Greifswald - Bei Wildenten in Dänemark ist ein gefährliches Geflügelpestvirus nachgewiesen worden. Nun mahnt das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit die deutschen Geflügelhalter zur Wachsamkeit. Ob das Virus auch Deutschland erreiche, sei noch nicht klar, sagte eine Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Riems bei Greifswald am Mittwoch. "Wir können im Moment noch nicht abschätzen, ob es auch zu uns kommt oder nicht."
Das Virus vom Subtyp H7 gehört nach Angaben des Instituts mit dem H5-Virus zu den hoch ansteckenden Influenzaviren, die Geflügelgrippe hervorrufen können.
Im Jahr 2006 hatte das Virus H5N1 eine Vogelgrippewelle in Deutschland ausgelöst. Es nehme mit seiner fast weltweiten Verbreitung und seiner Gefährlichkeit für Menschen eine Sonderstellung ein, sagte Sprecherin Elke Reinking.
Für den Menschen meist ungefährlich
Diese hochpathogenen - also besonders gefährlichen - Virentypen könnten laut Institut zwar auch auf den Menschen übertragen werden. "Man muss aber schon sehr engen Kontakt haben, etwa als Geflügelhalter oder Tierarzt, und mit dem Nasenausfluss oder Kot eines kranken Tieres in Berührung kommen", sagte die Sprecherin.
Die klassische Geflügelpest (Hochpathogene Aviäre Influenza) ist eine hoch ansteckende, fiebrige Virenerkrankung. Sie ist seit 1878 bekannt und verläuft für 80 bis 100 Prozent der erkrankten Tiere tödlich. Vor allem befällt sie Hühner und Puten, aber auch Wildvögel, Fasane und Perlhühner können betroffen sein. Wasservögel und Tauben erkranken seltener, Säugetiere gelten im Allgemeinen als nicht empfänglich.
Von der Seuche befallene Tiere bekommen Fieber, Atembeschwerden, Schwarzfärbung von Kamm und Kehllappen, Mattigkeit, Appetitlosigkeit und Durchfall. Die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt meist drei bis 14 Tage.
Die gefährliche Form der Vogelgrippe H5N1 ist nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts seit mehr als drei Jahren nicht mehr in Deutschland festgestellt worden. Zuletzt entdeckten die Greifswalder Experten den Erreger im März 2009 bei einer erlegten Stockente aus Bayern. Das sei aber vermutlich ein Einzelfall gewesen.
nik/dpa
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