Fossilienfund Drei neue Dinosaurier-Arten in Australien entdeckt

Gewichtiger Fund: Australische Wissenschaftler haben zwei Dino-Pflanzenfresser und einen Raubsaurier in Queensland entdeckt. Der Fleischfresser war der Gepard seiner Zeit, erlegte blitzschnell seine Beute mit riesigen Krallen.


Sydney - Vor 100 Millionen Jahren haben "Clancy" und "Matilda" dort, wo heute der Kontinent Australien ist, gewaltige Mengen an Pflanzen vertilgt. "Banjo" hingegen bevorzugte Fleisch, das unter anderem mit riesigen Krallen erjagte. Australische Wissenschaftler haben die drei neuen Dinosaurier-Arten im australischen Bundesstaat Queensland ausgegraben. Sie tauften die Riesen nach einem bekannten australischen Dichter und zweien seiner Werke: Banjo Paterson (1864 - 1941) schrieb sowohl den Text von Australiens inoffizieller Hymne "Waltzing Matilda" als auch das Gedicht "Clancy of the Overflow" - in dem auch die Region Queensland vorkommt.

Das Team um den Wissenschaftler Scott Hocknull hatte zunächst Bulldozer eingesetzt, um die harte Oberflächenerde abzutragen und sich dann per Handarbeit durch den dicken Lehmboden gewühlt. Freigelegt wurden schließlich ein zweibeiniger Theropod aus der Familie der Tyrannosaurus Rex sowie zwei pflanzenfressende Titanosauren. Hocknull nannte den fleischfressenden Theropod "Banjo" (Australovenator wintonensis) die "australische Antwort" auf die gefräßigen Velociraptoren aus dem Film "Jurassic Parc": "Der konnte mit Leichtigkeit jedes denkbare Opfer einholen. Sein hervorstechendstes Merkmal sind seine drei großen Schlitz-Krallen an jedem Arm." Er war der Gepard seiner Zeit.

"Diese Funde sind ein großer Durchbruch, um das prähistorische Leben in Australien zu verstehen", sagte die Premierministerin von Queensland, Anna Bligh, nahe der Fundstelle in Winton, wo sie ein Museum über das Zeitalter der Dinosaurier eröffnete. In der Region wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Fossilien aus Urzeiten entdeckt.

"Banjo" und "Matilda" wurden gemeinsam in einer 98 Millionen Jahre alten Wassersenke in Winton im westlichen Queensland entdeckt. Das könnte darauf hinweisen, dass "Banjo" die sehr viel größere "Matilda" mit dem wissenschaftlichen Namen Diamantinasaurus matildae angefallen hatte. "Matilda" war nach Angaben der Forscher gedrungen und glich in der Statur einem Flusspferd. "Clancy" (Witonotitan wattsi) war dagegen grazil und am ehesten mit einer Giraffe zu vergleichen.

Die Wissenschaftler, die ihren Fund in der Fachzeitschrift " Public Library of Science ONE" beschreiben, gehen davon aus, dass die Funde nicht die einzigen Neuentdeckungen bleiben werden. "Wir haben noch Hunderte von Fossilien, die aufbereitet werden müssen, und jede Menge Material, das noch geborgen werden muss", betonten sie.

Der wissenschaftliche Leiter des Museums von Victoria, John Long, sprach von einer "erstaunlichen Entdeckung". Forscher gehen nun mehr denn je davon aus, dass sich in den Weiten des australischen Outbacks noch weitere Schätze für die Paläontologen verbergen.

lub/dpa/AFP



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