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22. Januar 2013, 17:19 Uhr

Körperkamera

Auf Beutezug mit Pinguinen

Adeliepinguine sind blitzschnelle und effiziente Jäger. Wissenschaftler haben die Vögel nun mit Kameras ausgestattet und hautnah bei ihren Beutezügen begleitet. Wie das Video zeigt, sind die Pinguine so flink, dass die verfolgten Fische nicht einmal zucken können.

Hamburg - Adeliepinguine in der Antarktis sind sehr effiziente Jäger. Wenn sie auf einen Krillschwarm treffen, schnappen die Tiere bis zu zwei der Kleinkrebse in einer Sekunde. Das berichten Yuuki Watanabe und Akinori Takahashi vom National Institute of Polar Research in Tokio in den "Proceedings" der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA. Um Fische oder Krebse unter der Eisfläche zu fangen, nähern sich die Pinguine heimlich von unten - und zwar so schnell, dass ihre Opfer meist nicht einmal einen Fluchtversuch starten können.

Was Pinguine fressen und wie sie jagen ist weitgehend bekannt. Dennoch sind viele Details des Jagdverhaltens der Tiere noch rätselhaft, da direkte Beobachtungen unter Wasser schwierig sind. Die Forscher statteten nun 14 Adeliepinguine (Pygoscelis adeliae) in der antarktischen Lützow-Holm-Bucht mit Kameras aus. Diese Bucht ist ein spezieller Lebensraum für die Art, da sie von einer festen Eisfläche bedeckt ist, die nicht wie Packeis vom Wind oder von Meeresströmungen bewegt wird. Die Forscher konnten die Pinguine beim Jagen live beobachten.

Sensoren erstellen Bewegungsprofil

Da die Kameras im Schnitt nur etwa 85 Minuten aufzeichnen, brachten die Wissenschaftler zusätzlich langlebigere Beschleunigungsmesser an Kopf und Rücken der Tiere an. Zunächst beobachteten sie, welches Signal die Beschleunigungsmesser liefern, sobald ein Pinguin auf dem Film ein Beutetier schnappt. Später konnten sie dann allein aus dem Verhältnis von Kopf- zu Körperbewegungen einen Beutefang feststellen. Da die Beschleunigungsmesser insgesamt etwa 50 Stunden aufzeichnen, ließen sich so auch längere Jagdausflüge der Pinguine verfolgen. Im Schnitt verbrachten diese dreieinhalb bis fünf Stunden täglich mit Tauchgängen.

Die Auswertung ergab, dass die Wasservögel bemerkenswert schnell und effizient jagen. Krill erbeuteten sie in Tiefen von bis zu 80 Metern, schreiben die Forscher. Mit einer Drehung des Kopfes schnappten sie blitzschnell einzelne Tiere aus großen Schwärmen heraus.

Die Fangrate der Adeliepinguine schwankt dabei allerdings: Bei einigen Tauchgängen fingen die Tiere wenig Beute, bei anderen dagegen sehr viel. So erwischte ein Pinguin in knapp anderthalb Stunden fast 250 Kleinkrebse. Die Zahl der gefangenen Fische pro Tauchgang war der Studie zufolge stabiler. Ein Pinguin fing zum Beispiel in 78 Minuten 33 Antarktisdorsche. Um die Fische zu erbeuten, schwammen die Jäger knapp unter der Eisdecke, meist weniger als fünf Meter tief. Aus ihren Beobachtungen folgern die Forscher zudem, dass die Pinguine über den Tag verteilt eher auf wenige erfolgreiche Tauchgänge setzen als auf viele ineffiziente.

twn/dpa

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