Fotobeweis: Faulaffen-Art ist doch nicht ausgestorben

Es ist klein, pelzig, hat riesige Augen - und es gibt ihn immer noch. Ein kleiner Faulaffe auf Sri Lanka galt mehr als 60 Jahre lang als ausgestorben. Jetzt haben Forscher ihn wiederentdeckt. Tagelang mussten sie im Urwald auf der Lauer liegen, ehe das Beweisfoto gelang.

Seltener Faulaffe: Das Foto beweist, dass die Art nicht ausgestorben ist Zur Großansicht
dpa

Seltener Faulaffe: Das Foto beweist, dass die Art nicht ausgestorben ist

London - Mit viel Geduld ist britischen Forschern in Sri Lanka ein besonderer Schnappschuss gelungen: Sie haben als erste Wissenschaftler einen Faulaffen fotografiert, der bereits als ausgestorben galt. Dem Tier mit dem Namen Loris tardigradus nycticeboides, einer Unterart des Roten Schlanklori, kamen die Wissenschaftler in den Bergwäldern der Insel auf die Spur.

Die Experten der Zoological Society of London haben nach eigenen Angaben mehr als 200 Stunden im bewaldeten Berggebiet im Zentrum Sri Lankas auf der Lauer gelegen. Der nachtaktive Primat wurde nach Angaben der Forscher seit 1937 nur viermal gesichtet und galt zwischen 1939 und 2002 als komplett verschwunden.

Als Forscher 2002 in Sri Lanka ein Tierchen mit großen, roten Glubschaugen sahen, glaubten sie, es handle sich um einen Schlanklori. Beweisen konnten sie es jedoch nicht. Die aktuellen Fotos zeigen nun eindeutig einen männlichen Schlanklori, der sich an einen Ast klammert. "Wir sind begeistert, das erste Foto geschossen zu haben und beweisen zu können, dass die Art nicht ausgestorben ist", sagte der Biologe Craig Turner von der Zoological Society. Es gelang den Wissenschaftlern, das Tier einzufangen, um es zu untersuchen. Anschließend ließen sie den knapp 20 Zentimeter großen Primaten wieder frei.

Die Schlankloris der Horton-Ebene seien durch die Ausbeutung ihres Lebensraumes vom Aussterben bedroht, sagte Turner. Die Zahl der Tiere war zurückgegangen, seit ihr Lebensraum ab dem 19. Jahrhundert von britischen Kolonialisten für Tee- und Kaffeeplantagen gerodet wurde, erklärte Saman Gamage, der Leiter des Forscherteams. Die Fotos gäben jedoch Hoffnung zu der Annahme, dass weitere Exemplare der Art im waldigen Hochland Sri Lankas lebten.

boj/AFP/apn/dpa

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Natur
RSS
alles zum Thema Primaten
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Zur Startseite