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Gemeinsames Essen: Affen sind glücklicher, wenn die Familie versorgt ist

Zusammen isst es sich besser: Kapuzineraffen wollen nicht nur sich selbst, sondern auch Freunde und Familie gut verpflegt wissen - und zeigen auf diese Weise soziales Verhalten. Zu fremden Artgenossen sind sie weit weniger nett.

Geben ist für die Kapuzineraffen zwar nicht seliger als nehmen, aber fast. Denn offenbar geht es Tieren dieser Art besser, wenn nicht nur sie etwas zu fressen bekommen, sondern auch Familienmitglieder und Freunde mit versorgt werden. Das haben Forscher um Frans de Waal von der Emory University in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia herausgefunden, die bereits zahlreiche Experimente zum Sozialverhalten von Primaten durchgeführt haben.

Diesmal hatten sie Versuchstiere vor die Entscheidung gestellt, ob sie eine Futterprämie allein erhalten wollten oder ob auch ein zweiter Affe mit versorgt werden sollte. Wenn Familienmitglieder oder anderweitig nahestehende Tiere anwesend waren, hätten sich die getesteten Affen überdurchschnittlich oft für die "prosoziale" Verteilung entschieden, die auch dem anderen Affen Futter bescherte, berichten die Wissenschaftler im Magazin "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Die Forscher hatten acht Kapuzineraffenweibchen mit zwei Arten von Spielchips ausgestattet. Den einen Typ davon konnten sie gegen eine Apfelspalte für sich selbst eintauschen, für den anderen Typ erhielt auch ein zweiter Affe im Raum ein Leckerli. Den Forschern fiel auf, dass die Affen bei Anwesenheit von nahestehenden Tieren meistens die soziale Option wählten.

"Der Umstand, dass die Kapuzineraffen überwiegend die prosoziale Option gewählt haben, muss bedeuten, dass es sie glücklich macht und befriedigt, wenn auch ein anderer Affe etwas zu fressen bekommt", sagte de Waal. Eine Erklärung dafür könne sein, dass die Affen die Fähigkeit zur Empathie, also zum Mitfühlen mit sozial nahestehenden Individuen, haben. Möglicherweise sähen die Tiere ihren Freunden und ihrer Familie aber auch nur einfach gern beim Essen zu.

Bei unbekannten Affen setzten die Tiere jedenfalls auf eine komplett egoistische Strategie: Für die Fremden blieb der Futtertrog leer.

chs

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