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Fukushima: Radioaktive Brennstäbe werden aus Abklingbecken geholt

Fukushima: Risikofaktor Abklingbecken Fotos
AP

Eine der größten Gefahrenquellen im Atomkraftwerk Fukushima soll unschädlich gemacht werden: Die Betreiberfirma Tepco will noch im November die mehr als 1500 Brennstäbe aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 holen. Eine Sprecherin räumte jedoch ein, dass die Operation brisant sei.

Tokio - Im havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima soll noch in diesem Monat mit der gefährlichen Operation begonnen werden, radioaktive Brennstäbe aus einem Abklingbecken zu holen. Dies kündigte am Donnerstag Kraftwerksdirektor Akira Ono bei einem Besuch von Journalisten in Fukushima an. Nach Meinung von Experten ist dies die schwierigste und gefährlichste Aufgabe, seitdem das Kraftwerk vor zwei Jahren nach Erdbeben und Tsunami nach und nach wieder unter Kontrolle gebracht worden war.

Insgesamt sollten 1533 Uran- und Plutonium-Brennstäbe aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 geholt werden, sagte eine Sprecherin des Energiekonzerns Tepco. Eigentlich sei das in allen Atomkraftwerken der Welt eine Routinearbeit. "Aber hier ist es wegen der Naturkatastrophe etwas anders." Die Brennstäbe müssten unbedingt aus dem Becken geholt werden, betonte die Sprecherin. "Dies ist ein großer Schritt in Richtung Stilllegung."

Im Atomkraftwerk Fukushima war infolge eines Erdbebens und eines Tsunamis im März 2011 das Kühlsystem ausgefallen, was in mehreren Reaktoren eine Kernschmelze verursachte. Im Reaktor 4 kam es aber nicht zur Kernschmelze, weshalb die nun anstehende Bergung der Brennstäbe aus diesem Abklingbecken trotz der damit verbundenen Gefahren als vergleichsweise einfacher gilt als in den anderen Reaktoren.

Das Abklingbecken von Reaktor 4 gilt als eine der größten Gefahrenquellen auf dem Gelände des AKW. Es liegt unbedeckt, seit eine Explosion am 15. März 2011 einen Teil der Außenwand des Gebäudes weggerissen hat. Ein weiteres Erdbeben, so die Befürchtung, könnte das Reaktorgebäude erneut beschädigen und zu einer Freisetzung von großen Mengen radioaktiven Materials führen. Walter Tromm vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) relativierte die Gefahr allerdings im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE: "Im Normalfall sind Brennstäbe nach drei Jahren, manchmal auch früher so weit abgekühlt, dass sie aus dem Abklingbecken geholt und trocken gelagert werden können", so der Experte für Kernreaktorsicherheit.

