Frühlingsanfang Jetzt wird's endlich hell

Die Nordhalbkugel der Erde schwenkt ins Licht, Sonntag um 5.30 Uhr beginnt der Frühling. Was geschieht in der Natur? Ab wann kommen Frühlingsgefühle? Wie wird das Osterwetter? Die Antworten.

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Moments From Space/ Eumetsat

Dieser März hält sich nicht ans Drehbuch, also an die Statistik. Ihr zufolge zieht Mitte des Monats meist sonniges, mildes Frühlingswetter auf. Dieses Jahr aber ist es ungewöhnlich kühl und trüb.

So wird es nicht bleiben, die Nordhälfte der Erde schwenkt ins Licht. Am Sonntag beginnt der astronomische Frühling - so früh wie seit 1896 nicht mehr; gewöhnlich ist es erst zu einer späteren Uhrzeit am 20. oder am 21. März soweit.

Sonntagvormittag um 5.30 Uhr steht die Sonne direkt über dem Äquator, Nord- und Südhalbkugel erhalten gleich viel Sonnenlicht. Die Sonne steht nun von Norden gesehen um 23 Grad höher als zu Jahresanfang.

Es ist Tag-Nacht-Gleiche; Tag und Nacht sind gleich lang. Die Sonne geht an diesem Sonntag exakt im Osten auf, ihr Mittagszenit liegt genau im Süden, und abends geht sie präzise im Westen unter.

Von nun an schiebt sich die Nordhalbkugel immer weiter in die Sonne, die Luft wärmt sich. Milde Luft kann mehr Feuchtigkeit halten, deshalb lösen sich Nebel auf. Temperaturunterschiede im Norden verringern sich, dadurch flauen Winde ab - das Wetter stabilisiert sich zum Sommer hin.

Morgens wird es nun immer früher hell, abends später dunkel. Die Tage werden länger, im Laufe des März um gut anderthalb Stunden; Ende des Monats bleibt die Sonne bereits fast 13 Stunden am Himmel. Die Helligkeit lockt Vögel und Insekten nach Norden. Und vom Rheintal ausgehend beginnt es zu blühen.

Mit der Haselblüte startete bereits der Vorfrühling - dies Jahr bereits fast deutschlandweit im Januar. Auch Schneeglöckchen blühen längst. Die Forsythie zeigt den Erstfrühling an, sie sprießt bereits im Süden - ebenfalls etwa zwei Wochen früher als normalerweise, wegen des milden Winters.

Der phänologische Vollfrühling - also der in der Landschaft sichtbare, vollendete Frühling - aber beginnt mit der Apfelblüte, meist im Mai. Doch schon Mitte oder Ende März wird es in ganz Deutschland gewöhnlich bunt: Osterglocken, Krokusse, Gänseblümchen und Stiefmütterchen sprießen.

Riechen ließe sich der Frühling schon vorher: Südwestwinde tragen Blütenstaub aus Spanien und Frankreich nach Norden. Im Alpenvorland wird Südföhn zum Schneefresser. Indes: Derzeit kommt die Luft vom Atlantik - und bringt Wolken.

Der März, heißt es, bildet die Brücke vom Winter zum Frühling. Dies Jahr sei er ungewöhnlich kühl, melden Wetterdienste; er dürfte gar kälter ausfallen als der vergangene Dezember, der für einen Dezember aber auch ausgesprochen mild verlief.

Meteorologen betonen die magische 5-Grad-Grenze, sie markiert den Tag, an dem die Temperatur im Schatten dauerhaft fünf Grad erreicht. Eine bedeutende Schwelle für die Vegetation.

Den Daten zufolge erreicht der Raum Köln meist um den 4. März herum als Erster diese Marke, gefolgt von Freiburg und Mannheim zwei Tage später. Stuttgart um den 9. März herum, Frankfurt zum 13., Hannover etwa am 21., Hamburg, Leipzig und Berlin um den 26. und München am 30. März sind später dran. Orte in den Alpen und an der Küste müssen sich mitunter noch länger gedulden.

