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Geruchssinn: Labrador erschnüffelt Darmkrebs

Ein Labrador aus Japan erkennt den Geruch des Tumors: In einem Test hat der Vierbeiner Darmkrebs im Frühstadium bei Menschen erschnüffelt - mit einer erstaunlich hohen Trefferquote. Doch ob sich diese Art der Frühdiagnose tatsächlich durchsetzen kann, ist fraglich.

Labrador-Rüde: Schnüffeln für die Krebsmedizin Zur Großansicht
dpa

Labrador-Rüde: Schnüffeln für die Krebsmedizin

Eines der größten Ziele im Kampf gegen Krebs heißt: Frühdiagnose. Je eher man bösartige Zellen im Körper erkennt, desto besser sind die Prognosen. Eine Reihe von Tests existiert bereits. Manche, so wie etwa der PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs, sind umstritten, andere eher ungewöhnlich: So gibt es beispielsweise Hunde, die den Krebs erschnüffeln können.

In letzter Zeit meldeten Forscher immer wieder Erfolge mit den Krebs-Schnüfflern. Jetzt berichten Wissenschaftler von der südjapanischen Universität Kyushu im Fachmagazin "Gut" von einem Labrador, der frühe Stadien von Darmkrebs erschnüffeln kann.

Die Ergebnisse legten nahe, dass bei bestimmten Krebsarten chemische Substanzen durch den menschlichen Körper zirkulieren, heißt es in der Studie. Diese Erkenntnis könne dabei helfen, Testverfahren zu entwickeln, mit denen Darmkrebs so früh diagnostiziert werden könne, dass er keine Chance zur Ausbreitung habe.

Die Wissenschaftler um Hideto Sonoda unterzogen einen speziell trainierten Labrador über mehrere Monate insgesamt 74 Schnüffeltests. In jeder Übung wurden dem Hund fünf Atem- oder Stuhlproben vorgelegt, von denen immer nur eine Krebsspuren enthielt.

Hohe Trefferquote

Die Proben stammten von 48 Menschen mit nachgewiesenem Darmkrebs sowie 258 Freiwilligen, die entweder keinen Darmkrebs hatten oder in der Vergangenheit an Krebs gelitten hatten. Der Hund fand mit einer Trefferquote von über 90 Prozent die belasteten Proben heraus, so die Forscher. Beim Erschnüffeln habe es den Labrador auch nicht gestört, wenn die Patienten Raucher gewesen seien oder andere Darmprobleme gehabt hätten. Die höchste Trefferquote habe das Tier bei Proben von Patienten erreicht, die sich im frühen Krebsstadium befunden hätten.

Nach Angaben der Forscher sind herkömmliche Bluttests von Stuhlproben zwar eine effiziente Methode, um Darmkrebs festzustellen. Doch im Frühstadium könne auf diese Weise nur in einem von zehn Fällen Krebs diagnostiziert werden. Erstmals hatte das Medizinjournal "The Lancet" 1989 über einen Hund berichtet, der ständig am Hautkrebs seiner Besitzerin geschnuppert habe.

Auf welche Substanzen die Vierbeiner reagieren, ist noch unklar. Dass sie sich wirklich zur Diagnose von Krebs eignen, lassen die bisherigen wissenschaftlichen Studien zwar vermuten. Ob sich aber ein solches Verfahren in der Praxis jemals durchsetzen wird, ist noch unklar. Das Problem: Die Tagesform der Tiere ist nicht immer die gleiche. Schwankungen in der Erkennung könnten möglicherweise auftreten, bemängeln Kritiker.

cib/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Bei Magenkrebs genauso
busoph 01.02.2011
Wer eine gute Nase hat, kann es selbst riechen: Vor- und Frühstadien von Magenkrebs haben einen ganz intensiven Geruch. Dazu braucht man keinen Labrador. Der Grund: Das gefährdete Gewebe (spätere oder bereits existierende Krebsgewebe) wird von den Abwehrzellen des Körpers "markiert". Es findet ein Kampf von Gesund gegen Krank statt. Das riecht man.
2. *gähn* eine 3000 Jahre alte medizinische Sensation...
numey 01.02.2011
Da ich mich erinnere, von einem solchen "Wunderhund" bei Diana Gabaldon gelesen zu haben, der angeblich bereits im 18. Jhdt in Frankreich erfolgreich Krankheiten erschnüffeln konnte, habe ich kurz gegoogelt und u.a. folgendes aus dem Jahr 2006 gefunden: "Den Chinesen war schon vor 3000 Jahren bekannt, dass Hunde mit ihren extrem empfindlichen Nasen Krankheiten beim Menschen erriechen können." Ferner ist in dem Artikel ausgerechnet von einem Labrador die Rede... Link: http://www.medizin.de/ratgeber/themen-a-z/k/krebs-allgemeines.html
3. Geruch
fledermob 01.02.2011
Zitat von busophWer eine gute Nase hat, kann es selbst riechen: Vor- und Frühstadien von Magenkrebs haben einen ganz intensiven Geruch. Dazu braucht man keinen Labrador. Der Grund: Das gefährdete Gewebe (spätere oder bereits existierende Krebsgewebe) wird von den Abwehrzellen des Körpers "markiert". Es findet ein Kampf von Gesund gegen Krank statt. Das riecht man.
Und nach welchen Geruch sollte man da Ausschau halten?
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