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Fortpflanzung: Stinkende Nieswurz lockt frierende Hummeln an

Die Stinkende Nieswurz hat es an kalten Tagen nicht nur kuschelwarm, sondern kann sich auch fortpflanzen. Der Trick der winterharten Pflanze: Sie lockt mit einem Hefe-Ofen frierende Hummeln an.

Stinkende Nieswurz im Schnee: Bis zu sechs Grad Temperaturdifferenz Zur Großansicht
Carlos M. Herrera

Stinkende Nieswurz im Schnee: Bis zu sechs Grad Temperaturdifferenz

London - Besonders sympathisch klingt ihr Name nicht, doch die Stinkende Nieswurz ist eine durchaus populäre Gartenpflanze. Verwandt ist das giftige Gewächs mit der Christrose, und ebenso wie sie blüht die Nieswurz im Winter. Forscher haben nun herausgefunden, dass die Pflanze dabei einen besonderen Trick beherrscht: Sie heizt mit Hilfe von Hefe.

Genauer gesagt sind es Hefekulturen im Nektar der Pflanze, die die Temperatur erhöhen. Sie bauen den Zucker im süßen Pflanzensaft ab, wobei große Mengen Wärme frei werden. Auf diese Weise kann das Gewächs trotz Kälte Hummeln zum Bestäuben anlocken - und sich damit handfeste Vorteile sichern: Bestäubung, Wachstum und Samenbildung werden durch den Hefetrick verbessert, berichten Forscher um Carlos Herrera von der Estación Biológica de Donana in Sevilla im Fachmagazin "Proceedings of The Royal Society B". Je mehr Hefe im Nektar enthalten sei, desto größer sei der Unterschied im Vergleich zur Außentemperatur. Im Nektargefäß sei es bis zu sechs Grad wärmer, so die Forscher.

Dass bestimmte Pflanzen über Heizmechanismen verfügen, ist schon länger bekannt. Allerdings sind die Wissenschaftler bisher davon ausgegangen, dass die Flora nur zwei Möglichkeiten kennt, um mehr Wärme zu produzieren: durch Verbrauch von Nährstoffen durch die Pflanze selbst oder über passive Absorption von Sonnenlicht. Mit dem Hefetrick haben die Forscher um Herrera nun einen völlig neuen Heizmechanismus entdeckt.

Einen Vorteil bringt die Heizung aber nicht nur der Nieswurz, sondern auch den bestäubenden Insekten: Eine Nektarmahlzeit im Warmen ermöglicht den kälteempfindlichen Tierchen, länger aktiv zu sein. Allerdings verbraucht die Hefe so viel Zucker, dass der Nektar weniger süß ist - im schlechtesten Fall wird er damit unattraktiv für die Hummel.

chs/dpa/ddp

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 2 Beiträge
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1. Bekloppte Hummeln?
Wolfgang Jung 10.02.2010
Zitat von sysopDer Stinkende Nieswurz hat es an kalten Tagen nicht nur kuschelwarm, sondern kann sich auch fortpflanzen. Der Trick der winterharten Pflanze: Sie lockt mit einem Hefe-Ofen frierende Hummeln an. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,676881,00.html
Wo, bitteschön, ist auf dem stinkenden hefeheizenden Nieswurz in weißer Schneelandschaft (Foto) auch nur die Andeutung einer bekloppten Hummel zu sehen, die ihr warmes Winterschlafdomizil für einen Ort aufgibt, der statt -6 Grad null Grad aufweist?
2. Hefe wärmt tatsächlich
fucus-wakame 10.02.2010
Man kann für ein kleines Experiment einfach mal einen Block Hefe (42 Gramm Frischhefe) in 250 ml Milch auflösen. Dazu drei Eßlöffel Zucker. Einfach mal trinken, es schmeckt akzeptabel. Danach ist die Reaktion deutlich spürbar.
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