Forschungsboot "Calypso" Schwimmende Legende soll wieder in See stechen

Das legendäre Forschungsboot des französischen Meeresforschers Jacques-Yves Cousteau soll wieder in See stechen. Das wünscht sich zumindest Cousteaus Familie. Doch ohne finanzkräftige Unterstützer wird der Plan nur schwer umzusetzen sein, die "Calypso" wieder flott zu machen.

AP

Paris - Das Schiff hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Minenräumer, Fähre, Forschungsboot - und war zwischenzeitlich sogar gesunken. Nun soll die "Calypso" des französischen Meeresforschers Jacques-Yves Cousteau schon bald wieder auf Reisen gehen, zumindest wenn sich dafür genug Geld findet.

Das Schiff solle "im Sinne von Jacques-Yves Cousteau auf die Schönheit und die Schutzbedürftigkeit der Meere aufmerksam machen", erklärte Francine Cousteau, die Witwe des Forschers. Die "Calypso" liegt bereits seit einigen Jahren in der Bretagne, wo sie renoviert wird. Finanzprobleme behinderten die Arbeiten aber immer wieder. Nun, zum 100. Geburtstag des Meeresforschers, sollen sie erfolgreich zu Ende gebracht werden. Doch die Finanzierung ist nach wie vor nicht endgültig geklärt, fast dreieinhalb Millionen Euro fehlen noch für die Arbeiten.

Cousteau hatte den 1942 gebauten Minenräumer vom irischen Bierbrauer Guinness bekommen und für seine Forschungsarbeiten umgebaut. Im Bug des 43 Meter langen Schiffes gibt es einen Beobachtungsraum mit fünf Bullaugen, von wo aus Cousteau die bunte Unterwasserwelt mit seinen Kameras verfolgen konnte. Das Schiff sank nach einer Kollision 1996 vor Singapur - und blieb drei Wochen unter Wasser, bevor es gehoben werden konnte.

Cousteaus Sohn Pierre-Yves will im Sinne seines Vaters ein Netzwerk aus Tauchern gründen, die gemeinsam dessen Lebenswerk fortsetzen und die faszinierende Unterwasserwelt ergründen. Zudem plant er eine einmonatige Filmexpedition im Mittelmeer, um die Veränderungen seit den vierziger Jahren zu dokumentieren, als sein Vater mit der Unterwasserfilmerei begonnen hatte.

Cousteau war 1997 im Alter von 87 Jahren gestorben. Er hat zahlreiche Bücher und mehr als 100 Dokumentarfilme über die Unterwasserwelt hinterlassen. Zu seinen größten Erfolgen gehört der Kinofilm "Die schweigende Welt", für den er 1956 bei den Filmfestspielen in Cannes die begehrte "Palme d'Or" erhielt.

chs/dpa



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