nik/mbe/AFP

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1. Es geht voran,
nemensis_01@web.de 07.11.2013
Prima. Dann kann man die Reaktoren ja bald wieder hochfahren und weitermachen mit dem Atomwahnsinn. Und wenn in Deutschland die CDU wieder Landtagswahlen gewinnt, ohne das irgendein Grüner von einer Atomkatasprophe profitiert, dann kann unser aller Kanzlerin ja auch endlich den Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg verkünden.
2. ....nicht 1500 Brennstäbe
spon-facebook-10000049172 07.11.2013
...sondern 1500 Brennelemente a 60 Stück sollen aus dem Abklingbecken entfernt werden. Macht also 90000 Brennstäbe (...und liest sich schon ganz anders, nicht wahr,..)
3. Die
Andreas-Schindler 07.11.2013
Brennstäbe hätte ich schon in den ersten 6 Monaten nach der Katastrophe gesichert. Tepco macht nur das was unbedingt Grade nötig ist. Das wäre bei uns aber kaum anders...
4. ?
bingo` 07.11.2013
Zitat von Andreas-SchindlerBrennstäbe hätte ich schon in den ersten 6 Monaten nach der Katastrophe gesichert. Tepco macht nur das was unbedingt Grade nötig ist. Das wäre bei uns aber kaum anders...
Hätten sie das? Als Experten können sie bestimmt erklären, wie das von Statten hätte gehen sollen in der instabilen Ruine.
5. Dann werden demnächst die Diskussionen um die ....
tempus fugit 07.11.2013
Zitat von bingo`Hätten sie das? Als Experten können sie bestimmt erklären, wie das von Statten hätte gehen sollen in der instabilen Ruine.
.... hier immer wieder proklamierte so sichere, so billige, so zuverlässige Atomstromerzeugung inflationieren!
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Von Sievert bis Becquerel: Kleines Lexikon der Strahlenmessung
Alpha-, Beta- und Gammastrahlen
Manche Atomkerne von chemischen Elementen sind instabil und zerfallen deshalb. Sie werden als radioaktiv bezeichnet. Die Zerfallsprozesse können unterschiedlicher Natur sein. Die Strahlung, die zerfallende Elemente aussenden, wird in drei Arten unterschieden: Während Alpha- und Betastrahlung aus Partikeln bestehen, handelt es sich bei Gammastrahlung um elektromagnetische Wellen, ähnlich der Röntgenstrahlung. Allerdings ist ihre Wellenlänge viel kleiner und die Strahlen sind somit extrem energiereich. Alphastrahlung besteht aus positiv geladenen Helium-Kernen, die aus zwei Protonen und zwei Neutronen aufgebaut sind. Betastrahlen bestehen aus Elektronen. Sie entstehen, wenn sich ein Neutron in ein Proton und ein Elektron umwandelt, das vom Atomkern abgestrahlt wird.
Becquerel: Einheit der Aktivität
Eine Substanz ist dann radioaktiv, wenn sie zerfällt und dabei Strahlung aussendet. Um anzugeben, wie stark eine radioaktive Substanz strahlt, benutzt man den Begriff der Aktivität (A). Sie wird in Becquerel (Bq) gemessen und gibt die Strahlung an, die eine Substanz innerhalb einer bestimmten Zeit durch Zerfall erzeugt. Per Definition entspricht ein Becquerel einem Zerfall pro Sekunde. Je schneller eine Probe zerfällt, desto intensiver strahlt sie also.
Gray: Einheit der Energiedosis
Weiß man, wie stark eine radioaktive Substanz strahlt, sagt das noch nichts darüber aus, wie sich die Strahlung auf den Körper auswirkt. Dafür ist es wichtig zu bestimmen, wie viel Energie von einer bestimmten Masseneinheit des Körpers absorbiert wird. Angegeben wird die absorbierte Energiedosis (D) in der Einheit Gray (Gy), wobei ein Gray der Energiemenge von einem Joule pro Kilogramm entspricht.
Sievert: Einheit der Äquivalentdosis
Um die biologische Wirksamkeit der radioaktiven Strahlung auf den Körper anzugeben, benutzt man anstelle der Energiedosis den Begriff der Äquivalentdosis (H). Sie berücksichtigt die Tatsache, dass verschiedene Arten von Strahlen ganz unterschiedliche Wirkungen auf den Körper haben. So ionisiert Alphastrahlung bei weitem mehr Moleküle als etwa Betastrahlen - und richtet deshalb eine größere Zerstörung im Körper an. Daher wird jede Strahlungsart mit Hilfe einer physikalischen Größe gewichtet, dem sogenannten Strahlenwichtungsfaktor. Gemessen wird die Äquivalentdosis in Sievert (Sv). Sie ergibt sich aus der Multiplikation der Energiedosis mit dem Strahlenwichtungsfaktor. 1 Sievert (Sv) sind 1000 Millisievert (mSv). 1 Millisievert sind 1000 Mikrosievert (µSv).
Sievert pro Zeit: Einheit der Strahlenbelastung
Um die Auswirkungen von radioaktiver Strahlung auf den Körper genauer einschätzen zu können, ist es wichtig zu wissen, wie lange eine bestimmte Dosis auf den Körper einwirkt. Daher wird die Strahlenbelastung meist in Sievert pro Zeiteinheit gemessen. Also etwa Millisievert pro Jahr oder Mikrosievert pro Stunde. Die durchschnittliche natürliche Strahlenbelastung liegt in Deutschland bei 2,1 Millisievert pro Jahr, also 0,24 Mikrosievert pro Stunde. Im Schnitt kommen zwei Millisievert pro Jahr durch künstliche Quellen von Radioaktivität hinzu. Den Löwenanteil dazu steuert die Medizin bei.
Von Becquerel zu Sievert: Der Dosiskonversionsfaktor
Die Strahlenbelastung von Böden oder in Lebensmitteln etwa wird in Becquerel pro Quadratmeter oder Becquerel pro Kilogramm angegeben. Doch was bedeutet dieser Wert für die Auswirkungen auf den Körper? Um eine Beziehung zwischen Aktivität und Äquivalentdosis herstellen zu können, gibt es den sogenannten Dosiskonversionsfaktor. Er hängt unter anderem von der Art der Strahlung und der radioaktiven Substanz ab, sowie von der Art, wie die Strahlung in den Körper gelangt (Inhalieren, Aufnahme durch die Nahrung). So entspricht die Aufnahme von 80.000 Becquerel Cäsium 137 mit der Nahrung einer Strahlenbelastung von etwa einem Millisievert. Der Verzehr von 200 Gramm Pilzen mit 4000 Becquerel Cäsium 137 pro Kilogramm hat beispielsweise eine Belastung von 0,01 Millisievert zur Folge. Das lässt sich mit der Belastung durch Höhenstrahlung bei einem Flug von Frankfurt nach Gran Canaria vergleichen.
EU-Grenzwerte für Nahrungsmittel
Nach der Tschernobyl-Katastrophe hatte die EU Grenzwerte für den Import von Lebensmitteln aus jenen Ländern geregelt, die durch das Atom-Unglück kontaminiert wurden. Zusätzlich hat die EU am 26. März 2011 weitere Grenzwerte für Importe aus Japan festgelegt - die Grenzen wurden jedoch als zu lasch kritisiert. Am 8. April reagierte die EU - und passte die Grenzen an japanische Normen an. Für Cäsium 134 und Cäsium 137 gilt künftig bei Lebensmitteln ein Grenzwert von 500 Becquerel pro Kilogramm. Bei Säuglings- und Kindernahrung senkte Brüssel den Grenzwert für Cäsium von 400 auf 200, für Jod von 150 auf 100 Becquerel.


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