Fund an britischer Küste Wie neu - 50 Jahre alte Plastikflasche angespült

Vor etwa einem halben Jahrhundert wurde sie weggeschmissen: Umweltschützer haben vor der britischen Küste eine uralte Plastikflasche entdeckt. Sie verdeutlicht ein zentrales Problem.


"Mild und sanft, besonders zu Ihren Händen": Der Werbeslogan auf der leeren Spülmittel-Flasche ist auch nach mindestens 47 Jahren noch deutlich erkennbar. Umweltschützer haben die Verpackung an einem Strand in der Nähe von Burnham-on-the-Sea im englischen Somerset entdeckt. Zunächst hatte der "Guardian" berichtet.

"Sie sieht so gut wie neu aus", schrieben die Burnham Coastguards auf Facebook. Die Gruppe läuft regelmäßig Strände ab und befreit sie von Müll. Wie alt die Flasche genau ist, können die Umweltschützer allerdings nicht sagen. Das Spülmittel muss jedoch vor mindestens 47 Jahren verkauft worden sein.

Die Verpackung wirbt mit einem Rabatt von "4d". Das "d" stand bis zur Währungsreform im Jahr 1971 für "Penny". Wie lange die Plastikflasche tatsächlich im Meer schwamm, ist unklar.

Der Fund verdeutlicht ein zentrales Problem: Plastik verrottet extrem langsam. Forscher schätzen, dass sich eine PET-Flasche erst nach gut 450 Jahren zersetzt hat. Ganz genau vorhersagen lässt sich das jedoch nicht, denn Plastik ist im Vergleich zu anderen Wertstoffen eine relativ junge Erfindung.

Im großen Stil wird Kunststoff aus fossilen Rohstoffen wie Erdöl oder Erdgas erst seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eingesetzt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Laut Zahlen des Umweltbundesamts verbrauchen Deutsche pro Kopf etwa 220 Kilo Verpackungen pro Jahr. Damit ist Deutschland im EU-Vergleich Spitzenreiter. 2016 war die Bundesrepublik viertgrößter Müllexporteur der Welt.

Aus Plastik wird Mikroplastik

Bei weitem nicht alle Verpackungen werden recycelt. Nur etwa neun Prozent der neun Milliarden Tonnen Plastik, die bisher weltweit hergestellt worden sind, wurden laut einem Uno-Bericht wiederverwertet, zwölf Prozent verbrannt.

Je nach Schätzung landen weltweit jährlich vier bis 13 Millionen Tonnen Plastik im Meer. Mit der Zeit entsteht aus größeren Plastikteilen auch sogenanntes Mikroplastik. Dieses wurden bereits an entlegenen Orten wie der Arktis aber auch in Meersalz nachgewiesen.

koe



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