Gelbes Wunder Ertrag von Raps lässt sich noch deutlich steigern

Forscher haben das Erbgut von Raps entschlüsselt, schon heute Europas wichtigste Ölpflanze. In ihr steckt aber noch mehr Potenzial: Viele Genfunktionen sind mehrmals vorhanden, das mache vorteilhafte Mutationen für die Züchtung möglich.

Brassica Napus: Forscher entdecken die Genomvielfalt von Raps
INRA /Jean Weber

Brassica Napus: Forscher entdecken die Genomvielfalt von Raps


Im Frühsommer taucht er deutsche Landschaften in ein sattes Gelb: Brassica Napus, oder Raps bedeckt insgesamt rund 1,4 Millionen Hektar in Deutschland. Jetzt hat ein internationales Forscherteam dessen genetischen Bauplan entschlüsselt. Die Studie, die im Fachmagazin "Science" veröffentlicht wurde, zeigt eine enorme Vielfalt an Genen.

Raps gilt als vergleichsweise jung. Die Pflanze entstand erst vor 7500 Jahren aus einer zufälligen Artkreuzung zwischen Kohl- und Ölrübsenformen.

Mit rund 101.000 Genen besitzt die Pflanze viel mehr Gene als der Mensch, der weniger als 30.000 hat. Da beim Raps viele Genfunktionen aufgrund einer Genomdopplung mehrmals vorhanden sind, gebe es ein großes Potenzial zur Änderung und Anpassung durch vorteilhafte Mutationen, schreiben die Wissenschaftler um die Gießener Forscher Birgit Samans und Rod Snowdon, die an der Entschlüsselung beteiligt waren. Weitere Mutationen sollen unter anderem den Ertrag steigern.

Landwirtschaft beeinflusst Ausprägung der Gene

Der Anbau und die Züchtung durch den Menschen hätten laut der Autoren bereits entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung gehabt. So sei die Pflanze dadurch zum Beispiel resistenter gegen Krankheiten geworden. Außerdem beobachteten die Forscher, dass die Auswahl bestimmter Pflanzen in der Landwirtschaft die Ausprägung bestimmter Gene begünstigt hat: nämlich diejenigen für die Ölproduktion.

Auf der anderen Seite wurde zum Beispiel das Gen zurückgedrängt, das für die Produktion von Glucosinolaten zuständig war. Dieser Stoff macht Raps unter anderem ungeeignet als Tiernahrung - weil er Eier von damit gefütterten Hühnern nach Fisch schmecken lässt.

tst/ dpa



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