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Südafrika: Wilderer töten 277 Nashörner

Getötete Nashörner in Südafrika: Bereits 2013 starben 1004 Tiere Zur Großansicht
DPA

Getötete Nashörner in Südafrika: Bereits 2013 starben 1004 Tiere

Das Sterben der Nashörner in Südafrika geht weiter. Nach einem traurigen Tötungsrekord im Jahr 2013 legten Wilderer in diesem Jahr bislang 277 der Dickhäuter um. Eine engere Zusammenarbeit mit den Nachbarländern soll nun helfen, die Tiere zu schützen.

Hamburg - In Südafrika sind in diesem Jahr schon 277 Nashörner von Wilderern getötet worden. Das sei ein Anstieg um mehr als ein Drittel gegenüber dem Vorjahr, teilte das Umweltministerium des Landes am Mittwoch mit. Die Hälfte der Attacken auf die vom Aussterben bedrohten Tiere fand im Krüger-Nationalpark statt, wo in den ersten drei Monaten des Jahres 166 Nashörner erlegt wurden.

Oft töten die Wilderer die Tiere und lassen sie zurück, um nur mit den abgehackten Hörnern über die Grenze nach Mosambik zu flüchten. Nach "intensiven Verhandlungen" sei am Mittwoch eine Absichtserklärung mit Mosambik für eine engere Zusammenarbeit im Kampf gegen Wilderer unterzeichnet worden, erklärte das Umweltministerium.

Soldaten sollen Wildhüter unterstützen

Bereits 2013 wurden in Südafrika mehr als 1000 Nashörner gewildert. Grund für die steigende Zahl ist vor allem die Nachfrage in Asien nach den Hörnern, denen medizinische Wirkung nachgesagt wird. Wilderer machen enorme Gewinne mit dem Verkauf der Hörner der Tiere.

Hinter den einzelnen Tötungen stehen längst gut organisierte Banden, es gehe um Geschäfte im Wert von mehreren hundert Millionen Euro, berichtete Jason Bell, Südafrika-Direktor der Naturschutzorganisation IFAW, bereits im Januar.

Die Behörden im Krüger-Nationalpark, dem größten Wildschutzgebiet Südafrikas, setzen bereits vermehrt Soldaten ein, um die Wildhüter zu unterstützen - offenbar mit geringem Erfolg, wie sich jetzt zeigt.

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Afrika: Das blutige Geschäft der Wilderer

jme/AFP

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insgesamt 23 Beiträge
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1. Ach komm...
humpalumpa 10.04.2014
das ist ein Nationalpark! Wenn sie wollten, könnten sie die Wilderer da schon fernhalten. Vielleicht würde es ja helfen, die Wilderer halt mal nicht mehr mit Samthandschuhen anzufassen! Aber da haben wohl nur diejenigen Interesse dran, die von dem Gewinn nix abbekommen, was ich bei den Betreibern des Krüger-Nationalparks mittlerweile bezweifle. Schändlich
2. ideoten .. aber
mhwse 10.04.2014
ggf. würde es helfen die Wilderer für das Nichtöten zu zahlen .. und ggf. eine gezielte Nashornzucht zu betreiben um den Hornmarkt zu überfluten und damit die Preise zu zerstören. Ausserdem - könnte man nicht gefälschtes Nashornpulver (z.B. aus Tierhaar? - ggf. mit Nashorn DNA versehen, damit auch ggf. Gentests positiv wären ..) verkaufen um den Markt zu zerstören - anders als bei Drogen hat das Pulver ja keinerlei Wirkung (die Homöopathen seien auch hier nochmals herzlich gegrüßt) (ausser die sichere Ausrottung der Nashörnern..) und eine Massenproduktion wäre nach dem Gesetz möglich.
3. Tumbe Welt
taglöhner 10.04.2014
Ein Kilo Nashorn ist einfach brutal viel wert auf dem Schwarzmarkt. Ich hatte in einer zoologischen Sammlung öfter eins in der Hand. Als man mir beim ersten Mal sagte, was es wert sei, habe ich es vor Schreck fast fallengelassen. Auch dieser Kampf muss in den Abnehmerländern geführt werden. Am Walfang lernten wir, dass das nicht einfach ist. Wer meint, Aufklärung könne vom Aberglaube befreien, sollte sich mal hier im Forum unter dem Begriff Homöopathie umschauen.
4.
taglöhner 10.04.2014
Zitat von mhwseggf. würde es helfen die Wilderer für das Nichtöten zu zahlen .. und ggf. eine gezielte Nashornzucht zu betreiben um den Hornmarkt zu überfluten und damit die Preise zu zerstören. Ausserdem - könnte man nicht gefälschtes Nashornpulver (z.B. aus Tierhaar? - ggf. mit Nashorn DNA versehen, damit auch ggf. Gentests positiv wären ..) verkaufen um den Markt zu zerstören - anders als bei Drogen hat das Pulver ja keinerlei Wirkung (die Homöopathen seien auch hier nochmals herzlich gegrüßt) (ausser die sichere Ausrottung der Nashörnern..) und eine Massenproduktion wäre nach dem Gesetz möglich.
Ich garantiere Ihnen, dass ein zweistelliger Prozentsatz der Leserschaft hier schwach werden würde, wenn der Wert des Horns in einem ähnlichen Verhältnis zum ihrem Einkommen stünde wie zu dem der Wilderer vor Ort. Und gefälschte Ware ist natürlich bereits massig auf dem Markt. Auch hier bringt nur "zertifizierte" den vollen Preis. Eine vielversprechende Methode ist die Kontamination des Horns mit Giften.
5. Tcm
maipiu 10.04.2014
So lange in China und anderen asiatischen Ländern Männer meinen, ihren müden Familienschmuck mit Nashornpulver aufmuntern zu können und dafür ein Schweinegeld bezahlen, so lange wird kein Nashorn sicher sein. Nicht einmal ausgestopfte in Naturkundemuseen.
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Getötete Nashörner: Wilderei in Südafrika auf neuem Rekord


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