Folgen des Japan-Bebens: Melodie der Zerstörung
Tage wurden kürzer, die Erdachse hat sich verschoben, in der Antarktis rutschten Gletscher: Das Beben vor Honshu hat nicht nur Japan näher an die USA gerückt, es lässt auch den ganzen Erdball schwingen - der Globus brummt. SPIEGEL ONLINE hat die geologischen Ereignisse im Detail rekonstruiert.
Irgendwann würde es beben vor ihrer Küste, das wussten die Japaner. Doch mit solchen Erschütterungen hatten sie nicht gerechnet. Vor der Küste des Landes herrscht Hochspannung im Gestein. Dort ruckelt der Boden des Pazifiks unter dem asiatischen Kontinent - mit der Geschwindigkeit von fast zwei Millimetern pro Woche. Die mächtigen Felspakete verhaken sich. Lange hatte man darauf gewartet, dass sich die Spannung löst und dabei wie bei einem reißenden Gummiband blitzartig Energie frei wird.
Am Freitag, den 11. März, um 14.46 Uhr und 23 Sekunden Ortszeit war es so weit: Das Gestein im Meeresboden hielt dem Druck der Erdplatten nicht mehr stand - es brach. Das weltweit viertstärkste Beben seit Beginn der Messungen nahm seinen Lauf - mit Auswirkungen für den gesamten Globus. Noch immer lassen die Nachwehen des Bebens die Erde schwingen.
SPIEGEL ONLINE hat die dramatischen Ereignisse rekonstruiert. Es ist die Geschichte eines der gewaltigsten Naturereignisse aller Zeiten.
- 1. Teil: Melodie der Zerstörung
- 2. Teil: Das Mega-Beben: Rasender Riss, rutschende Gletscher
- 3. Teil: Tsunamis: Todesbuchten - und warum andere Länder verschont wurden
- 4. Teil: Verschobenes Land: Japan ruckt Richtung USA - und dehnt sich aus
- 5. Teil: Tage verkürzt, Erdachse verschoben, das Beben-Grollen zum Anhören
- 6. Teil: Erschütterte Erdbebenforscher: Das Beben lässt Theorien wanken
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- Freitag, 18.03.2011 – 11:49 Uhr
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Mittels Seismografen werden die Maximal amplituden (also die Ausschläge der Nadel) bestimmt, die umgerechnet von Erdbeben in 100 km Entfernung erzeugt worden wären. Der dekadische Logarithmus der gemessenen Maximalamplituden ergibt die Magnitude. Die Erhöhung der Magnitude um 1 bedeutet dabei eine 33-fach höhere Energiefreisetzung – ein Erdbeben der Magnitude 5,0 ist also 33-mal so stark wie eines der Magnitude 4,0. Die Skala wurde 1935 von Charles Francis Richter und Beno Gutenberg am California Institute of Technology entwickelt.
Genau genommen werden Erdbebenstärken jedoch heute in der Moment-Magnituden-Skala angegeben. Sie berücksichtigt neben der Energie auch die Größe des gebrochenen Gesteins. Die Bruchfläche lässt sich aus der Erdbebenmessung vieler Seismografen berechnen.
- - Stärke 1-2: nur durch Instrumente nachweisbar
- - Stärke 3: nur selten nahe dem Epizentrum zu spüren
- - Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden
- - Stärke 6: mittelschweres Beben, Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen
- - Stärke 7: starkes Beben, das zu Katastrophen führen kann
- - Stärke 8: Groß-Beben
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