Tierklone Forscher hoffen auf lebende Mammutzellen

Das Mammut wieder auferstehen zu lassen, ist der Traum vieler Forscher. In Sibirien stießen Paläontologen nun auf konservierte Überreste. Sollten die Zellen noch intakt sein, bestehe eine Chance, das Urtier zu klonen.

Wollhaarmammut: Seit etwa 10.000 Jahren ausgestorben und trotzdem präsent
AP

Wollhaarmammut: Seit etwa 10.000 Jahren ausgestorben und trotzdem präsent


Seit das Genom des Wollhaarmammuts entschlüsselt ist, träumen Forscher davon, die ausgestorbene Elefantenart wieder zu beleben. Gelungen ist das bislang nicht. Nun erweckt ein Gewebefund neue Hoffnung bei den Wissenschaftlern: Nach eigenen Angaben könnte eine russisch-südkoreanische Forschergruppe in Sibirien lebende Zellkerne eines Mammuts entdeckt haben.

Im August fanden Paläontologen im Osten Sibiriens Überreste eines Mammuts im Permafrostboden. Das darin enthaltene Gewebe müsse jedoch noch in einem Labor in Südkorea analysiert werden. Seien tatsächlich lebende Zellen enthalten, könne mit dem im Zellkern enthaltenen Erbgut ein Mammut geklont werden, sagte Sergej Fjodorow von der Nordöstlichen Föderalen Universität der russischen Teilrepublik Jakutien.

Diese Ankündigung machen die Forscher in regelmäßigen Abständen: Zuletzt wollte der südkoreanische Klonexperte und Skandalforscher Hwang Woo Suk im März 2012 aus Gewebeproben ein Mammut auferstehen lassen. Damals rückte die Akademie der Wissenschaften in Jakutien aber keine Gewebeproben raus.

Hwang erlangte 2004 traurige Berühmtheit, nachdem er in der Fachpresse behauptet hatte, Stammzelllinien aus einem geklonten menschlichen Embryo entwickelt zu haben. Ein Untersuchungsausschuss entlarvte seine gesamte Forschung mit menschlichen Stammzellen als gefälscht. Später leitete Hwang Forschungsgelder an die russische Mafia weiter, damit diese ihm Mammutgewebe für seine Experimente beschafft.

Auch jetzt ist noch nicht klar, ob die Gewebeproben aus dem Permafrost in Sibirien nach Südkorea geschickt werden dürfen. Die Wissenschaftler hoffen auf eine Genehmigung für Anfang Oktober. Auferstehen lassen wollen sie das Mammut, indem sie die Zellkerne aus dem im Permafrost tiefgekühlten Gewebe in Eizellen von indischen Elefanten einsetzen. Diese sollen die Urelefanten dann austragen. Das Vorhaben und dessen Nutzen sind umstritten.

jme/ap

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