Giftige Eindringlinge Australier töten Tausende Aga-Kröten

Der Sonntag war ein schlechter Tag für die giftigen Aga-Kröten. In fünf australischen Gemeinden hatten Freiwillige Tausende der Tiere gefangen - um sie dann mit CO2 umzubringen. Tierschützer hatten nichts dagegen.


Die Aga-Kröten sind in Teilen Australiens eine regelrechte Landplage. Sie werden bis zu 20 Zentimeter groß, treten in Massen auf und fressen so ziemlich alles weg, was ihnen über den Weg läuft und in ihren Mund passt: Insekten, Frösche, kleine Reptilien, Säugetiere und sogar Vögel. Weil die Tiere immer größer werden, leiden sie neuerdings unter Rückenschmerzen.

Feinde besitzen sie keine - und sie sind in Australien nicht einmal heimisch. Sie wurden in den dreißiger Jahren importiert, um Käfer zu bekämpfen. Dumm nur, dass die Schädlinge fliegen konnten, die Kröten hingegen nicht. Aus den Hundert eingeführten Stück ist mittlerweile eine Population aus vielen Millionen Tieren entstanden, die das ökologische Gleichgewicht gefährdet.

Die Riesenkröten sind Überträger verschiedener Krankheiten, das von ihrer Haut abgegebene Gift kann Feinde töten. Für den Menschen ist das Gift nur gefährlich, wenn es verschluckt wird.

Im Kampf gegen die Tiere setzt Australien jetzt auch auf engagierte Zweibeiner. Am vergangenen Wochenende trafen sich in fünf Gemeinden von Queensland, dem Bundesstaat im Nordosten des Kontinents, Hunderte Freiwillige zum "Toad Day Out". Bei den makaber anmutenden Parties gab's Snacks und Getränke - nebenbei wurden Tausende Aga-Kröten begutachtet, die in der Nacht zuvor eingefangen worden waren.

Biologen prüften, dass auch keine anderen Kröten darunter waren. Dann wurden die Tiere getötet - entweder durch CO2 oder durch Schockgefrieren. Tierschützer von der Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals begrüßte die Aktion, weil die Tiere ohne Qualen sterben konnten.

In Townsville hatten 400 Menschen rund 3600 Kröten eingefangen. Die schwerste Kröte brachte mehr als 500 Gramm auf die Waage. Die Idee zum "Toad Day Out" stammt von Shane Knuth, einem Politiker der Liberal National Party (LNP). Er hatte auch eine Prämie für jede gefangene Aga-Kröte vorgeschlagen. Vor allem auf Weibchen haben es die Kröten-Fänger abgesehen: Ein Exemplar kann rund 20.000 Eier produzieren.

Knuth hofft, dass der "Toad Day Out" bald auch in ganz Australien Anhänger findet. "Das Beispiel zeigt, die der Kampf gegen die Kröten gewonnen werden kann."

Ähnliche Probleme mit einer eingeschleppten Art haben auch die Schotten. Dabei geht es jedoch nicht um Kröten, sondern um graue Eichhörnchen, die aus Nordamerika stammen. Sie konkurrieren mit den heimischen roten Eichhörnchen und übertragen ein gefährliches Pockenvirus, das ihnen selbst nicht gefährlich werden kann. Um die einheimischen Tiere zu schützen, bleibt Biologen auch hier als Maßnahme nur die Massenkeulung der Eindringlinge.

hda/AP



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