Fukushima Radioaktiv kontaminiertes Wasser ist ins Meer gelangt

Am zerstörten AKW in Fukushima hat sich eine Befürchtung bestätigt: Radioaktiv kontaminiertes Grundwasser ist offenbar ins Meer geflossen. Betreiber Tepco betont wie üblich: Für die Umwelt besteht keine Gefahr.

Tonnenweise Probleme: Radioaktiv belastete Flüssigkeiten gelangten ins Grundwasser und von dort wohl auch ins Meerwasser
AP/ Kyodo News

Tonnenweise Probleme: Radioaktiv belastete Flüssigkeiten gelangten ins Grundwasser und von dort wohl auch ins Meerwasser


Der Betreiber der havarierten japanischen Atomanlage Fukushima hat erstmals eingeräumt, dass radioaktiv verseuchtes Grundwasser aus der Nähe des Kraftwerks ins Meer gelangt ist. "Wir glauben jetzt, dass radioaktiv belastetes Wasser ins Meer geflossen ist", sagte ein Sprecher der Firma Tepco am Montag. Zugleich betonte er, dass dies nur begrenzte Folgen für den Ozean habe. Die Daten des Meerwassers hätten "keinen ungewöhnlichen Anstieg von Radioaktivität" gezeigt.

Damit bestätigt sich die Befürchtung der Atomaufsichtsbehörde NRA, höchstwahrscheinlich seien radioaktive Substanzen über kontaminiertes Grundwasser auch ins Meer gelangt. Dafür sprach etwa der Fang eines hochgradig kontaminierten Fisches Mitte Juli. In der Nähe der AKW-Ruine hatten japanische Fischer einen Barsch gefangen, bei dem ein Cäsium-Anteil von mehr als 1000 Becquerel pro Kilogramm gemessen wurde - eine Überschreitung der für Lebensmittel zulässigen Höchstgrenze um das Zehnfache.

Pannenserie am havarierten AKW

An der AKW-Ruine kam es in letzter Zeit immer wieder zu Zwischenfällen: Anfang Juli meldete Tepco, die Konzentration radioaktiver Stoffe im Grundwasser habe sich deutlich erhöht. Die Belastung des Grundwassers mit dem krebserregenden Cäsium lag nach Angaben des Betreibers deutlich über dem zulässigen Grenzwert. Tepco hatte zuvor noch beteuert, das Grundwasser um das havarierte Atomkraftwerk sei durch Stahlböden und das Betonfundament weitgehend abgekapselt. Doch immer wieder gibt es an der Atomruine Lecks, so dass das Grundwasser kontaminiert wird.

Vergangene Woche dann stieg von einem zerstörten Gebäude Dampf auf - der Betreiber Tepco versicherte aber, dass es keinen Anstieg der Strahlungswerte in der Umgebung gab.

Während viele Tepco-Arbeiter mit einem erhöhten Krebsrisiko konfrontiert sind, sieht es für die allgemeine Bevölkerung besser aus. Im Mai kamen die Vereinten Nationen nach einer Untersuchung zum Schluss, dass der AKW-Unfall nicht zu einem Anstieg der Krebsfälle führen wird.

Das Atomkraftwerk Fukushima wurde im März 2011 durch ein schweres Erdbeben und einen gewaltigen Tsunami zerstört. Es kam zur Kernschmelze in mehreren Reaktoren und zu Explosionen, Radioaktivität wurde in die Umwelt freigesetzt. Die Katastrophe von Fukushima war das folgenschwerste Atomunglück seit dem Unfall von Tschernobyl 1986.

che/wbr/AFP



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insgesamt 248 Beiträge
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SchwesterPolyester 22.07.2013
1. Fisch mit drei Augen ...
Fisch mit drei Augen ... http://www.puzzlepuzzles.de/imatjes/charles-montgomery-burns-_4ba39a7e17a72-p.jpg ... es besteht nie irgendeine Gefahr, wirklich nicht !
zahnluecke 22.07.2013
2. Radioaktives Wasser in die Umwelt?
Wow! Wer hätte das gedacht. Das keine Gefahr für die Umwelt besteht, hätte man sich als Meldung sparen können. Ist ja ohnehin bei dieser reifen, beherrschbaren Technologie so.
mustafa20 22.07.2013
3. Energiewende Verzweiflung II
Zitat von sysopAP/ Kyodo NewsAm zerstörten AKW in Fukushima hat sich eine Befürchtung bestätigt: Radioaktiv kontaminiertes Grundwasser ist offenbar ins Meer geflossen. Betreiber Tepco betont wie üblich: Für die Umwelt besteht keine Gefahr. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/fukushima-auch-meerwasser-radioaktiv-belastet-a-912436.html
Natürlich ... lieber zahlen wir weiter ... gut dass wir ausgestiegen sind. Reuters und SPON versuchen alles ... irgendwie muss doch dieses sinkende Schiff "Energiewende" zu halten sein.
dannyandy 22.07.2013
4. Ach nee
es gibt also radioaktiv verseuchtes Wasser rund um Fukushima! Das allgemeine Staunen kann ich nur als Heuchelei erster Güte deuten!
bikenstrings 22.07.2013
5. Pff...
Zitat von sysopAP/ Kyodo NewsAm zerstörten AKW in Fukushima hat sich eine Befürchtung bestätigt: Radioaktiv kontaminiertes Grundwasser ist offenbar ins Meer geflossen. Betreiber Tepco betont wie üblich: Für die Umwelt besteht keine Gefahr. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/fukushima-auch-meerwasser-radioaktiv-belastet-a-912436.html
..., macht doch nix! Das vermischt sich schon. Techdead - YouTube (http://youtu.be/dxao3vHTg3U)
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