Von Axel Bojanowski
Das Wetter der nächsten Wochen könnte sich durch den Ausbruch des Eyjafjallajökull ändern, sofern der Vulkan Asche in größere Höhe fördert. Derzeit legt sich ein diesiger Schleier über Nordeuropa, die Staubwolke des Vulkans färbt den Himmel mancherorts milchig. Der Dunst blieb allerdings offenbar unterhalb der Stratosphäre, so dass seine Wirkung aufs Wetter bislang minimal sein dürfte.
Sollte der Vulkan jedoch noch einige Wochen so explosiv bleiben, könnte Nordeuropa auf Monate hinaus leicht abkühlen. Vergleichbare Ausbrüche zeigen, dass eine Absenkung der Durchschnittstemperatur um einige Zehntelgrad möglich wäre. Das heißt: Es könnte mehr kühle Frühlingstage geben.
Würde sich die Aktivität des Eyjafjallajökull noch verstärken, oder er würde Nachbarvulkane zum Ausbruch stimulieren, könnte es gar erneut ein "Jahr ohne Sommer geben", wie 1816: Nach dem Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora kühlte sich die Welt dramatisch ab, Europa erlebte einen außergewöhnlich kalten und regenreichen Sommer mit Missernten, hohen Getreidepreisen und Hungersnöten. Am 28. Juni 1816 notierte Goethe in sein Tagebuch: "Erster schöner Tag".
Damals dokumentierte Caspar David Friedrich auf seinem Gemälde "Schiffe im Hafen von Greifswald" die schönen Folgen einer Vulkaneruption: Abends und morgens hing ein tieforangefarbener Wolkenschleier über der Landschaft. Großen Ausbrüchen folgen meist malerische Sonnenuntergänge. Die Staubpartikel und Schwefeltröpfchen färben den Himmel rot: Das Licht der auf- und untergehenden Sonne, wird stärker abgelenkt, wenn mehr Staubteilchen in der Luft schweben - es verändert seine Farbe.
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