Folgen des Japan-Bebens: Melodie der Zerstörung

Von

Tage wurden kürzer, die Erdachse hat sich verschoben, in der Antarktis rutschten Gletscher: Das Beben vor Honshu hat nicht nur Japan näher an die USA gerückt, es lässt auch den ganzen Erdball schwingen - der Globus brummt. SPIEGEL ONLINE hat die geologischen Ereignisse im Detail rekonstruiert.

Folgen des Mega-Bebens: Todesbuchten, verschobenes Land Fotos
NOAA

Irgendwann würde es beben vor ihrer Küste, das wussten die Japaner. Doch mit solchen Erschütterungen hatten sie nicht gerechnet. Vor der Küste des Landes herrscht Hochspannung im Gestein. Dort ruckelt der Boden des Pazifiks unter dem asiatischen Kontinent - mit der Geschwindigkeit von fast zwei Millimetern pro Woche. Die mächtigen Felspakete verhaken sich. Lange hatte man darauf gewartet, dass sich die Spannung löst und dabei wie bei einem reißenden Gummiband blitzartig Energie frei wird.

Am Freitag, den 11. März, um 14.46 Uhr und 23 Sekunden Ortszeit war es so weit: Das Gestein im Meeresboden hielt dem Druck der Erdplatten nicht mehr stand - es brach. Das weltweit viertstärkste Beben seit Beginn der Messungen nahm seinen Lauf - mit Auswirkungen für den gesamten Globus. Noch immer lassen die Nachwehen des Bebens die Erde schwingen.

SPIEGEL ONLINE hat die dramatischen Ereignisse rekonstruiert. Es ist die Geschichte eines der gewaltigsten Naturereignisse aller Zeiten.

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 34 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. "Bleistiftförmige" Inseln...
shivling 18.03.2011
Es ist ja schön, wenn die Meeresbodendarstellung zum besseren Verständnis des Reliefs überhöht wird (in dem Fall mindestens 1000fach...), das sollte dann im Text aber nicht zu dem Blödsinn von Inseln, die wie Bleistifte aus der See ragen, führen. In Wirklichkeit sind diese alle flach wie Kuhfladen.
2. Zugriff der Geschichte
dieterdödel 18.03.2011
Ironie darf man es nicht nennen, ein Wort dafür gibt es kaum. Die USA und insbesondere die Bevölkerung der USA können nun in Ansätzen erkennen, was sie damals anrichteten, als sie als erste Nation überhaupt - und einmalig in der Historie - Atombomben auf dichtbevölkerte Städte in Japan abwarfen. Dabei ist als Deutscher einzugestehen: Die USA hat diese Technologie nicht selbst entwickelt. Wie auch Raketentechnik, Mondflug, Kernenergie, Düsenjets usw. war auch das Manhatten-Projekt nur mit deutschem Personal möglich. Was lehrt uns das? Gute Frage, wichtiger aber ist, wer stellt sich diese in verantwortlichem Kreise?
3. Wir
Myrlin 18.03.2011
Wir alle, bis auf die jungen Ausnahmen, kennen sowas ähnliches. Das Erwachsenwerden. Im laufe der Jahre sammelt sich die Erfahrung. Sowohl gutes als auch schlechtes. Und wir werden schlauer. Als Menschheit sieht dieses genauso aus. Nur in einem langsameren Tempo. Die Menschheit ist meines erachtens noch ein gutes Stück entfernt davon, Erwachsen zu werden. Nicht, das wir viele 'Spielzuege' haben, überhaupt nicht. Aber wir verstehen diese Spielzeuge nicht ganz richtig. Minenbau, Atomenergie, Kapitalismus, Politik wie Diktatur, Demokratie und anderes, Fliessbandarbeit, Fortschritt, Egoismus, Macht. USW. . Viele viele Sachen, deren wahre Bedeutung wir erst allmählich kennenlernen. Und dazu noch unser Planet, den wir eigentlich mehr pflegen sollten. Was mich eigentlich am meisten stört ist der verwässerte Begriff der Verantwortung. Viele Berufe wie Ploitikberufe, Bankberufe, Groosindustriellberufe berufen sich auf ihre Verantwortung um ihre Absicherung und laufenden Löhne zu verteidigen. Verantwortung aber begründet sich auf die Tat, besonders, wenn sie positiv ist vom Ergebnis her. Sehe die Arbeiter in Japan im Atomkraftwerk. Diese Menschen TUN und leben mit der selbstgewählten VERANTWORTUNG. Dementsprechend hätten diese Menschen den gleichen Lohn verdient, wie die reichsten Männer dieser Erde. Denn sie tragen ihre Verantwortung wie aufrechte Männer und sehen dabei dem wahrscheinlichem Tode ins Auge. Aber diesen Lohn bekommen sie nicht. Die eigentlichen Verantwortlichen dieser Welt reden, argumentieren, dementieren, reden wieder und tun dies auch in der Zukunft. Taten schaffen andere. Meistens mehr effektiv und besser als die 'Verantwortlichen'. Was passiert einem Verantwortlichem Menschen innerhalb der 'Elite' wenn er seiner Verantwortung nicht gerecht wird? Eigentlich nichts. Keine Strafe und Lebenssicherung in der weiteren Politik wie EU oder ein lukrativer Posten innerhalb der Industrie. Was passiert einem Verantwortlichem Menschen ausserhalb der 'Elite' wenn er seiner Verantwortung nicht gerecht wird? Je nach Situation der baldige Tod ohne familiäre absicherung (Sehe Japan), Arbeitslosigkeit, Probleme in der 'Hierachie' und mehr. Ich lese oft von 'Helden' die unter Einsatz ihres Lebens anderes Leben gerettet haben. Einen Orden und ein paar hundert Euro max. als Lohn. Und einen Artikel in der Presse. Was tun die Verantwortlichen? Die bauen einen sche.sshaufen nach dem anderen. Ihr Lohn? Ca. 10.000-100.000 mal soviel. Nennt sich kapitalistisch geprägte Gesellschaftssteuerung. (Etwas sehr sehr schlaues. Das es nicht funktionieren kann muss ja nicht jeder wissen.) Und jetzt? Nix. Was soll auch kommen??? Lass die Elite mal weitermachen. Die haben alles im Griff. In der Hoffnung, das der Patient Menschheit lange genug lebt um seine Krankheiten zu überwinden. Fantas: Gestern niemand, heute hier und morgen tot.
4. Niveau... Niveau... wo... wo... ?
Langdon_Olga 18.03.2011
"Melodie der Zerstörung" Ein weiterer Beweis dafür das sich der Spiegel nicht mehr von der Bild unterscheidet. Schämen Sie sich !
5. ..
powerkraut 18.03.2011
Zitat von shivlingEs ist ja schön, wenn die Meeresbodendarstellung zum besseren Verständnis des Reliefs überhöht wird (in dem Fall mindestens 1000fach...), das sollte dann im Text aber nicht zu dem Blödsinn von Inseln, die wie Bleistifte aus der See ragen, führen. In Wirklichkeit sind diese alle flach wie Kuhfladen.
Im Text steht: "bleistiftförmig vom Meeresboden", nicht "aus der See". Die Aussage ist also richtig und erklärt, warum keine Tsunamis auf die Inseln treffen sondern die Welle vorbeiläuft, ohne sich aufzutürmen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Natur
RSS
alles zum Thema Katastrophe in Japan 2011
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 34 Kommentare


