Südamerika Forscher graben erstaunlich alten Raubsaurier aus

Auf der Nordhalbkugel jagte Tyrannosaurus rex seine Beute, auf der Südhalbkugel dagegen waren Abelisaurier die gefährlichsten Jäger. Forscher haben nun in Südamerika ein ungewöhnlich altes Fossil dieser Dinosauriergruppe entdeckt.

Oliver Rauhut

Forscher haben in Südamerika ein besonderes Raubsaurierfossil aus dem Jura vor rund 150 bis 200 Millionen Jahren ausgegraben. Das Tier zählt zu den Abelisauriden - lebte aber 40 Millionen Jahre vor dem bislang ältesten bekannten Exemplar dieser Gruppe.

"Der Raubsaurier gehört zu einer Gruppe, die bislang nur aus der Kreidezeit bekannt war. Er ist der bei weitem ältesten Vertreter", sagt der Paläontologe Oliver Rauhut von der Ludwig-Maximilians-Universität München, der an den Ausgrabungen beteiligt war. "Das zeigt, dass die Abelisauriden eine sehr viel längere Evolutionsgeschichte haben, als wir bisher dachten." Zusammen mit dem argentinischen Forscher Diego Pol hat er den Fund aus Patagonien im Fachmagazin "Proceedings B" der britischen Royal Society veröffentlicht.

Die bis zu zehn Meter langen Raubsaurier auf der Südhalbkugel ähnelten den nördlichen Tyrannosauriern in vielen Merkmalen - unter anderem hatten auch sie verkürzte Arme. Einmalig war dagegen der ungewöhnlich hohe und kurze Schädel der Abelisauriden. "Bekannt ist, dass die Abelisaurier in der Kreidezeit sehr artenreich und weit verbreitet waren", sagt Rauhut. "Ihr Ursprung aber lag überwiegend im Dunkeln."

Oberarme noch stark ausgeprägt

Der neue Fund aus dem Jura zeigt Übergangsstadien in der Entwicklung. Bei dem Fossil seien die Oberarme beispielsweise noch sehr stark ausgeprägt gewesen. Die Verkümmerung begann daher an Händen und Unterarmen. Die Forscher nannten das Tier Eoabelisaurus mefi - der erste Namensteil heißt so viel wie "Abelisaurier der Morgenröte", der zweite steht für die Abkürzung eines spanischen Paläontologie-Museums.

Noch etwas sei spannend an dem Fund: Das Tier stamme aus der Zeit, als der Superkontinent Pangäa noch existierte. "Es stellt sich also die Frage, warum die Art sich damals nicht auf der Nordhalbkugel ausgebreitet hat", sagt Rauhut. Die Paläontologen vermuten, dass eine riesige Wüste im zentralen Pangäa die Ausbreitung der Abelisaurier Richtung Norden verhinderte.

Die Forscher versprechen sich weitere Erkenntnisse von dem Raubsaurierfossil. Sein Schädel soll unter anderem einer Computertomografie unterzogen werden.

wbr/dpa

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