Golf von Mexiko Küstenwache untersucht möglichen Ölteppich

Tauchen im Golf von Mexiko Ölteppiche vom Meeresgrund wieder auf? Berichten von Kapitänen in der Region zufolge sind Monate nach der "Deepwater Horizon"-Katastrophe wieder große Ölflächen auf dem Wasser zu sehen. Die US-Küstenwache geht den Berichten nun nach - betrachtet aber Algen als die Ursache der Verfärbungen.

Straße von Florida (Archivbild aus dem April 2010): Wieder Öl vor der Küste?
ESA

Straße von Florida (Archivbild aus dem April 2010): Wieder Öl vor der Küste?


New Orleans - Die Lokalzeitung "Times-Picayune" zitiert nicht namentlich genannte Kapitäne, die in der sogenannten West Bay "große Flächen von Öl" auf dem Wasser gesehen haben wollen. Diese Kapitäne seien an der immer noch andauernden Reinigungsmission beteiligt, mit der BP den Golf von Mexiko von den Überresten der "Deepwater Horizon"-Katastrophe befreien will.

Die US-Küstenwache lässt nun südlich von New Orleans mehrere großflächige Verfärbungen im Wasser untersuchen, bei denen es sich in mindestens einem Fall um einen Ölteppich handeln könnte. Es wird vermutet, dass das Öl noch aus dem lecken Bohrloch im Golf von Mexiko stammt, aus dem über Wochen Öl ins Meer geströmt ist. Die Küstenwache schickte Flugzeuge und Boote in das Gebiet.

Der "Times-Picayune" zufolge hat ein Sprecher der Küstenwache mittlerweile jedoch erklärt, es handele sich bei den bislang genommenen Proben augenscheinlich um Algenblüten. Solche rötlich gefärbten Algenblüten sind dem Bericht zufolge im Flussdelta des Mississippi und an zwei anderen Stellen entdeckt worden. Einer der von der Zeitung zitierten Kapitäne bleibt jedoch skeptisch. Er habe noch nie "Algen gesehen, die orange aussahen, klebrig waren, wie Öl rochen und so am Boot festklebten, dass man sie mit Lösungsmitteln entfernen musste", sagte er dem Blatt zufolge. Er kündigte auch an, man werde eigene Proben zur Untersuchung einschicken.

Die von der Küstenwache genommenen Proben sollen nun abschließend klären, was die genaue Ursache der Verfärbungen ist, sagte ein Sprecher. Die US-Behörden haben versichert, dass das meiste Öl, das im Golf von Mexiko ausgeströmt ist, inzwischen wieder verschwunden sei. Einige Forscher vermuten aber, dass es weiter größere Mengen Öl im Meer gibt, vor allem unter der Wasseroberfläche und auch am Boden, wo es Meerestiere, die am Anfang der Nahrungskette stehen, schädigen könnte.

cis/dapd



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