Erdbebenstärken
Die Richterskala
Die Stärke eines Erdbebens wird mit Hilfe der Richterskala und anderer Skalen beschrieben. Der jeweils angegebene Wert, die Magnitude , kennzeichnet dabei die freigesetzte Energie.

Mittels Seismografen werden die Maximal amplituden (also die Ausschläge der Nadel) bestimmt, die umgerechnet von Erdbeben in 100 km Entfernung erzeugt worden wären. Der dekadische Logarithmus der gemessenen Maximalamplituden ergibt die Magnitude. Die Erhöhung der Magnitude um 1 bedeutet dabei eine 33-fach höhere Energiefreisetzung – ein Erdbeben der Magnitude 5,0 ist also 33-mal so stark wie eines der Magnitude 4,0. Die Skala wurde 1935 von Charles Francis Richter und Beno Gutenberg am California Institute of Technology entwickelt.

Genau genommen werden Erdbebenstärken jedoch heute in der Moment-Magnituden-Skala angegeben. Sie berücksichtigt neben der Energie auch die Größe des gebrochenen Gesteins. Die Bruchfläche lässt sich aus der Erdbebenmessung vieler Seismografen berechnen.
Die Auswirkungen
Grob lassen sich die typischen Effekte der Erdbeben in der Nähe des Epizentrums folgendermaßen beschreiben:
  • - Stärke 1-2: nur durch Instrumente nachweisbar
  • - Stärke 3: nur selten nahe dem Epizentrum zu spüren
  • - Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden
  • - Stärke 6: mittelschweres Beben, Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen
  • - Stärke 7: starkes Beben, das zu Katastrophen führen kann
  • - Stärke 8: Groß-Beben
Weltweit ereignen sich jährlich etwa 50.000 Beben der Stärke drei bis vier, 800 der Stärke fünf oder sechs und durchschnittlich ein Groß-Beben. Das stärkste auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile .
Fotostrecke
Karten: Vom Beben zur Riesenwelle

Japans Katastrophe auf Twitter


mehr über SPIEGEL ONLINE auf Twitter...