Radioaktives Kühlwasser Aufseher befürchten neue Tanklecks in Fukushima

Am havarierten AKW Fukushima haben sich Pfützen mit radioaktiv stark kontaminiertem Wasser gebildet - und niemand weiß, wo es herkommt. Die Aufsichtsbehörde befürchtet jetzt eine Serie von Lecks in den Tanks, die das strahlende Kühlwasser aus den Reaktoren auffangen.

REUTERS/ Kyodo

Fukushima - Es könnte die nächste Katastrophe für Fukushima werden, warnen japanische Atomexperten: Am Mittwoch war bekannt geworden, dass aus einem Tank auf dem Gelände des havarierten Atomkraftwerks Fukushima radioaktiv verseuchtes Wasser ausgetreten ist. Es ist der fünfte derartige Zwischenfall in den vergangenen Wochen. Der Schaden durch das Leck wird mittlerweile als der schlimmste seit 2011 eingeschätzt.

Hunderte große Fässer stehen mittlerweile auf dem Gelände der AKW-Ruine, darin wird das verseuchte Wasser gesammelt, das Reparaturtrupps unentwegt zur Kühlung in die Reaktoren pumpen. Experten befürchten, dass nun ein Tank nach dem anderen ein Leck bekommen könnte. "Das ist unsere größte Angst", sagte Shunichi Tanaka, der Vorsitzende der japanische Atomaufsichtbehörde. "Wir müssen wachsam bleiben. Wir sollten davon ausgehen, dass das, was einmal geschehen ist, wieder passiert."

Tepco-Arbeiter übersahen Lachen

Zuvor war bekannt geworden, dass Fabrikarbeiter offenbar mehrere Anzeichen für die Entwicklung von Lecks übersehen hatten. Die täglichen Patrouillen scheinen nur ein Spaziergang gewesen zu sein, kritisieren Mitarbeiter der Aufsichtsbehörde. Die Arbeiter haben anscheinend die Wasserstände in den Tanks nicht überwacht und auch übersehen, dass sich Lachen am Boden der Behälter gebildet hatten.

Nach dem neuen Störfall haben Arbeiter am Donnerstag mit der Suche nach weiteren Lecks begonnen. Etwa 300 Auffangtanks würden überprüft, sagte ein Sprecher des Betreiberkonzerns Tepco. "Wir haben das Wasser aus dem betroffenen Tank gepumpt und den verseuchten Boden weiter abgetragen."

Die Atomaufsichtsbehörde hatte das Leck an der Nuklearanlage am Mittwoch auf Stufe drei der bis sieben gehenden internationalen Skala für Atomunfälle eingestuft, was einem "ernsten Störfall" entspricht. Damit ist es der schwerwiegendste Störfall seit dem Atomunglück vom März 2011. Tepco zufolge ist nicht auszuschließen, dass ein Teil des verseuchten Wassers ins Meer geflossen ist.

Stark kontaminierte Pfützen

In Pfützen seien Strahlungswerte von 100 Millisievert pro Stunde gemessen worden. Das bedeutet, dass ein Mensch, der sich unmittelbar daneben aufhält, innerhalb einer Stunde das Fünffache der Strahlung abbekäme, die für AKW-Mitarbeiter innerhalb eines Jahres als gerade noch zulässig gilt.

Das Leck soll sich in einem von Hunderten Tanks auf dem Gelände befinden. Tepco konnte noch nicht sagen, wo genau es aufgetreten ist. Weil die Behälter etwa hundert Meter von der Küste entfernt stünden, stelle das Leck aber keine unmittelbare Gefahr für das Meerwasser dar. Experten gehen aber davon aus, dass die radioaktive Brühe über eine Ablaufrinne ins Meer gelangen kann. Es sei "unvermeidbar", dass ein Teil des verseuchten Wassers den Ozean erreiche, sagte Professor Jota Kanda von der Universität für Meeresforschung und -technologie in Tokio.

"Bislang sind die Auswirkungen auf die Umwelt noch begrenzt, aber das wird sich ändern, falls weitere Lecks auftreten." Für den Wissenschaftler Masahi Kusakabe vom Institut für Ökologische Meeresforschung war es am Donnerstag noch "zu früh, um die Folgen des jüngsten Lecks abzuschätzen".

Infolge des Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2011 war das AKW Fukushima-Daiichi verwüstet worden. Dabei kam es zu Kernschmelzen. Seitdem pumpen die Reparaturtrupps unentwegt Wasser zur Kühlung in die Reaktoren. Die dabei anfallenden riesigen Mengen verseuchten Wassers werden in Tanks gefüllt, die auf dem Gelände aufgestellt wurden. Das verseuchte Wasser soll aufbereitet werden, um es erneut zur Kühlung einzusetzen. Erschwerend hinzu kommt aber, dass jeden Tag Hunderte Tonnen Grundwasser in die Reaktorgebäude eindringen und sich mit dem kontaminierten Kühlwasser vermischen.

