Galapagosinseln Landleguane werden umgesiedelt

Das Futter ist knapp, die Konkurrenz groß: Forscher auf den Galapagosinseln haben ein halbes Dutzend Landleguane in ein neues Zuhause gebracht, um ihnen beim Überleben zu helfen.

Landleguan (Archivbild)
AP

Landleguan (Archivbild)


In den Tagen von Charles Darwin ging es den Landleguanen von Galápagos noch gut. Die Reptilien seien so zahlreich gewesen, dass es ihm auf einer der Inseln noch nicht einmal gelungen sei, ein Zelt aufzustellen - weil die Tiere einfach überall gewesen seien, notierte der Entdecker.

Doch diese Zeiten sind vorbei, vor allem eingeschleppte Feinde machen den rund 1,20 Meter langen Echsen zu schaffen: Schweine, Ratten, Katzen, Hunde. Auf der Insel Santiago, wo Darwin die Tiere einst sah, sind die Landleguane inzwischen komplett ausgerottet.

Den verbleibenden Tiere helfen Forscher aktiv, um ihr Überleben zu sichern. Dazu gehören manchmal auch etwas ungewöhnliche Maßnahmen.

Wegen zu großer Konkurrenz um das knappe Futter sind daher auf den Galápagos-Inseln gerade sechs Landleguane umgesiedelt worden. Die Reptilien seien von der kleinen Insel Venecia auf den sogenannten Drachenhügel auf der großen Nachbarinsel Santa Cruz gebracht worden, teilte der Galápagos-Nationalpark mit. "Der Mangel an Regen, wenig Nahrung und die hohe Zahl von Landleguanen" auf Venecia hätten dies notwendig gemacht.

Die Schildkröten von Galápagos

Die Landleguane lebten ursprünglich auf dem Drachenhügel. In den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden einige Exemplare nach Venecia gebracht, um sie vor verwilderten Hunden zu schützen, die den Bestand der Echsen gefährdeten. Zwanzig Jahre später begann ein Rück-Umsiedlungsprozess. Seitdem wurden besonders in Zeiten von Futterknappheit etwa hundert Landleguane zum Drachenhügel zurückgebracht.

Die Galápagos-Inseln gehören zu Ecuador und liegen etwa tausend Kilometer vom Festland entfernt. Sie sind vulkanischen Ursprungs und beherbergen viele Tierarten, die nur dort vorkommen. Der britische Naturforscher Charles Darwin wurde durch seine Galápagos-Expedition zu seiner Evolutionstheorie inspiriert, die er in dem Werk "Die Entstehung der Arten" darlegte. Im Jahr 1978 erklärte die Unesco die Inseln zur Welterbestätte. 97 Prozent ihrer Fläche sind Teil des Galápagos-Nationalparks. Die Inseln sind ein beleibtes Touristenziel, was den Artenschutz vor Ort zum Teil erschwert.

chs/AFP



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