Gestiegene Population Südafrika will Elefantenjagd erlauben

Erstmals seit 1994 will Südafrika wieder das Abschießen überzähliger Elefanten in seinen Nationalparks zulassen. Begründung: Die starke Vermehrung der Tiere belastet das ökologische Gleichgewicht. Tierschützer wollen zu Tourismus-Boykotten aufrufen - etwa zur Fußball-WM 2010.


Die Ankündigung von Umweltminister Marthinus van Schalkwyk sorgte für Empörung bei Tierschützern: Am 1. Mai soll ein neuer Rahmenplan für den Umgang mit Elefanten in Kraft treten, der erstmals seit 1994 wieder das Jagen der mächtigen Säugetiere erlaubt. Hintergrund der angekündigten Maßnahme ist die starke Vermehrung der Elefantenherden im südlichen Afrika, die in ihrem angestammten Lebensraum auf Kosten anderer Arten zunehmend zur ökologischen Belastung werden.

Südafrikanischer Elefant: Freigegeben zum baldigen Abschuss?
AP

Südafrikanischer Elefant: Freigegeben zum baldigen Abschuss?

Die Regierung hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, dass das sogenannte Culling nur einen Teil des Managements der Elefantenherden darstelle und auch Umsiedlung, Geburtenkontrolle, die Ausweisung von Schutzzonen für andere Arten und größere Parks vorgesehen seien. Seit 2003 hatte die Regierung wiederholt in Experten-Konferenzen nach Alternativen gesucht, viele davon aber als zu aufwendig verworfen.

Südafrika hatte die Elefantenjagd nach weltweiten Protesten 1994 gestoppt. Damals gab es im Krüger-Nationalpark 8000 Elefanten, heute wird ihre Zahl auf 14.000 geschätzt. Rund 6000 weitere leben in anderen Reservaten Südafrikas. "Wir werden in bestimmten Teilen des Landes das Culling aufnehmen, aber es gibt keine Absicht für ein umfassendes Abschlachten", sagte van Schalkwyk.

Die Tierschutzgruppe Animal Rights Africa (Ara) hat bereits mit Protesten für den Fall gedroht, dass Südafrika das massenweise Abschlachten der grauen Riesen wieder aufnimmt. Dazu gehörten auch Aufrufe für einen Tourismus-Boykott in dem Gastland der Fußball-WM 2010. Der Internationale Tierschutzbund IFAW dagegen distanzierte sich von einem solchen Protest. "Wir sind traurig darüber, dass Elefanten wieder getötet werden sollen. Aber es ist im Rahmenplan lediglich als letzte Option vorgesehen", erklärte IFAW-Sprecherin Christina Pretorius. Ihre Organisation begrüße vor allem, dass die Regierung die kommerzielle Nutzung wilder Elefanten verbietet.

Das Elfenbein der getöteten Elefanten kann nach Auskunft eines Ministeriumssprechers nicht verkauft, soll aber eingelagert werden. Eine Verwertung des Fleisches sei nicht geplant. Die Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (Cites) hatte Südafrika, Namibia, Botswana und Simbabwe im vergangenen Juni erlaubt, Elfenbeinvorräte zu verkaufen, die sie bis 31. Januar 2007 angesammelt hatten - allerdings nur streng kontrolliert. Danach dürfen diese Länder neun Jahre keine neuen Ausnahmegenehmigungen vom Verbot des Elfenbeinhandels mehr beantragen.

hda/dpa



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