Atlantikküste: US-Behörde besorgt über Delfinsterben

Angeschwemmte Meeressäuger: Was tötet die Delfine? Fotos
AP/ The Virginia-Pilot

An der US-Ostküste häufen sich die Funde toter Delfine. Mehr als 120 Kadaver sind seit Anfang Juli angeschwemmt worden, berichtet die zuständige US-Behörde. Was die Meeressäuger tötet, ist noch nicht bekannt.

Dass ein toter Delfin an der Küste gefunden wird, kommt zwar immer wieder mal vor. Doch die Häufigkeit, mit der dies zurzeit an der Ostküste der USA passiert, ist ungewöhnlich. Seit Anfang Juli wurden 120 tote Große Tümmler an den Küsten von New Jersey bis Virginia entdeckt, meldet die US-Meeresbehörde NOAA. Allein im August wurden 28 tote Delfine an der Ostküste gefunden.

Die Behörde erklärte die Vorfälle zum Unusual Mortality Event (UME), also zu ungewöhnlichen Todesfällen. Nach dem Grund des Delfinsterbens wird noch gesucht. Bislang sind nur Große Tümmler (Tursiops truncatus) betroffen.

Es gibt eine Reihe möglicher Ursachen für das Stranden eines Delfins: Viren, Schadstoffe, Algenblüten oder auch Verletzungen können die Meeressäuger schwächen oder töten. Die ersten Hinweise deuten in diesem Fall auf ein Virus. Analysen einer Gewebeprobe legen nahe, dass ein Morbillivirus die Säuger töten könnte. Die NOAA betont aber, dass es mehrere Wochen dauern könne, bis die Ursache eindeutig bestätigt ist.

1987 hatte eine Morbillivirus-Epidemie mehr als 740 Tiere getötet. Nach der "Deepwater Horizon"-Katastrophe im Golf von Mexiko waren ebenfalls deutlich mehr tote Meeressäuger an einigen Küstenstrichen angeschwemmt worden als in den Jahren zuvor. Forscher äußerten den Verdacht, dass die Delfine unter den Spätfolgen der Ölkatastrophe litten.

wbr/Reuters

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Deepwater Horizon
mischpot 09.08.2013
und die Chemikalien die dazu noch ins Meer gekippt wurden lassen grüßen. Der Vorstand von BP hatte wiedereinmal zum alljährlichen Happy Delphin Day auf Hawai eingeladen.
2. Ein Virus ist Schuld...
a1b2c3d4e5 09.08.2013
Bienen sterben (nach Einführung der Neonicotinoide...) an "Milben", Delphine (nach den per Lösegiften ins Meer "einmassierten" Ölschlämme von Deepwater Horizon...) an "Viren", und die Klimaveränderung (nach dem Schnell-Abbrennen der fossilen Brennstoffe des gesamten Planeten..) liegt ganz sicher an irgend einem "Bakterium", das man auch noch finden wird. Alles klar...
3. Globalisierung...
ediart 09.08.2013
der Meeresverschmutzung nimmt immer größere Dimensionen an. Plastikmüll, Ölhaverien, radioaktive Verseuchung, sehr Aktuell Fukushima. Die Problematik ist bekannt. Erkenntnis wird negiert! Bis wir keine Luft zum Atmen haben.
4. Volksverdummung
dieten 10.08.2013
Der Spiegel beteiligt sich fleißig an der Volksverdummung. Wie können Sie nur solch einen Stuss schreiben. Völlig unreflektiertes Nachgeplapper. Die Delfine sterben an Sonar, Airguns und Unterwasserlärm. Das schreiben Sie sogar selber hier: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,118191,00.html Ich bitte um mehr Gewissenhaftigkeit und Recherche und nicht blindes Nachplappern von Agenturmeldungen. Das ist ein Musterbeispiel von Volksverdummung durch die Medien.
5.
M. Michaelis 10.08.2013
In jeder Tierpopulation kann es immer wieder zu erhöhten Sterberaten kommen. Warum wird eigentlich immer gleich auf den Menschen als versurscher geschlossen. Epedemien und Massensterben kann eben auch ein ganz natürlicher Vorgang sein. Die Natur war und ist kein Disney Film.
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