Von Axel Bojanowski
Eine "Rekordkälte" sahen Meteorologen vor einer Woche für dieses Wochenende voraus; großflächig wurde Frost prognostiziert. Doch es kam anders.
Wie üblich hatten die Experten Dutzende Computersimulationen laufen lassen, die meisten zeigten zu Beginn der Woche für den 2. und 3. Juni Temperaturen von um die null Grad. Einige wenige Simulationen indes sagten etwas anderes - sie sahen eine wärmere Witterung vorher. Doch die Wetterprognosen richten sich immer nach der Mehrheit der Ergebnisse.
Mittwoch änderten sich die Vorhersagen: Plötzlich zeigten auch die meisten anderen Simulationen einen rund fünf Grad wärmeren 2. Juni, die "Rekordkälte" wurde zurückgenommen. Donnerstag erhöhten die Meteorologen ihre Prognosen fürs Wochenende abermals, nun auf deutlich über zehn Grad.
Die Entwicklung zeigt, wie schwierig Wetterprognosen für mehrere Tage im Voraus trotz bester Computermodelle immer noch sind. Wie sich Luftmassen verändern, ist letztlich vom Zufall abhängig - kleine Verwirbelungen können sich zu mächtigen Luftströmungen entwickeln, oder sie verschwinden. Kein Supercomputer, kein Satellit kann die Luftbewegungen genau vorhersehen. Und selbst der Vergleich Dutzender Simulationen liefert - wie sich nun wieder gezeigt hat - nicht immer ein passendes Ergebnis.
Auch eine andere Prognose des Deutsche Wetterdienstes (DWD) von dieser Woche war bewusst gewagt: Bereits am Mittwoch, zwei Tage vor Ende des Monats, veröffentlichte der DWD seine Bilanz des Monatswetters. Medien verlangen offenbar nach Angaben zu Sonnenstunden und Regenmengen, um pünktlich zum Monatsabschluss berichten zu können. Dass sich die Zahlen in den letzten beiden Tagen des Mai noch veränderten, akzeptierten Journalisten anscheinend - hoffentlich tun es auch die Leser.
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