Geologie Erdbeben erschüttern Spitzbergen und Nevada

Norwegens bisher stärkstes Erdbeben hat die Inselgruppe Spitzbergen mächtig durchgerüttelt. Menschen kamen nach ersten Berichten allerdings nicht zu Schaden, als die Erde am frühen Donnerstagmorgen bebte. Auch der US-Bundesstaat Nevada wurde von einem Beben erschüttert.


Die Richterskala zeigte eine Stärke von 6,2 an: Der Erdstoß am frühen Morgen war Experten zufolge damit der heftigste, der seit Beginn der Aufzeichnungen vor rund hundert Jahren in Norwegen registriert wurde. Die Erschütterungen ließen sich sogar noch in Longyearbyen - dem größten Ort und dem Verwaltungszentrum Svalbards - spüren, obwohl sich das Epizentrum des Bebens gut 140 Kilometer südöstlich der Stadt befand. Svalbard bedeutet so etwas wie kalte Küste, bekannt ist es hierzulande unter dem Namen Spitzbergen.

Norwegen: Die Region Spitzbergen wurde am Morgen von einem schweren Erdbeben erschüttert
DDP

Norwegen: Die Region Spitzbergen wurde am Morgen von einem schweren Erdbeben erschüttert

Bewohner von Longyearbyen berichteten, dass alle Häuser vibriert hätten und schwere Möbelstücke durch die Wohnung gerutscht seien. Zu Schaden soll dort nach bisherigen Berichten niemand gekommen sein. Noch ist allerdings unklar, welche Schäden das Beben in einem von Russland betriebenen Kohlekraftwerk und der benachbarten Siedlung Barentsburg angerichtet hat.

Das Erdbeben entstand gut zehn Kilometer unter der Meeresoberfläche. Der Wissenschaftler Konrad Lindholm sagte zum norwegischen Rundfunk (NRK), dass so ein Beben eine humanitäre Katastrophe auslösen könne, wenn es an Land passiere.

Ein Beben der Stärke sechs lässt Risse in Wänden von Gebäuden entstehen und kann in dicht besiedelten Regionen schwere Schäden anrichten. Die arktische Svalbard-Inselgruppe - tausend Kilometer vom Nordpol entfernt - ist allerdings nur sehr dünn besiedelt.

Stärkere Erdbeben in Norwegen sind keine Rarität. Vor 30.000 und vor 8150 Jahren erschütterten sie die Küste zwischen Bergen und Trondheim. Erdmassen von der Größe Islands rutschten in das flache Wasser vor der Küstenregion und lösten Tsunamis in der Nordsee aus.

Auch der Norden des US-Wüstenstaates Nevada wurde am heutigen Donnerstag erschüttert. Nach Angaben des US-Erdbebeninformationszentrums in Washington hatte das Beben eine Stärke von 6,3. Das Epizentrum lag zehn Kilometer unter der Erdoberfläche und in nur 17 Kilometer Entfernung von dem Ort Wells. Die nächste Großstadt, Salt Lake City im benachbarten Utah, ist rund 240 Kilometer entfernt. Mindestens ein Gebäude wurde beschädigt.

nis/Reuters/dpa/AP/AFP



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