifele an meinem Verstand oder wir Menschen sind allmählich durchgeknallt. Vielleicht wäre Urlaub auf dem MARS für alle Menschen und für immer angebracht. Dann kann sich die Erde für die nächsten Generationen ERHOLEN.
Die Viecher kommen dort so häufig vor, dass niemand auf die Idee kommt, so etwas in den Zoo zu bringen. Was ist daran durchgeknallt, wenn man so versuchen möchte, Ansätze zu finden, diese Plage irgendwie zu stoppen?
3. Perversion
charietto 14.08.2012
Die Pythonschlangen wurden vor etwa drei Jahrzehnten eingeschleppt. Viele wurden als Haustiere gehalten. "Ausgesetzte oder versehentlich freigelassene Pythons fanden in den Everglades ein neues Zuhause und vermehrten sich dramatisch" Wieder so eine unglaubliche Perversion. Erst die Viecher dort hinbringen, jetzt muss man sie ("diese Plage") vernichten.
4. Rekord-Python gefangen
njamba 14.08.2012
Zitat von AlaafDie Viecher kommen dort so häufig vor, dass niemand auf die Idee kommt, so etwas in den Zoo zu bringen. Was ist daran durchgeknallt, wenn man so versuchen möchte, Ansätze zu finden, diese Plage irgendwie zu stoppen?
es geht nicht um die Versuche, sondern vielmehr um : warum gerade das größte Tier(Python) geopfert wurde. Als nächste sind die Aligatoren und die Bären usw. daran. Übrigens: wie wäre´s wenn die Menschen, die Tieren aus anderen Ländern (Gegenden) legal oder illegal importieren, sofort schlachten( mägen usw. untersuchen) und die Tiere dorthin zurückbringen würde wo sie Zuhause sind. Immer die ANDEREN Lebenwesen sind schuld an unsere Misere!. Nicht wahr. Um das Verhalten der Tieren zu untersuchen muss man heute die Tieren nicht unbedingt töten.
5. .
Jule25 14.08.2012
Warum bringt man nicht einfach von jeder Art ein Pärchen an jeden Ort der Erde wo diese nicht natürlich vorkommt und schaut was passiert? Es wäre spannend und unserem Planeten vollkommen egal. Nur der Mensch erdreist sich das zu bewahren, was gerade da ist. Bloß keine Veränderung! Aber über Merkel schimpfen (Nur keine Experimente). Warum müssen wir jeden Bandwurm vor dem Aussternben schützen? Geht eine Art ein, dann macht sie Platz für eine andere. Das ist naturgewollt und richtig. Das Argument der Linksgrünen es könnte eine Kettenreaktion auslösen... Was immer ihr auch raucht, nehmt lieber ein paar Gramm weniger davon!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Natur
RSS
alles zum Thema Schlangen
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 18 Kommentare
  • Zur Startseite