Grabenbrüche Potsdamer Forscher lösen Vulkanrätsel

An kontinentalen Grabenbrüchen befinden sich oft Vulkane. Häufig tritt Magma aber erst kilometerweit entfernt vom Graben an die Erdoberfläche. Forscher haben nun eine Erklärung für das Phänomen gefunden.

Grabenbruch (Zeichnung): Vulkane abseits der Magmaquellen
GFZ/ R. Milkereit

Grabenbruch (Zeichnung): Vulkane abseits der Magmaquellen


Hamburg - In einer Riftzone, einem sogenannten Grabenbruch, hat es das Magma nicht weit bis zur Erdoberfläche. Unter der ausgedünnten Erdkruste bricht häufig Magma hervor, Kontinentalplatten bewegen sich auseinander. Trotzdem brechen Vulkane nicht zwingend in dem Graben aus, sondern Dutzende Kilometer davon entfernt. Warum das so ist, war bislang unklar.

Wissenschaftler vom Helmholtz-Zentrum Potsdam glauben nun, eine Erklärung dafür gefunden zu haben. Im Graben selbst werde die Erdkruste ausgedünnt und dadurch gewichtsmäßig entlastet, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature Geoscience". Dadurch ändere sich das Spannungsmuster in der Erdkruste und es bildeten sich nicht senkrecht, sondern zur Seite schräg nach oben führende Magmakanäle.

Grabenbrüche gehören zu den wichtigsten tektonischen Erscheinungen unseres Planeten. Sie entstehen entweder durch Dehnung im Innern großer tektonischer Platten oder an Stellen, wo Platten auseinanderdriften. Beispiele sind der Ostafrikanische Graben, der Oberrheingraben und Island, wo eurasische und amerikanische Kontinentalplatten auseinanderlaufen.

Die Potsdamer Geoforscher haben die Bildung der Magmagänge an Grabenbrüchen am Computer simuliert. Dabei zeigte sich, dass auch in der Modellrechnung die schrägen Kanäle entstehen können. Die Modellrechnungen seien mit realen Daten unterfüttert worden, sagt Francesco Maccaferri: Das Modell zeige, dass Vulkanismus an Spreizungszonen auf zwei unterschiedliche Arten auftreten könne.

"Im Fall von flachen, breiten Grabenbrüchen tritt das Magma direkt oberhalb der tiefsitzenden Magmaquelle an der Erdoberfläche aus", erklärt der Potsdamer Forscher. Im Fall von tiefen, schmalen Grabenbrüchen trete das Magma hingegen außerhalb des Grabens und der Grabenschultern aus, der an der Erdoberfläche sichtbaren Kanten der tektonischen Platten. Die jetzt vorgelegten Ergebnisse ermöglichten einen neuen Ansatz zur Erforschung von Riftzonen.

hda



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insgesamt 2 Beiträge
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quark@mailinator.com 24.03.2014
1. ?
Sorry, aber die Erklärung sollte über die Orte und Richtungen der angreifenden Kräfte und Temperaturen sowie über die sich darunter ändernden Materialeigenschaften erfolgen, nicht einfach durch anschauen eines "mit realen Daten unterfütterten Computermodels", welches die postulierte Erklärung zeigen "kann" (also noch nicht mal immer klappt). Die ganze Beschreibung liest sich wie Rumgerate anhand zweifelhafter Experimentiererei, nicht wie ordentliche Wissenschaft.
druck_im_topf 24.03.2014
2. Simulationen sind ...
... in der Wissenschaft mittlerweile Gang und Gäbe und unterstützen die empirischen Ergebnisse der Forschung. Auch wenn es wie Rumgerate aussieht, sind durch entsprechende Modelle Lösungen möglich, die dann wiederum empirisch untersucht werden können ... z.B. theoretische Physiker verlassen sich auf die Mathematik und auch heutzutage bestätigen Messungen Einsteins Vorhersagen. Schönen Abend allen!
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