Das nun aus einem der Hunderten von Auffangtanks geleckte, weitaus stärker belastete Wasser enthält laut Tepco unter anderem Strontium, das Wissenschaftler auch als "Knochenkiller" bezeichnen. Es schädige das Knochenmark und könne Leukämie (Blutkrebs) auslösen.

nik/dpa/Reuters/AP

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insgesamt 245 Beiträge
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Seite 1
no-panic 22.08.2013
1.
Zitat von sysopDPA/ TEPCOAm havarierten AKW Fukushima haben sich Pfützen mit radioaktiv stark kontaminiertem Wasser gebildet - und niemand weiß, wo es herkommt. Die Aufsichtsbehörde befürchtet jetzt eine Serie von Lecks in den Tanks, die das strahlende Kühlwasser aus den Reaktoren auffangen. Fukushima: Tepco-Arbeiter untersuchen Tanks auf Kühlwasserlecks - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/fukushima-tepco-arbeiter-untersuchen-tanks-auf-kuehlwasserlecks-a-917815.html)
"Zuvor war bekannt geworden, dass Fabrikarbeiter offenbar mehrere Anzeichen für die Entwicklung von Lecks übersehen hatten. Die täglichen Patrouillen scheinen nur ein Spaziergang gewesen zu sein, kritisieren Mitarbeiter der Aufsichtsbehörde. Die Arbeiter haben anscheinend die Wasserstände in den Tanks nicht überwacht und auch übersehen, dass sich Lachen am Boden der Behälter gebildet hatten. " Die laxe Haltung des Unternehmens TEPCO reicht also von der Führungsebene bis hinunter zu den unterbezahlten Leiharbeitern und diese Truppe mit dieser LMAA-Einstellung soll die größte Atomkatastrophe aller Zeiten in den Griff bekommen......
bob27.3. 22.08.2013
2. Ähnlich..
Zitat von no-panic"Zuvor war bekannt geworden, dass Fabrikarbeiter offenbar mehrere Anzeichen für die Entwicklung von Lecks übersehen hatten. Die täglichen Patrouillen scheinen nur ein Spaziergang gewesen zu sein, kritisieren Mitarbeiter der Aufsichtsbehörde. Die Arbeiter haben anscheinend die Wasserstände in den Tanks nicht überwacht und auch übersehen, dass sich Lachen am Boden der Behälter gebildet hatten. " Die laxe Haltung des Unternehmens TEPCO reicht also von der Führungsebene bis hinunter zu den unterbezahlten Leiharbeitern und diese Truppe mit dieser LMAA-Einstellung soll die größte Atomkatastrophe aller Zeiten in den Griff bekommen......
..würde es wohl auch bei den deutschen ATOM Strom Abzockern - RWE &Konsorten -aussehen....!Leider!
uezegei 22.08.2013
3.
Zitat von bob27.3...würde es wohl auch bei den deutschen ATOM Strom Abzockern - RWE &Konsorten -aussehen....!Leider!
Ach, das ist doch alles gar nicht so schlimm, daran stirbt doch keiner ....
ritzinger 22.08.2013
4.
Zitat von sysopDPA/ TEPCOAm havarierten AKW Fukushima haben sich Pfützen mit radioaktiv stark kontaminiertem Wasser gebildet - und niemand weiß, wo es herkommt. Die Aufsichtsbehörde befürchtet jetzt eine Serie von Lecks in den Tanks, die das strahlende Kühlwasser aus den Reaktoren auffangen. Fukushima: Tepco-Arbeiter untersuchen Tanks auf Kühlwasserlecks - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/fukushima-tepco-arbeiter-untersuchen-tanks-auf-kuehlwasserlecks-a-917815.html)
Es ist ganz wichtig, dass jetzt gleich wieder die Atomkraft-Befürworter aus ihren Löchern kommen und erzählen, wie sicher und kontrollierbar das alles ist!! Ich bin alles andere als ein radikaler Grüner, aber wir haben diese Technologie zu keinem Zeitpunkt 100%ig im Griff und nein, verbuddeln ist keine vernünftige Entsorgung!! Die Probleme liegen jetzt ja nicht mal mehr darin, komplexe physikalische Prozesse wieder zu kontrollieren. Man ist, trotz relativ stabiler Lage nicht einmal im Stande, die Wasserbehälter dicht zu bekommen!! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Man kann diese Anlagen in der Theorie mit Sicherheit bombensicher planen, aber der Faktor Mensch bzw. dessen Unfähigkeit oder Gier machen das Risiko unkalkulierbar. Also Finger bzw. aussteigen...
ostap 22.08.2013
5. sieht nicht gut aus
Zitat von sysopDPA/ TEPCOAm havarierten AKW Fukushima haben sich Pfützen mit radioaktiv stark kontaminiertem Wasser gebildet - und niemand weiß, wo es herkommt. Die Aufsichtsbehörde befürchtet jetzt eine Serie von Lecks in den Tanks, die das strahlende Kühlwasser aus den Reaktoren auffangen. Fukushima: Tepco-Arbeiter untersuchen Tanks auf Kühlwasserlecks - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/fukushima-tepco-arbeiter-untersuchen-tanks-auf-kuehlwasserlecks-a-917815.html)
Die endlose Kette von Pannen und wachsende radioaktive Verseuchung eines riesigen Gebietes - einschließlich des Ozeans - ist keine gute Nachricht für unsere Atomfans. Offensichtlich für ander auch nicht. So wurde gerade erst der vom Atomforum so heiß ersehnte Bau zweier neuer Schrottmeiler in der Slowakei gestoppt und die Baugenehmigung zurückgezogen! (Slowakei: Ausbau des AKW Mochovce gestoppt - KURIER.at (http://kurier.at/politik/weltchronik/slowakei-ausbau-des-akw-mochovce-gestoppt/23.531.371)). Die Vernuft beginnt um sich zu greifen - auch dank Fukushima und TEPCO!
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