Kanadas Regenwald "Riesiger Erfolg für internationalen Waldschutz"

Die Bäume aus Kanadas Küsten-Regenwald sind gefragter Rohstoff der Industrie. Nach jahrelangem Kampf erreichten Umweltschützer nun ein erstaunlich umfangreiches Schutzabkommen.

Oliver Salge / Greenpeace

Der einst stark von Abholzung bedrohte Great-Bear-Regenwald an der kanadischen Pazifikküste ist künftig zum größten Teil vor Zerstörung geschützt. Die Provinzregierung von British Columbia gab am Montagabend einen umfassenden Schutzplan bekannt, den nach zehnjährigen Verhandlungen auch indigene Gemeinschaften, Umweltschutzorganisationen und Forstunternehmen unterzeichneten.

Das Waldgebiet von der Größe Belgiens erstreckt sich über 3,6 Millionen Hektar bis nach Alaska und ist für seinen Reichtum an Pflanzen und Tieren bekannt.

Auf 85 Prozent des Gebiets wird es gemäß der jetzt erzielten Einigung keinen industriellen Holzeinschlag mehr geben. Die übrigen 15 Prozent stehen der örtlichen Forstwirtschaft offen, unterliegen jedoch strengen Auflagen für kommerziellen Holzeinschlag.

Lebensraum von Grizzly-Bären, Seeadlern, Wölfen

Umweltschützer aus verschiedenen Ländern hatten seit den Neunzigerjahren zusammen mit der indigenen Bevölkerung den Einschlag in diesem Gebiet durch ihre Protestaktionen verzögert. Nach ihren Angaben wurden die Regenwälder an der kanadischen Westküste - die letzten nördlichen Regenwälder der Erde - seit Jahren kahlgeschlagen.

Mit den Bäumen verschwinde der Lebensraum von Grizzly-Bären, Seeadlern, Wölfen, Kermode-Bären und zahllosen anderen Tierarten. Die Regenwälder wurden demnach zu Schnittholz-, Papier- und Chemiezellstoff verarbeitet.

Für die Umweltschutzorganisation Greenpeace ist die Einigung ein "riesiger Erfolg für den Great-Bear-Regenwald und für den internationalen Waldschutz". Bereits 2006 und 2009 seien durch die weltweiten Proteste erste Schutzmaßnahmen erwirkt worden.

Die Greenpeace-Waldexpertin Sandra Hieke nannte das Abkommen "beispielgebend für Waldschutz, die Berücksichtigung der Rechte der indigenen Bevölkerung und den Kampf gegen den Klimawandel".

Jahrhundertbilanz

boj/AFP



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insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
armin_steiner 02.02.2016
1. Super!
Das ist doch mal eine gute Nachricht bitte mehr davon :-)
20InchMovement 02.02.2016
2. Good news
Schön zu lesen, dass es in der, glaubt man den Medien, schlechten Welt, auch solche Lichtblicke gibt. Interessant ist, dass Kanada es scheinbar schafft, so ein Vertrag aufzusetzen und vermutlich auch zu halten, während, bspw. Südamerika und Afrika, gegen ganze Horden Wilderer ankämpfen müssen. Wobei diese nicht selten gar nicht aus demselbigen Land kommen.
WwdW 02.02.2016
3. Abwarten was am Ende daraus wird.
Ich spiele mal Pessimist. Die Industrie gibt sich normalerweise nicht so schnell geschlagen. Am Ende bekommen die alles zerredet und am Ende zerstört. Schön wäre es aber, wenn es nicht so kommt!
Untertan 2.0 02.02.2016
4.
Zitat von 20InchMovementSchön zu lesen, dass es in der, glaubt man den Medien, schlechten Welt, auch solche Lichtblicke gibt. Interessant ist, dass Kanada es scheinbar schafft, so ein Vertrag aufzusetzen und vermutlich auch zu halten, während, bspw. Südamerika und Afrika, gegen ganze Horden Wilderer ankämpfen müssen. Wobei diese nicht selten gar nicht aus demselbigen Land kommen.
Ein afrikanisches Land gilt ja inzwischen schon als Vorbild, wenn dort kein Bürgerkrieg herrscht. Von guter Staatsführung ist der Kontinent aber noch weit entfernt. Was Südamerika angeht: ja, da wäre mehr möglich...
julrob 02.02.2016
5. endlich mal gute Nachrichten!!!
Freut mich, weiter so!!
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