Grimsvötn: Vulkan auf Island ausgebrochen

Gut ein Jahr nach dem Ausbruch des Eyjafjallajökull kommt es auf der größten Vulkaninsel der Welt wieder zu einer Eruption: Jetzt steigt über dem Grimsvötn Rauch auf - er ist der aktivste Vulkan Islands. Ein Flugchaos wie im letzten Frühjahr erwarten die Experten allerdings nicht.

Rauchwolken über dem Grimsvötn: Eruption "überfällig"Zur Großansicht
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Rauchwolken über dem Grimsvötn: Eruption "überfällig"

Reykjavik - Auf Island ist am Samstag nach Angaben des Meteorologischen Dienstes der aktivste Vulkan der Insel ausgebrochen. Die Eruption des Grimsvötntn wurde von mehreren kleineren Erdbeben begleitet, wie der isländische Wetterdienst am Abend mitteilte. Ein Augenzeuge berichtete von einer riesigen weißen Rauchwolke über dem Vulkan, die kilometerweit zu sehen gewesen sei.

Über die Auswirkungen war vorerst nichts bekannt, ein Flugzeug sei unterwegs zum Gletscher. Wie dramatisch die Folgen des Grimsvötn-Ausbruchs sind, hängt unter anderem davon ab, wie lang die Eruption andauert und wie hoch die Aschewolken in die Luft geschleudert werden. Auch die Windrichtung spielt eine Rolle. Auf Island kommt es häufig zu Vulkanausbrüchen, die zu Schmelzwasserfluten führen können. Menschen kommen selten zu Schaden.

Experten hatten einen weiteren Ausbruch des Grimsvötn erwartet. Dem Würzburger Geophysiker Bernd Zimanowski zufolge war eine Eruption des Vulkans "überfällig". Laut Meteorologen brach der Grimsvötn, der unter dem Vatnajöküll-Gletscher liegt, zum letzten Mal im Jahr 2004 aus. Davor gab es in den Jahren 1998, 1995 und 1993. Damals dauerten die Eruptionen zwischen einem Tag und mehreren Wochen.

Isländische Experten gehen aber noch davon aus, dass die Eruption kein Reisechaos wie nach dem Ausbruch des Eyjafjallajökull im vergangenen Frühjahr zur Folge hat. Die ausgestoßene Asche hatte Mitte April 2010 in weiten Teilen Europas zu Sperrungen des Luftraums geführt.

"Wenn der Wind ungünstig steht, gibt es denselben Zirkus wieder"

Damals wurde der Flugverkehr für knapp eine Woche lahmgelegt, was chaotische Zustände im internationalen Flugverkehr nach sich zog. Schätzungsweise zehn Millionen Flugpassagiere weltweit waren davon betroffen, die Airlines protestierten gegen das aus ihrer Sicht übertriebene Flugverbot.

Andere Krisenmanager sind da nicht so optimistisch: Anhand einer Simulation hat die Europäische Union kürzlich getestet, ob sich ein Chaos wie 2010 wiederholten könnte. Im Rahmen dieses Planspiels ließen die Forscher den Grimsvötn aber nur virtuelles Feuer spucken. Die Ergebnisse sollen erst im Juni präsentiert werden. Allerdings warnte Forscher Zimanowski bereits: "Wenn der Wind ungünstig steht, gibt es denselben Zirkus wieder."

Aber den Experten bereitet noch etwas anderes Sorge: Über einen Riss in der Erdkruste steht der Grimsvötn mit dem Vulkan Laki in Verbindung. Der Laki produzierte zwischen 1783 und 1784 die weltweit größte Lava-Eruption der vergangenen Jahrtausende. Hungersnöte in Europa waren die Folge; sogar der Nil trocknete aus. In Island verhungerte ein Fünftel der Bevölkerung. Die Magmavorräte von Laki und Grimsvötn könnten in Verbindung stehen, vermuten Vulkanologen. Möglicherweise könnte ein Ausbruch des Grimsvötn den Laki aufwecken.