Damit die Laune messbar steigt, muss es aber noch sieben Grad wärmer werden. Frühlingsgefühle setzten ab 12 Grad ein, das will der Blogger Tin Fischer mit der Auswertung von Twitter-Botschaften herausgefunden haben. Am ersten Tag des Jahres mit 12 Grad würden plötzlich massenhaft euphorische Nachrichten verschickt.

Die meisten Deutschen warten demnach noch auf Frühlingsgefühle. Erst Ende der Woche, zu Ostern also, könnte es warm und sonnig werden, glaubt der Deutsche Wetterdienst.

Die Unsicherheit der Vorhersage sei zwar groß. Doch scheine sich im Nordwesten über dem Atlantik ein hilfreiches Tiefdruckgebiet anzusiedeln: Die Luftturbine dreht sich entgegen dem Uhrzeigersinn. Nordwestlich von Europa gelegen, würde sie also milde Luft aus Südwesten nach Deutschland fächern. Es gibt Hoffnung auf frühlingshafte Ostern.

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insgesamt 33 Beiträge
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Seite 1
nvakil 19.03.2016
1. Dieser Tag war mal...
...der Tag, an dem man Neujahr feierte. Seit Tausenden Jahren gibt es den "Nowrouz" ("Now" ist "neu" und "Rouz" bedeutet "Tag" ; also der Tag an dem sich alles erneuert, oder an dem alles neu wird), und in manchen Ländern, ist heute der letzt Tag des Jahres (im Iran z.B). Morgen ist der der erste Tag des neuen Jahres. Dass es früher mal hier auch so war erkennt man in den Namen der Monate. SEPTember war der siebte Montat (Sept=7). OKTober war der achte (oct=8). DECEmber war der zehnte (dece =10); Januar war der 11. und Februar der 12. Monat, womit März der erste Monat des Jahres ist. Also allen wünsche ich ein frohes natürliches neues Jahr, voller Glück, Gesundheit, und Religionslosigkeit...
undnochmeinsenfdazu 19.03.2016
2. Hach, immer diese kleinen Fehler...
... in den Wissenschaftsartikeln bei SPON... "gewöhnlich ist es erst am 20. oder 21. März soweit" ..., nö, "gewöhnlich" war im 20. Jahrhundert am 21. und 22.3., in diesem Jahrhundert wird der Frühlingsanfang NIE mehr am 21.3. sein: Eine Folge der gregorianischen Schaltregel, nachdem im Jahr 2000 eben anders als in den Hunderter-Jahren zuvor ein Schaltjahr war. Erst im Jahr 2104 ist es wieder soweit. "Es ist Tag-Nacht-Gleiche; Tag und Nacht sind gleich lang. Die Sonne geht an diesem Sonntag exakt im Osten auf, ihr Mittagszenit liegt genau im Süden, und abends geht sie präzise im Westen unter." Das die Tage gleich lang sind - geschenkt, in Wahrheit ist das schon eine Woche her, weil sich die Sonne durch die Refraktion der Atmosphäre um zwei Sonnendurchmesser höher zeigt als es rein geometrisch der Fall wäre. Die Sonne geht somit zudem auch schon seit bald zwei Wochen etwas weiter nördlicher als im Ostpunkt auf bzw. im Westpunkt unter. Aber was ganz und gar nicht geht, ist die Aussage, "der Mittagszenit liegt genau im Süden". Erstens hängt das vom Ort ab - je weiter man sich innerhalb einer Zeitzone im Osten befindet, umso früher ist dies der Fall, zweitens hängt es mit der Zeitgleichung zusammen (nach der geht die Sonne derzeit 7 Minuten vor), und drittens steht die Sonne bei uns schon mal nie im Zenit - der Autor meint die Kulmination der Sonne... Sorry für die Korinthenkackerei, aber ich bin der Meinung, dass ein Wissenschaftsartikel in einem Medium wie SPON einwandfrei sein sollte - oder seid Ihr Y, PM oder sowas...?
