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Fossilien in Australien Spinosaurier-Knochen lassen Theorien wackeln

Spinosaurier: Knochenfund verblüfft ForscherZur Großansicht
Marc Simonetti

Spinosaurier: Knochenfund verblüfft Forscher

Der gigantische Spinosaurus verblüfft Forscher erneut: Die Raubsaurier waren offenbar weiter verbreitet als bisher vermutet. Jetzt sind Knochen eines Vertreters der Dinosauriergruppe in Australien aufgetaucht - und bringen einige Theorien ins Wanken.

Er maß bis zu 18 Meter von Schnauze bis Schwanz, in seinem krokodilähnlichen Maul steckten lange Zähne, und auch sein Rückenkamm beeindruckte: Der Spinosaurus war ein Raubtier, das sogar den berühmten Tyrannosaurus rex buchstäblich in den Schatten gestellt hätte - wenn beide Arten zur gleichen Zeit gelebt hätten.

Lange galt Tyrannosaurus rex als König der Raubsaurier, bis ihm 2006 der Spinosaurus diesen Rang streitig machte. Damals überraschte ein rekonstruiertes Skelett die Paläontologen, die nicht damit gerechnet hatten, dass der Spinosaurus der größte bekannte fleischfressende Dinosaurier sein könnte. Jetzt verblüfft der Gigant die Fachwelt erneut: Wissenschaftler fanden Knochenreste an einem Ort, wo sie den Raubsaurier nicht vermutet hätten - in Australien.

"Die Tatsache, dass er auch in Australien gelebt hat, verändert unser Verständnis über die Evolution dieser Sauriergruppe", sagt Thomas Rich vom Museum Victoria in Melbourne. Bisher waren Überreste der sogenannten Dornenechse nur aus Europa, Südamerika und Afrika bekannt. Die bis zu 21 Tonnen schweren Tiere waren vor rund 100 Millionen Jahren sowohl an Land als auch im Wasser aktiv.

Bei dem neuen Fund handelt es sich um einen Nackenwirbel eines Baryonyx, eines nur rund zwei Meter kleinen Vertreters der Spinosauridae. Zunächst gelang es keinem der Forscher vom Melbourner Museum, den Knochen, der vor wenigen Jahren am südaustralischen Kap Otway entdeckt wurde, zu identifizieren. Schließlich konnte Paul Barrett vom Natural History Museum in London helfen und den Wirbel einem Baryonyx zuordnen.

Weltweite Verbreitung

"Es ist das erste Mal, dass wir diesen Dinosauriertypus in Australien nachweisen können", sagte Barett im Deutschlandfunk. Das widerspricht einigen alten Theorien, die sagen, dass diese Tiere niemals dort gelebt haben können."

Die Fundorte der zahlreichen Spinosauridae-Fossilien deuten darauf hin, dass diese Raubsaurier, die vor etwa 100 Millionen Jahren lebten, weit verbreitet waren. "Als die Erde nur einen Superkontinent hatte, lebten die gleichen Gruppen von Dinosauriern weit verbreitet", sagt Rich. "Als sich mehrere Kontinente auf der Erde entwickelten, befanden sich die Saurierfamilien auf verschiedenen Landmassen, was erklärt, warum sie weit entfernt voneinander gefunden wurden."

Bisher waren Experten davon ausgegangen, dass die Spinosauridae nur auf der nördlichen Halbkugel lebten. Doch diese Theorie gerät durch den neuen Fund ins Wanken: Offenbar lebte die Gruppe überall auf dem urzeitlichen Superkontinent Pangaea, bevor er vor rund 150 Millionen Jahren mit der Aufspaltung begann.

cib/AFP

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