Genanalyse bestätigt Wolf hat Schafe in Baden-Württemberg getötet

"Es war ein Bild des Grauens" - so hatte eine Augenzeugin die Szene beschrieben: Ein Wolf soll für den Tod von 40 Schafen im Schwarzwald verantwortlich sein, so die Vermutung. Jetzt zeigt sich, dass das tatsächlich stimmt.

Ein Wolf (in einem Tierpark in Sachsen-Anhalt, Januar 2018)
DPA

Ein Wolf (in einem Tierpark in Sachsen-Anhalt, Januar 2018)


Der Tod von mehr als 40 Schafen in Bad Wildbad (Baden-Württemberg) vor eineinhalb Wochen geht tatsächlich auf das Konto eines Wolfs. Wie das Landesumweltministerium mitteilte, hat das eine Genanalyse ergeben.

Demnach handelt es sich um das gleiche Raubtier, das schon im November erstmals drei Schafe bei Bad Wildbad getötet hatte. Der Wolf dürfte sich damit dauerhaft im Nordschwarzwald niedergelassen haben. Lebt ein Wolf sechs Monate in der gleichen Gegend, gilt er nicht mehr als durchziehender Gast. Bad Wildbad wird damit zum "Wolfsgebiet".

Der betroffene Schäfer sollte nun mit einer raschen Entschädigung rechnen können. Seine Herde war erst wenige Tage vor dem Vorfall Ende April vom Stall auf die abgezäunte Weide gekommen. "Es war ein Bild des Grauens", hatte Anette Wohlfarth, Geschäftsführerin des Landesschafzuchtverbands, die Situation nach dem Angriff beschrieben. Einen Großteil der betroffenen Tiere hatte der Wolf gerissen, weitere mussten wegen ihrer schweren Verletzungen getötet werden.

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40 Schafe tot: Angriff auf Herde

Die Tiere sind nach deutschem und europäischem Naturschutzrecht streng geschützt. Um Wölfe zur Jagd freizugeben, müsste die EU den Schutzstatus der Tiere ändern.

Nach dem Vorfall im Schwarzwald hatte Bundesagrarministerin Julia Klöckner Handlungsbedarf ausgemacht. "Wir müssen die Entwicklung der Wolfspopulation in Deutschland genauer beobachten", hatte die CDU-Politikerin den Zeitungen der "Funke Mediengruppe" gesagt. Dazu sei ein effektives Wolfsmanagement nötig, das zeige, wie sich die Wolfsbestände in den Regionen entwickeln. Auch der Abschuss von Wölfen soll laut Klöckner möglich sein. "Wo der gewünschte Erhaltungszustand des Wolfes erreicht ist, kann entsprechend reagiert werden", sagte die Ministerin.

Seit der Jahrtausendwende vermehren sich die Wölfe wieder in Deutschland, nachdem sie rund 150 Jahre hierzulande als ausgestorben galten. Die größten Populationen gibt es in Ostdeutschland und Niedersachsen.

Maßnahmen gegen die ungehinderte Ausbreitung hatten CDU, CSU und SPD auch in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben. "Im Umgang mit dem Wolf hat die Sicherheit der Menschen oberste Priorität", heißt es dort. Die EU-Kommission soll aufgefordert werden, "den Schutzstatus des Wolfs abhängig von seinem Erhaltungszustand zu überprüfen, um die notwendige Bestandsreduktion herbeiführen zu können". Zudem will der Bund mit Ländern und Wissenschaft Kriterien für einen möglichen Abschuss entwickeln.

chs/dpa



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