Von Axel Bojanowski
Vier Wochen kreuzten deutsche und französische Forscher mit dem Schiff "L'Atalante" über den Zentralpazifik. Dort hat sich Deutschland am Meeresboden zwischen Hawaii und Mexiko ein Lizenzgebiet zur Rohstofferkundung gesichert. Auf buckligem Gelände liegen dort Millionen kleiner dunkler Klumpen, auf denen die Hoffnung der Wirtschaft ruht: Die Manganknollen enthalten zahlreiche Metalle, etwa Kupfer, Eisen und Nickel.
Im deutschen Lizenzgebiet habe man nun ein Vorkommen an Manganknollen entdeckt, mit dem Deutschland seinen Bedarf an den begehrten Metallen auf lange Sicht decken könne, teilt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) nun mit. "Das sind etwa 110 Millionen Tonnen, damit wäre in Zukunft mehr als 40 Jahre Manganknollenbergbau in der Tiefsee möglich", sagte BGR-Expeditionsleiter Carsten Rühlemann.
Ähnliche Erfolgmeldungen gibt es seit den siebziger Jahren, als die ersten großen Metallvorkommen am Meeresboden geortet wurden. Der Start des Tiefseebergbaus stehe bevor, heißt es seitdem immer wieder. Doch es gibt ein Problem: Die Vorkommen liegen in 4000 bis 6000 Metern Tiefe; die Förderung wäre sehr teuer - wie teuer, ist unklar.
Deutschland hat nach Angaben der Bundesregierung bislang bereits 100 Millionen für ungefähr 90 Fahrten zur Erkundung der Tiefsee-Ressourcen ausgegeben. 2015 will die Regierung entscheiden, ob sie die Förderungsgenehmigung für ihr Lizenzgebiet beantragen will. Auch Japan, Norwegen und Südkorea erwägen den Abbau der Metallklumpen.
Die neuen Zahlen stimmen immerhin zuversichtlich: Mancherorts seien 30 Kilogramm Manganknollen pro Quadratmeter festgestellt worden, berichtet die BGR. Ab zehn Kilogramm auf dieser Fläche gilt der Abbau als möglicherweise wirtschaftlich. Wenigstens zwei Millionen Tonnen der Knollen müssen allerdings pro Jahr gefördert werden, damit es sich lohne, heißt es in den Fachkreisen der Bundesregierung.
Jedoch, so räumen die Experten ein: Noch gebe es keine nachweislich funktionierende Technologie für den Abbau - sondern lediglich Konzepte.
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