Am schlimmsten war es im September 2011 in Iowa. Dort starben 1500 Schweine, und ein Arbeiter wurde verletzt. Die Ursache bleibt mysteriös: Ein Stall war explodiert. Und es war kein Einzelfall: Immer wieder fliegen in den USA Schweinezuchtanlagen in die Luft, seit 2009 sind sechs Ställe explodiert. Die Wissenschaft stehe vor einem Rätsel, bilanziert der Agrarforscher Larry Jacobson von der University of Minnesota nun gegenüber dem Wissenschaftsportal "Smithsonianmag.com".
Als Ursache unter Verdacht haben die Forscher einen Schaum, der sich aus der Gülle der Schweine bildet. Die Tiere im Stall leben auf einem geschlitzten Boden, die Gülle fällt durch die Spalten auf einen weiteren Boden darunter. Landwirte sammeln die Gülle, um sie als Dünger zu verkaufen - die Methode funktioniert seit Jahrzehnten.
In den vergangenen Jahren beobachteten Bauern jedoch, dass sich in der Gülle der seltsame Schaum bildete. Gas darin verursache die Explosionen, meinen Forscher. Das Gas aber ist nichts Besonderes, es bildet sich immer, wenn Gülle vergärt. Seit der Schaum jedoch auf der Gülle liege, staue es sich - vor allem geht es um Methangas.
Gefährlicher Funke aus dem Motor
Gefährlich werde es, wenn Landwirte die Mischung mit einem Mal umgrüben, meint Jacobson: Das Gas werde in großen Mengen frei. Ein Funke aus einem Motor genüge, um eine Explosion auszulösen. Ohne Schaum hingegen entweiche das Gas stetig in kleinen Mengen, es bestehe damit keine Gefahr.
Aber warum bildet sich der Schaum? Jacobson und seine Kollegen haben Bakterien in Verdacht. Warum sie aber auftreten, wissen die Experten nicht. Sie glauben, dass neue Tiernahrung Schuld sein könnte - doch welche, das bleibt rätselhaft. Und so haben Landwirte weiterhin mit dem mysteriösen Schaum zu kämpfen; weitere Stallexplosionen sind zu befürchten.
boj
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