syracusa 19.03.2016
3.
Zitat von undnochmeinsenfdazu... in den Wissenschaftsartikeln bei SPON... "gewöhnlich ist es erst am 20. oder 21. März soweit" ..., nö, "gewöhnlich" war im 20. Jahrhundert am 21. und 22.3., in diesem Jahrhundert wird der Frühlingsanfang NIE mehr am 21.3. sein: Eine Folge der gregorianischen Schaltregel, nachdem im Jahr 2000 eben anders als in den Hunderter-Jahren zuvor ein Schaltjahr war. Erst im Jahr 2104 ist es wieder soweit. "Es ist Tag-Nacht-Gleiche; Tag und Nacht sind gleich lang. Die Sonne geht an diesem Sonntag exakt im Osten auf, ihr Mittagszenit liegt genau im Süden, und abends geht sie präzise im Westen unter." Das die Tage gleich lang sind - geschenkt, in Wahrheit ist das schon eine Woche her, weil sich die Sonne durch die Refraktion der Atmosphäre um zwei Sonnendurchmesser höher zeigt als es rein geometrisch der Fall wäre. Die Sonne geht somit zudem auch schon seit bald zwei Wochen etwas weiter nördlicher als im Ostpunkt auf bzw. im Westpunkt unter. Aber was ganz und gar nicht geht, ist die Aussage, "der Mittagszenit liegt genau im Süden". Erstens hängt das vom Ort ab - je weiter man sich innerhalb einer Zeitzone im Osten befindet, umso früher ist dies der Fall, zweitens hängt es mit der Zeitgleichung zusammen (nach der geht die Sonne derzeit 7 Minuten vor), und drittens steht die Sonne bei uns schon mal nie im Zenit - der Autor meint die Kulmination der Sonne... Sorry für die Korinthenkackerei, aber ich bin der Meinung, dass ein Wissenschaftsartikel in einem Medium wie SPON einwandfrei sein sollte - oder seid Ihr Y, PM oder sowas...?
... und nicht nur diese immerhin einige Kenntnisse voraussetzenden Fakten werden falsch oder nicht dargestellt. Offenbar weiß der Autor noch nicht mal, dass morgen der 20. ist: "Am Sonntag beginnt der astronomische Frühling - so früh wie seit 1896 nicht mehr; gewöhnlich ist es erst am 20. oder 21. März soweit." Morgen ist der 20. und morgen ist es so weit.
mischu12345 19.03.2016
4. so früh wie seit 1896 nicht mehr
"Am Sonntag beginnt der astronomische Frühling - so früh wie seit 1896 nicht mehr; gewöhnlich ist es erst am 20. oder 21. März soweit." Aha. Was ist denn morgen? Meines Erachtens ist morgen der 20. März. Also ist es "gewöhnlich" morgen, am 20. März, ab 5:30 h so weit. Was ist daran früh?
undnochmeinsenfdazu 19.03.2016
5. damit meinte er...
Zitat von mischu12345"Am Sonntag beginnt der astronomische Frühling - so früh wie seit 1896 nicht mehr; gewöhnlich ist es erst am 20. oder 21. März soweit." Aha. Was ist denn morgen? Meines Erachtens ist morgen der 20. März. Also ist es "gewöhnlich" morgen, am 20. März, ab 5:30 h so weit. Was ist daran früh?
... die Uhrzeit! Am 20.03. um 5:30 Uhr gab es wirklich seit 1896 nicht mehr, und das ist ja auch der Grund warum wir in diesem Jahrhundert keinen Frühlingsbeginn mehr am 21.3. haben werden: Der jährliche "Überschuß" von 5 Stunden, 48 Minuten und 45 Sekunden schafft es eben auch in drei Jahren nicht mehr über die 24-Uhr-Schwelle hinaus ( 20.3.17 11:30 Uhr, 20.3.18 17:17 Uhr und 20.3.19 22:59 Uhr), denn dann kommt eben das nächste Schaltjahr und verhindert den Übergang. Das geht so weiter, bis im Jahr 2100 das Schaltjahr ausfallen wird.
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