Genforschung: Erbgut des Apfels entziffert

Erneuter Erfolg in der Genomforschung: Forscher haben das Erbgut einer weit verbreiteten Apfelsorte gelesen. Es besteht demnach aus 742 Millionen Basenpaaren. Das Wissen könnte neue Apfelsorten ermöglichen, die widerstandsfähiger sind - und leckerer.

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Äpfel: 742 Millionen Basenpaare im Erbgut

Ein italienisch-amerikanisches Forscherteam hat das Erbgut des Apfels entziffert. Das Genom des Kulturapfels ist demnach etwa 742 Millionen Basenpaare lang. Basen sind quasi die Schrift des Erbguts, sie liefern die Informationen zum Aufbau eines Organismus. Zum Vergleich: Die DNA des Menschen hat etwa drei Milliarden genetische Bausteine.

Die Genforscher um den Italiener Riccardo Velasco stellen die Sequenz des Apfelerbguts nun im Fachblatt "Nature Genetics" vor. Sie hatten die Gen-Informationen der Sorte "Golden Delicious" zu rund vier Fünfteln entziffert. Sie meinen, "dass diese Daten eine nützliche Quelle für das Züchten besserer Apfelsorten sein könnten".

Von den Ergebnissen erhoffen sie sich beispielsweise krankheits- oder trockenheitsresistente Sorten - und auch schmackhaftere: So arbeiten die Wissenschaftler nach eigenen Angaben bereits an Geschmacksproblemen wie Bitterstellen in bestimmten Apfelsorten.

Von der Kulturfrucht, die vor etwa 4000 Jahren im Nahen Osten auftauchte, werden weltweit jährlich mehr als 60 Millionen Tonnen geerntet - das macht rund 8,5 Kilogramm pro Einwohner der Weltbevölkerung. Das Kernobst aus der Familie der Rosengewächse gilt als besonders gesundes Nahrungsmittel. Es ist Bestandteil uralter Mythen und Märchen, etwa in der Bibel.

Nun hat es eines seiner Geheimnisse preisgeben müssen - den Inhalt seines Erbguts. Dessen Bedeutung jedoch bleibt trotz der neuen Forschungsergebnisse weitgehend unbekannt: Wofür die 742 Millionen Basenpaare im Einzelnen stehen, muss noch erforscht werden.

Die Entzifferung des Apfel-Erbguts ist der zweite Erfolg der Genomforschung binnen weniger Tage: Gerade war es Wissenschaftlern gelungen, das Erbgut des Weizens fast vollständig zu sequenzieren - jetzt hoffen sie auf Fortschritte im Kampf gegen den Hunger.

boj/dpa

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