Geklaute Forscher-E-Mails Polizei stellt Ermittlungen im "Climategate"-Skandal ein

Der "Climategate"-Skandal bleibt ungesühnt: 2009 hatten Unbekannte Tausende E-Mails von Klimaforschern gestohlen und veröffentlicht, die Wissenschaftler gerieten in Bedrängnis. Nun hat die britische Polizei die Suche nach den Tätern eingestellt.

University of East Anglia: "Missinformation und Verschwörungstheorien"
AP

University of East Anglia: "Missinformation und Verschwörungstheorien"


Hamburg/Norfolk - Die britische Polizei hat ihre Ermittlungen im sogenannten "Climategate"-Skandal eingestellt. 2009 hatten Unbekannte den E-Mail-Verkehr von Klimaforschern der University of East Anglia in England geklaut und veröffentlicht. Der Schriftverkehr hatte interne Grabenkämpfe enthüllt, was das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Klimaforschung erschütterte. Die Wissenschaftler wurden allerdings vom Vorwurf des Betruges freigesprochen.

"Trotz detaillierter Erkundungen, die von Experten unterstützt wurden, können wir die Ermittlungen aufgrund ihrer Komplexität nicht fortsetzen", teilte die Polizei von Norfolk mit. Es gebe keine "realistische Perspektive, den Täter oder die Täter zu identifizieren". Verfahren wegen Computerkriminalität würden obligatorisch nach drei Jahren eingestellt.

Der E-Mail-Diebstahl sei raffiniert und sorgfältig vorbereitet worden. Die Täter hätten Methoden aus dem kriminellen Internetmilieu verwendet, die Ermittlungen schwer machten, erklärte die Polizei. Hinweise, dass Angehörige der Universität an der Tat beteiligt gewesen sein könnten, gebe es bislang nicht.

"Natürlich sind wir enttäuscht"

Wissenschaftler der geschädigten University of East Anglia zeigten sich betrübt: "Natürlich sind wir enttäuscht, dass die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnten", sagt Edward Acton, Vizekanzler der Universität. Er dankte der Polizei für ihren "ausdauernden Einsatz".

Phil Jones, der als Leiter der Klimaforschungsabteilung der University of East Anglia am meisten unter Druck geraten war, hofft, dass nun "ein Strich unter die anstrengenden Vorgänge" gezogen werde. Er bedankte sich insbesondere für die "persönliche Unterstützung", die ihm die Polizei gegeben habe.

Gleichwohl sei der Schaden, der angerichtet wurde, nicht behoben, sagt Acton: "Falschinformation und Verschwörungstheorien" aufgrund des E-Mail-Diebstahls hätten der Wahrnehmung der Öffentlichkeit über die Gefahren des Klimawandels geschadet.

boj

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insgesamt 3 Beiträge
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n+1 19.07.2012
1. Gewiss
ein harter Schlag für diese "Forscher" und "Wissenschaftler". Im schlimmsten Fall muss sogar die Apokalypse (Anstieg des Meeresspiegels um 0,5 oder 2 oder 20 Meter) auf unbestimmte Zeit verschoben werden.
maxibutz 19.07.2012
2. Michael Crichtons
.... "Welt in Angst" lässt grüssen. Man muss sich immer fragen: Wer profitiert von welchen Ängsten?
king_pakal 19.07.2012
3.
Zitat von maxibutz.... "Welt in Angst" lässt grüssen. Man muss sich immer fragen: Wer profitiert von welchen Ängsten?
Meistens ist derjenige der Profiteur, der die Ängste schürt.
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