Golf von Mexiko Ölpest hat bedrohten Thunfisch massiv getroffen

Die Ölpest im Golf von Mexiko hat den ohnehin schon bedrohten Roten Thun offenbar massiv geschädigt. Berechnungen der europäischen Weltraumorganisation Esa zeigen, dass der Untergang der Plattform "Deepwater Horizon" die Tiere ausgerechnet beim Laichen getroffen hat.

WWF-Canon / Hélène PETIT

Den Raubfischen geht es schlecht, und das seit Jahren schon. Wegen massiver Überfischung steht der Rote Thun, manchmal auch Blauflossen-Thunfisch genannt, am Rande der Ausrottung. Sein Status auf der Roten Liste der Internationalen Naturschutzunion IUCN hat ihm bislang wenig geholfen: Die Staaten der Welt konnten sich auf der Artenschutz-Konferenz in Doha in diesem Frühjahr noch nicht einmal auf einen Handelsstopp einigen. Schuld daran war vor allem die Sushi-Nation Japan.

Neue Untersuchungen belegen nun, dass der Rote Thun durch die Ölpest im Golf von Mexiko weiter geschädigt wurde. Die Laichgründe der westatlantischen Population der bis zu 300 Kilogramm schweren Tiere liegen zum Teil in dem betroffenen Gebiet. Satellitenaufnahmen und Modellrechnungen der Europäischen Weltraumorganisation Esa zeigen jetzt, dass der Untergang der Ölplattform "Deepwater Horizon" eines von zwei bevorzugten Laichgebieten der Population in Mitleidenschaft gezogen hat.

Die Fische kommen jedes Jahr zwischen Januar und Juni in den Golf, um sich fortzupflanzen. Ein einzelnes Weibchen gibt dabei bis zu 40 Millionen Eier ab, die nur rund einen Millimeter groß sind und nahe der Wasseroberfläche schwimmen. Dort werden sie dann von den Männchen befruchtet. Die Larven ernähren sich unmittelbar unter der Wasseroberfläche.

Zahl der Jungtiere stark gesunken

Dass Öl den Eiern, Larven und ausgewachsenen Fischen schweren Schaden zufügen kann, liegt auf der Hand. Auch die nach dem Unglück zur Auflösung des ausgetretenen Öls verwendeten Chemikalien könnten negative Folgen haben. Die Menge der laichenden Tiere ist in den vergangenen 30 Jahren ohnehin bereits um 82 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der jungen Thunfische in dem betroffenen Laichgebiet sei nun um weitere 20 Prozent gesunken, berichtet die Esa.

Satellitenbilder zeigen, dass die Thunfisch-Habitate im nordöstlichen Teil des Golfs von der massiven Umweltverschmutzung betroffen waren. Die nordwestlich gelegenen Regionen blieben hingegen weitgehend verschont. Die Forscher hatten auf wöchentlich aktualisierten Karten die Ausbreitung des ausgetretenen Öls mit den Grenzen der Laichgebiete abgeglichen. Zuvor hatten sie im Rahmen des "Tag a Giant"-Programmes einzelne Tiere mit einem Sender ausgestattet und so deren Aufenthaltsorte herausbekommen, wie es im Mai im Wissenschaftsmagazin "PLoS One" hieß.

Umweltorganisationen wie das Center for Biological Diversity in Tucson (US-Bundesstaat Arizona) hatten sich nach dem Ölunglück bereits dafür eingesetzt, den Roten Thun in den USA als gefährdete Tierart einzustufen. Das aber würde Jahre in Anspruch nehmen. Zudem gibt es neben den Spätfolgen des "Deepwater Horizon"-Unglücks eine weitere Bedrohung für die verbliebenen Tiere im Golf von Mexiko: die Fischerei. Offiziell darf in der Region zwar kein Roter Thun mehr gefangen werden. Doch immer wieder landen Exemplare im Netz - als Beifang bei der Jagd auf den Gelbflossen-Thun.

chs



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
nitram1 19.10.2010
1. Den pegel der Hysterie hochhalten!
Mit den tausenden Pseudoinstituten und ihren abgestimmten Katastrophenmeldungen hält man die Hysterie der Gutmenschen immer auf hohem Niveau! Es lebe der anthropogene Weltuntergang!
Redigel 19.10.2010
2. Dr.
Zitat von nitram1Mit den tausenden Pseudoinstituten und ihren abgestimmten Katastrophenmeldungen hält man die Hysterie der Gutmenschen immer auf hohem Niveau! Es lebe der anthropogene Weltuntergang!
Wenn sie glauben, dass vom Aussterben bedrohte Tierarten eine Verschwörungstheorie ist, dann sind sie gelinde gesagt naiv. Was Sie hier vom besten geben, behaupten ja nicht einmal Fischer, um deren tägliche Arbeit es hier geht...
RogerT 19.10.2010
3. ein Beitrag den die Welt nicht braucht
Zitat von nitram1Mit den tausenden Pseudoinstituten und ihren abgestimmten Katastrophenmeldungen hält man die Hysterie der Gutmenschen immer auf hohem Niveau! Es lebe der anthropogene Weltuntergang!
Wieder so ein Beitrag, den die Welt nicht braucht. Inhaltlich absolut null, nichts zum Thema beigetragen, Hauptsache irgendetwas abgesondert...
freqnasty, 19.10.2010
4. ...
mein auto fährt auch ohne fisch, kein problem. außer den japanern hat doch ohnehin niemand mehr roten thun zu gesicht bekommen, so what? drill, baby drill!
festuca 19.10.2010
5. Bodenlose Ignoranz
Zitat von nitram1Mit den tausenden Pseudoinstituten und ihren abgestimmten Katastrophenmeldungen hält man die Hysterie der Gutmenschen immer auf hohem Niveau! Es lebe der anthropogene Weltuntergang!
Wirklich toll! Nach uns die Sintflut. Thunfisch gibt es im Supermarkt, Nashörner im Zoo und Strom kommt bekanntlich aus der Steckdose.
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