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Forscher mahnen Regierung: Das Great Barrier Reef stirbt einen langsamen Tod

Naturwunder Great Barrier Reef: Geplante Schutzmaßnahmen reichen nicht aus Zur Großansicht
REUTERS/University of Queensland

Naturwunder Great Barrier Reef: Geplante Schutzmaßnahmen reichen nicht aus

Die Pläne der australischen Regierung zur Rettung des Great Barrier Reef sind unzureichend, kritisieren Wissenschaftler. Die Vorgaben verhinderten nicht einmal das langsame Absterben des Weltnaturerbes.

Die Kritik ist deutlich: Führende Wissenschaftler nennen die Maßnahmen, die die australische Regierung zum Schutz des Great Barrier Reef umsetzen will, ungenügend - der Niedergang des Naturwunders ließe sich dadurch nicht aufhalten. Die australische Akademie der Wissenschaften erklärte am Dienstag, die Pläne der Regierung berücksichtigten weder die Auswirkungen des Klimawandels, noch gäben sie eine Antwort auf die Probleme der Wasserqualität, der Küstenentwicklung und der Fischerei.

Der australische Umweltminister Greg Hunt hatte im September den "Riff 2050 Langzeit-Nachhaltigkeitsplan" vorgelegt. Er sieht unter anderem ein Verbot zur Entwicklung neuer Häfen im Fitzroy Delta, in der Keppel Bay und auf der Insel Curtis im Bundesstaat Queensland vor. Für zehn Jahre sollen zudem in und um das Korallenriff keine Aushubarbeiten für neue Häfen oder zum Ausbau bestehender Häfen vorgenommen werden dürfen. Allerdings sind Ausnahmen für als wichtig eingestufte Entwicklungsprojekte vorgesehen, was bereits den Protest australischer Umweltorganisationen hervorrief.

Terry Hugues, Mitglied der Akademie der Wissenschaft, sagte, es sei längst ein Fakt, dass das Korallenriff derzeit langsam absterbe. Das Maßnahmenpaket der Regierung sei nur darauf ausgerichtet, kurzfristig die Unesco zu besänftigen. Diese hatte Australien vor kurzem dazu gedrängt, bis zum 1. Februar 2015 einen Bericht über Schutzmaßnahmen für das Korallenriff vorzulegen. Die Organisation der Vereinten Nationen drohte, das Weltnaturerbe andernfalls als "gefährdet" einzustufen.

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Great Barrier Reef: Sorge ums Weltnaturerbe
Verschmutzung durch Landwirtschaft eindämmen

Hugues zufolge fehlen ausreichende Schritte, um die Meeresverschmutzung durch die Landwirtschaft zu verringern. Er verwies auf Baggerarbeiten für Kohlehäfen und die Pläne der Regierung des Bundesstaats Queensland, die Landwirtschaftsproduktion bis 2040 zu verdoppeln.

Das Überleben des Riffs hänge davon ab, ob die Umweltverschmutzung eingedämmt werde. Nötig sei also die Einschränkung der Fischerei und die Reduzierung der Kohleemissionen aus fossilen Brennstoffen.

Das Great Barrier Reef ist nicht nur Heimat vieler seltener Tier- und Pflanzenarten, sondern auch entscheidend für das Ökosystems der Meere. Seit Jahren schrumpft das Korallenriff in Folge des Klimawandels sowie von Wasserverschmutzung, der Hafenwirtschaft und der Fischerei. Zusätzlich wird das Riff durch eine Plage von Dornenkronenseesternen belastet, die sich von Korallen ernähren.

nik/afp

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insgesamt 6 Beiträge
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1.
xxbigj 28.10.2014
Dank der vielen Menschen die den Klimawandel bestreiten und den unverantwortlichen Konzernen/Industrie die seit Jahrzehnten unsere Erde zerstört haben, würde ich mittlerweile sagen, dass es egal ist was wir machen, man kann den Schaden vielleicht noch begrenzen, aber die Folgen werden nachfolgende Generation ausbaden (im warsten Sinne) müssen. Aber die sollen dann auch wissen wieso das passiert ist. Wegen Menschen denen es egal war was mit unserer Umwelt passiert. Von der Politik hin bis zu deren Unterstüzer. Wir wissen alle wen ich meine!
2. Das Barrier Reef als typische Beispiel, dass es nichts mit Klimawandel...
lupenreinerdemokrat 28.10.2014
... zu tun hat, wenn es stirbt. Wie wissenschaftliche Studien ergeben haben, liegt das Problem des Great Barrier Reef klar am Eintrag von durch Landwirtschaft und Kohleindustrie erzeugten Verunreinigungen ins Meer vor der ostaustralischen Küste. Wenn die Klimaerwärmung oder die Versauerung der Meere hier einen Anteil hat, dann ist dieser verschwindend gering. Daher haben die australischen Umweltverbände begriffen, wo der Hebel für den Schutz des GBR zu anzusetzen ist: bei der Verringerung der Meeresverschmutzung durch Landwirtschaft und Kohlebergbau in der Küstenregion Ostaustraliens!
3.
andihh75 28.10.2014
Der Industrie werden schon neue Wege einfallen wie man die Natur weiterhin mit dem belasten kann was beim Abbau von Kohle oder der industriellen Landwirtschaft an Schädlichem entsteht! Ich kann gar nicht so viel essen wie ich kotzen könnte wenn ich an die sogenannten Multis und das was sie tun denke!
4. Konservativ
never-stop 28.10.2014
Die aktuelle Regierung in Australien gehört zum "konservativen" Lager. Was diese Fraktionen, zu den auch unsere "christlichen " Parteien gehören eigentlich konservieren, habe ich mich schon immer gefragt. Die Schöpfung jedenfalls nicht. Eher die Profite von Konzernen, und sture Unbelehrbarkeit.
5. Das kann ich bestätigen.
kobmicha 28.10.2014
Ich war als Sporttaucher 1992 und 1998 sowie 2007 und 20013 am Great Barrier Reef zum jeweils zweiwöchigem Tauchen auf Tauchbooten. Es war für mich als nicht Meeresbiologe klar zu erkennen das es ganz rasant abwärts geht. Die Korallen werden zunehmend weniger und farbloser. Die Fische sind auf ein Minumum reduziert. Die Sicht ist teiweise sehr schlecht.. Und und und. Es ist auch ohne Messgeräte und Fachwissen ein ganz erheblicher Verfall zu beobachten und eingetreten. Schade... schade.
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