lgr/dapd/AP/Reuters

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insgesamt 39 Beiträge
Hador 21.05.2011
Der Grimsvötn bricht mit schöner Regelmäßigkeit alle paar Jahre wieder aus. Genau EINMAL kam es dabei auch zu einem Ausbruch des Laki, nämlich im Jahre 1783. Der Laki KANN also gleichzeitig mit dem Grimsvötn ausbrechen, tut es [...]
Der Grimsvötn bricht mit schöner Regelmäßigkeit alle paar Jahre wieder aus. Genau EINMAL kam es dabei auch zu einem Ausbruch des Laki, nämlich im Jahre 1783. Der Laki KANN also gleichzeitig mit dem Grimsvötn ausbrechen, tut es aber anscheinend nur sehr selten. Wenn jetzt also mal wieder von möglichen vulkanischen Winern geredet wird, so ist das vor allem mal wieder die SPON üblich Panikmache.
muwe6161 21.05.2011
Noch ein "Eyjafjallajokull" wäre unerträglich...
Noch ein "Eyjafjallajokull" wäre unerträglich...
jensruminy 22.05.2011
Die Grímsvötn sind vom Namen her kein Vulkan, sondern ein (Schmelzwasser)see. Darin ist es in den letzten 800 Jahren zu 60 Ausbrüchen gekommen. Nicht unter dem Eyjafjallajökull, sondern unter Islands grösstem Gletscher, der heisst [...]
Die Grímsvötn sind vom Namen her kein Vulkan, sondern ein (Schmelzwasser)see. Darin ist es in den letzten 800 Jahren zu 60 Ausbrüchen gekommen. Nicht unter dem Eyjafjallajökull, sondern unter Islands grösstem Gletscher, der heisst Vatnajökull. Die letzten Ausbrüche in den Grímsvötn waren: 1938, dann 1996 allerdings etwas weiter weg, die Schmelzwasser sammelten sich allerdings in den Grímsvötn; 1998, 2004 und jetzt 2011. Bis abends 22 Uhr Ortszeit war die Asche/Dampfwolke bereits bis 45.000 Fuss aufgestiegen, also Flughöhe der Jets. 2004 gab es schon mal eine 2-tägige Luftraumsperrung, aufgrund der Westwindlage hat es damals 'nur' ganz Norwegen betroffen.
stanisraus 22.05.2011
Wieder mal wilde Sau spielen.
Wieder mal wilde Sau spielen.
Kamillo 22.05.2011
Da behauptet SPON doch tatsächlich, Island wäre die größte Vulkaninsel der Welt. Ok, ein paar wenige Zahlen: Island: - Fläche: 103.125 km² - Einwohner: 318.236 (niedlich, nicht wahr?) - Anzahl aktive Vulkane: 31 Java [...]
Da behauptet SPON doch tatsächlich, Island wäre die größte Vulkaninsel der Welt. Ok, ein paar wenige Zahlen: Island: - Fläche: 103.125 km² - Einwohner: 318.236 (niedlich, nicht wahr?) - Anzahl aktive Vulkane: 31 Java (Indonesien): - Fläche: 126.700 km² - Einwohner: 130.000.000 (Schätzung) - Anzahl Vulkane: 38 Zahlen aus der Wikipedia.
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  • Samstag, 21.05.2011 – 23:35 Uhr
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Vulkan Eyjafjallajökul
Der 1666 Meter hohe Vulkan Eyjafjallajökull im Süden Islands liegt großteils unter Eismassen verborgen. Er war bislang weniger aktiv als andere Vulkane Islands. Nur vier Eruptionen wurden seit der Besiedelung Islands dokumentiert. Sie verliefen anscheinend weniger explosiv als die aktuelle Eruption. Der Vulkan verfügt über einen vier Kilometer breiten Krater. Lava und Asche strömen zudem aus Klüften und Spalten, die sich über Dutzende Kilometer erstrecken.





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