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Golf von Mexiko Sturm verzögert Kampf gegen die Ölpest

Heraufziehender Sturm im Golf von Mexiko (21. Juli): Ölpestbekämpfung verzögert sichZur Großansicht
AFP

Heraufziehender Sturm im Golf von Mexiko (21. Juli): Ölpestbekämpfung verzögert sich

Ernüchterung am Golf von Mexiko: Ein Unwetter zieht auf, die Arbeiten zur Eindämmung der Ölpest wurden gestoppt. Womöglich muss BP sogar den Verschluss des Lecks wieder öffnen - das Öl würde dann wieder ungehindert ins Meer strömen.

Washington - Ein aufziehender Sturm hat den Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko ins Stocken gebracht. BP unterbrach die Entlastungsbohrung zum Ursprung der Ölquelle, durch die das Leck versiegelt werden soll. Man müsse vorbereitet sein, die Region im Falle eines Unwetters rasch verlassen zu können, sagte BP-Manager Kent Wells. Daher seien die Arbeiten angehalten worden.

Auch die Verschlusskappe, mit deren Hilfe das Ölleck vor einigen Tagen vorläufig geschlossen werden konnte, muss möglicherweise wieder geöffnet werden. Das gelte für den Fall, dass BP wegen des Sturms die Lage am defekten Bohrloch nicht mehr unter Beobachtung halten könne, erklärte Thad Allen, der Sonderbeauftragte der US-Regierung. In einem solchen Szenario flösse dann erneut tagelang Öl ins Meer.

Die Entlasgungsbohrung soll dazu dienen, Schlamm und Zement in die defekte Quelle leiten zu können. Laut Wells könnte sie in wenigen Tagen abgeschlossen sein. Der Zeitplan von BP sieht vor, die Ölquelle bis Mitte August auf diese Weise zu versiegeln.

Eine weitere Maßnahme könnte der Entlastungsbohrung aber zuvorkommen. Bei der "Static Kill" genannten Operation soll schwerer Schlamm durch die Ventile des Abdeckzylinders gepumpt werden, der seit vergangenem Donnerstag das Loch verschließt. Die Operation wird bereits vorbereitet. Ob tatsächlich ein Anlauf unternommen wird, müsse aber die Einsatzleitung der Regierung entscheiden, sagt Wells. Er rechne bis Donnerstag mit einer Entscheidung.

Doch der Zeitplan wird sich nun verschieben. Nach Angaben des Nationalen Hurrikan-Zentrums könnte sich bis Freitag ein Unwetter über der Karibik zu einem tropischen Zyklon entwickeln - und nach Nordwesten ziehen, in Richtung der vom Öl betroffenen Küste. Eventuell müsste deswegen auch die Säuberungsaktion auf dem Meer unterbrochen werden, sagte Allen. Das Unwetter drohe die Arbeiten 10 bis 14 Tage zurückzuwerfen.

Kapitäne zurück in die Häfen geschickt

Kapitäne von Booten, die BP zum Abschöpfen des Öls angeheuert hatte, wurden wegen des nahenden Sturms zurück in die Häfen geschickt, wie der Präsident der Fischervereinigung Orange Beach in Alabama sagte. In Florida entfernten Arbeiter Ölsperren aus dem Wasser, da sie vom Wind in sensible Feuchtgebiete getrieben werden könnten.

Bereits Ende Juni hatte der Tropensturm "Alex" die Helfer gezwungen, ihre Arbeit zu unterbrechen. Das Unwetter zog dann aber über die mexikanische Halbinsel Yucatán und weiter nach Westen, so dass der Kampf gegen die Ölpest rasch wieder aufgenommen werden konnte.

Unterdessen einigten sich nun vier Ölkonzerne auf die Bildung eines neuen Unternehmens zur Bekämpfung von Öllecks bei Unterwasserbohrungen. Dafür wollen sie insgesamt eine Milliarde Dollar (780 Millionen Euro) bereitstellen. Mit dem Geld soll unter anderem ein System gebaut werden, das bis zu 13.600 Tonnen Öl aus einer defekten Quelle abfangen kann, bevor es ins Meer gelangt, berichtet die "New York Times". Es soll in bis zu 3000 Metern Tiefe funktionieren. Aus der lecken BP-Quelle in 1500 Metern Meerestiefe strömten bis zu ihrem Verschluss mit dem Deckel bis zu 8200 Tonnen Öl täglich ins Meer.

Nach Angaben des American Petroleum Institute soll die neue Firma innerhalb von 24 Stunden nach einem Zwischenfall einsatzbereit sein. BP gehört nicht zu den beteiligten Unternehmen. An dem Vorhaben beteiligten sich die Konzerne Exxon, Chevron, ConocoPhillips und Shell.

boj/dpa/APD/AFP

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