Sydney/Hamburg - Seemann Brett Martin arbeitete mit Kollegen auf seinem Schlepper vor Westaustralien, als er am Abend von einer mächtigen Staubwolke überrascht wurde. Die Hunderte Meter hohe Walze schien alles zu verschlingen, sie tauchte den Horizont über dem Indischen Ozean in plötzliche Dunkelheit. Das Licht des Sonnenuntergangs machte aus dem Schauspiel ein Foto für die Ewigkeit.
Die Bilder, die der "Sydney Morning Herald" auf seiner Internetseite veröffentlicht hat, zeigen die Wand aus Staub und Sand westlich der Insel False nahe Onslow im Bundesstaat Western Australia.
Ein Experte des staatlichen Wetteramts sagte der Zeitung "The West Australian", besondere Wetterverhältnisse seien für die dunkle Wand verantwortlich: Ein Sturm habe den Sand vom Kontinent mitgerissen; plötzlich einsetzender Regen ließ die Partikel über dem Meer auf einmal hinabstürzen - so entstand die Staubwand.
Sandstürme sind in der Region nicht ungewöhnlich, im Westen Australiens bieten weite Wüsten ihnen jede Menge Nahrung. Mit dem Unwetter "Narelle", das am Freitagabend und am Wochenende an Australiens Westküste vorbeiziehen soll, habe der atemberaubende Anblick aber nichts zu tun, ergänzte der Meteorologe. "Narelle" werde die Küstenstädte in Westaustralien nicht direkt treffen, berichtete der "Sydney Morning Herald" unter Berufung auf Experten.
Australien wurde in den vergangenen Wochen von Naturkatastrophen heimgesucht. Große Landesteile waren von extremer Hitze betroffen. Mit dem staubigen Sonnenuntergang über dem Ozean aber zeigte sich die Natur nun von ihrer bezaubernden Seite.
boj/dpa
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