Asiatischer Marienkäfer Giftige Sporen vertreiben heimische Krabbler

Sie nutzen ein natürliches Waffenarsenal: Dank winziger Parasiten - und eines robusten Immunsystems - können sich Asiatische Marienkäfer immer weiter ausbreiten. Die europäische Verwandtschaft steht weit weniger gut da.

Asiatischer Marienkäfer: "Keine Möglichkeit, ihn wieder loszuwerden"
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Asiatischer Marienkäfer: "Keine Möglichkeit, ihn wieder loszuwerden"


Jena/Gießen - Der Asiatische Marienkäfer ist zu einem Problem geworden. Eigentlich wurde er geholt, um in Nordamerika und Europa Blattläuse zu vernichten. Doch der in China und Japan heimische Krabbler hat sich inzwischen so stark vermehrt, dass er einheimische Insekten verdrängt. Vielerorts ist er die häufigste Art Marienkäfer, zuerst in den USA, seit 2001 auch in Europa.

Im Verdrängungskampf helfen ihm gleich mehrere Vorteile: Das gelbliche bis fast schwarze Tier aus Asien verfügt über ein äußerst robustes Immunsystem. Außerdem sind winzige Sporen, die er ausscheidet, für die einheimischen Siebenpunkt-Marienkäfer tödlich, berichten Wissenschaftler aus Jena und Gießen in der Fachzeitschrift "Science".

Die Körperflüssigkeit des Asiatischen Marienkäfers enthält Mikrosporidien. Das sind winzige, pilzähnliche Einzeller, die Körperzellen ihres Wirts als Parasiten befallen können und ihn nachhaltig schädigen. Der asiatische Marienkäfer verfüge jedoch offenbar über eine Resistenz gegen diese Parasiten in seinem Körper. Gelangten sie aber in unsere einheimischen Marienkäfer, können diese daran sterben.

Mit den gefährlichen Sporen-Winzlingen können sich heimische rote Marienkäfer (Coccinella septempunctata) infizieren, weil sie die Eier und Larven ihrer Konkurrenten fressen. Das sei bei den räuberisch lebenden Käfern üblich, erläutern die Forscher. Auch das gegenseitige Verspeisen sei möglich.

Asiatischer Käfer wird zum Problem für Winzer

Die asiatischen Krabbler werden mancherorts durch massenhaftes Auftreten zur Plage und machten mittlerweile auch Winzern zu schaffen, schreiben die Wissenschaftler. Denn im Gegensatz zum heimischen "Glückskäfer" frisst die asiatische Variante auch Trauben. Gelangten die Tiere in größerer Zahl in die Maische, könne der Weingeschmack durch ihre chemischen Verteidigungssubstanzen leiden.

"In Deutschland ist der Asiatische Marienkäfer schon weitgehend flächendeckend vertreten", sagte der Biologe Heiko Vogel vom Jenaer Max-Planck-Institut für chemische Ökologie. Zusammen mit Wissenschaftlern der Universität Gießen hat er untersucht, warum die Asiatischen Marienkäfer (Harmonia axyridis) so erfolgreich als Invasoren sind. In Deutschland würden vor allem im Herbst große Schwärme auftreten. "Sie können sich zu Tausenden sammeln", berichtete Vogel.

Mancherorts würden die Käfer, die in ihrer Heimat in Höhlen überwinterten, versuchen, unter dunkle Dachvorsprünge von Häusern zu gelangen. "Das ist dann für die Hausbesitzer schon ein Problem." Zudem könnten bei manchen Menschen allergische Reaktionen auftreten.

"Ich sehe keine einfache Möglichkeit, die erfolgreichen Eindringlinge wieder loszuwerden", sagte Vogel. Ein Weg könnte sein, die für die heimischen roten Käfer tödlichen Parasiten auszurotten. "Das flächendeckend zu machen, kann ich mir fast nicht vorstellen", sagte der Jenaer Biologe.

nik/dpa



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insgesamt 18 Beiträge
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sandmann888 17.05.2013
1. Bio-Alptraum
tja, da wollten die Biofanatiker auf die "chemische" Keule verzichten und handeln sich jetzt den Bio-Alptraum ein. Weiter so - zurück ins Mittelalter, als es nur BIO gab und alles so gesund und bekömmlich war und der Mensch bereits mit ca. 40 Jahren den Löffel abgab - löst dann auch endlich das Über-Bevölkerungsproblem.
mischpot 17.05.2013
2. Den Europäischen Marienkäfer
gentechnisch verändern damit Ihm die Mikrosporidien nichts mehr anhaben können.
Meshada 17.05.2013
3.
Zitat von sandmann888tja, da wollten die Biofanatiker auf die "chemische" Keule verzichten und handeln sich jetzt den Bio-Alptraum ein. Weiter so - zurück ins Mittelalter, als es nur BIO gab und alles so gesund und bekömmlich war und der Mensch bereits mit ca. 40 Jahren den Löffel abgab - löst dann auch endlich das Über-Bevölkerungsproblem.
Da geht Ihnen wiedermal ihr krankhafter Hass auf alles Grüne mit Ihnen durch. Tatsächliche Grüne haben laufen speziell gegen diese Methode schon seit Jahren Sturm. Es handelt sich schließlich um eine spätmittelalterliche Methode, die Australien ziemlich ruiniert hat - nur ein Idiot führt fremde Arten für diese Zwecke ein. Getan wurde dies hauptsächlich von betrügerischen Firmen. Und wie in Australien auch stellt sich es als Wahnsinn heraus. Das kommt eben dabei heraus, wenn man für Profitgier und gegen echtes, lokales Bio ist. Es sind ja genau Leute wie Sie, wegen denen wir solche Probleme haben.
simplizisimus 17.05.2013
4. Obstfresser
Bei mir hat er letzen Sommer fast alle Äpfel eines Baumes vernichtet. Immer 4 - 6 Käfer hatten eine Höhle hieingefressen und der Apfel ist dann verfault. Habe bisher niemals etwas gespritzt. Dieses Jahr gibts bei mir kein "Bio" mehr !!!
temp1 17.05.2013
5. wenn Mensch glaubt zu verstehen wie Biologie funktioniert ...
wenn Mensch glaubt zu verstehen wie Biologie funktioniert, dann muß er offenbar IMMER erkennen, daß er doch nicht an alles gedacht hat. Und trotz diesen offensichtlichen Unvermögens bastelt er mit immer mächtigeren Werkzeugen an den Genen und kreiert neue Arten, die NUR Gutes mit sich bringen ..... denkt der Mensch .... bis er mal wieder merkt, "Mist, doch nicht an Alles gedacht" ... und Tschüß
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