Foto-Experiment Affen mögen Promis und schöne Frauen

Affen sind Menschen in vielem ähnlich. Wie wahr das ist, mussten Forscher jetzt erfahren, als sie Affen mit Orangensaft für Fotos von Rudelmitgliedern zahlen ließen. Die größten Saftmengen gingen für die Sorte Bilder über die Theke, die auch Menschen am liebsten sehen.


Makaken beim winterlichen Dampfbad in Japan: Affen können äußerst menschlich sein
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Makaken beim winterlichen Dampfbad in Japan: Affen können äußerst menschlich sein

Manche menschlichen Verhaltensweisen sind gar nicht so modern, wie es auf den ersten Blick scheint. Die Vorliebe für bestimmte Fotos etwa gibt es offenbar schon viel länger als die Fotografie selbst, wie Wissenschaftler jetzt in einem Experiment mit Affen herausfanden.

Die Forscher der Duke University in den USA haben getestet, wie viel Orangensaft Makaken hergeben würden, um Fotos von bekannten Artgenossen anzuschauen. Das Ergebnis war äußerst - menschlich. Männliche Affen etwa rückten die größten Saftmengen für Bilder von mächtigen Rudelmitgliedern heraus. Und für Fotos von weiblichen Hinterteilen.

Weniger scharf waren die Probanden dagegen auf Bilder von Affen, die nicht zu den Reichen und Schönen, sondern eher zu den Verlierern der Gesellschaft zählen. Erst wollten die Makaken solche Bilder überhaupt nicht sehen. Erst größere Mengen von leckerer Flüssigwährung konnten sie dazu bewegen, einen Blick auf die Fotos zu werfen.

"Diese Erkenntnisse vertiefen unser Wissen über die soziale Kognition unter Tieren", kommentiert das Team um Robert Deaner, das die Ergebnisse des Experiments im Fachblatt "Current Biology" veröffentlicht hat. Erstmals sei bewiesen worden, dass Affen Informationen nach sozialen Inhalten bewerten - genauso wie es Menschen tun.

Oder, einfacher ausgedrückt: Bilder von mächtigen und sexuell attraktiven Mitgliedern der Gemeinschaft sind am begehrtesten. Denn deren Verhalten ist nicht nur nach Meinung von Menschen, sondern auch in den Augen von Affen der Schlüssel zum gesellschaftlichen Erfolg.



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