Weltweite Reserven 23.000.000.000.000.000.000 Liter Grundwasser

Forscher haben die globale Grundwassermenge berechnet: Es sind 23 Trillionen Liter. Doch nur ein kleiner Teil ist nutzbar - und der wird weniger.

Erste Kartierung des Grundwassers auf der Erde: Ungleiche Verteilung
Tom Gleeson/ Kevin M. Befus/ Scott Jasechko/ Elco Luijendijk and M. Bayani Cardenas/ Nature Geoscience

Erste Kartierung des Grundwassers auf der Erde: Ungleiche Verteilung


In den obersten zwei Kilometern der Erdkruste ruhen und fließen rund 23 Trillionen Liter Grundwasser. Die Menge würde die Landoberfläche der Erde 180 Meter hoch bedecken, berichten Forscher um Tom Gleeson von der University of Victoria in Kanada im Fachjournal "Nature Geoscience".

Weniger als sechs Prozent davon seien jedoch Grundwasser, das jünger als 50 Jahre sei und in den aktiven Wasserkreislauf einfließe, schreiben die Autoren. Der weitaus größere Teil ruht in tiefen Schichten, oft in porösem Gestein, und ist bis zu mehrere Millionen Jahre alt.

Die Wasservorräte, die sich regelmäßig innerhalb von 25 bis 100 Jahren wieder auffüllen, seien eine begrenzte Ressource und zudem regional höchst unterschiedlich verteilt, schreibt die Gruppe, darunter auch Elco Luijendijk von der Universiät Göttingen.

Es sei bereits bekannt, dass die Wassermenge in vielen wasserführenden Schichten weniger werde, kommentiert Gleeson. "Wir nutzen unsere Grundwasserressourcen zu schnell - schneller als sie erneuert werden können."

Wenig Wasser in Spanien

Auf Weltgrundwasserkarten, die die Forscher erstellten, zeigt sich, dass die jüngeren Vorkommen regional höchst unterschiedlich verteilt sind. Erwartungsgemäß sind sie in trockenen Gebieten, wie in den Wüstenzonen des nördlichen Afrikas oder in Mittelasien, gering.

In Europa, mit Ausnahme Spaniens und anderer Küstenregionen des Mittelmeeres, jedoch sind sie meist hoch. Ebenso im Amazonasbecken, Indonesien, Nord- und Mittelamerika entlang der großen Gebirgszüge.

Um Alter und Menge des Grundwassers zu bestimmen, zogen die Forscher drei Berechnungsmodelle heran: Sie sammelten bereits dokumentierte Werte des radioaktiven Wasserstoff-Isotops Tritiums, das seit den Atomtests vor 50 Jahren weltweit im Grundwasser zu finden ist. Außerdem nutzten sie Simulationsmodelle für den unterirdischen Wasserfluss und bezogen ein, dass die Durchlässigkeit der Gesteinsschichten mit der Tiefe durch steigenden Druck abnimmt.

Nico Goldscheider, Hydrogeologe vom Karlsruher Institut für Technologie, hält die Studie für wertvoll: "Die resultierenden Karten der globalen Verteilung von jungem Grundwasser, welches aktiv am Wasserkreislauf teilnimmt und ständig erneuert wird, sind überaus innovativ und wichtig für Wasserressourcenmanagement auf großregionalem und globalem Maßstab."

Zehn erstaunliche Entdeckungen

boj/dpa



insgesamt 47 Beiträge
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westerwäller 17.11.2015
1. Was soll diese wahnsinnige Abstufung ...
... zwischen 50m? Als Konsequenz zeigt uns die Karte, dass die Bewohner Süddeutschlands genauso viel Grundwasser zur Verfügung haben, wie die Bewohner der Zentralsahara und der australischen Wüste ... Geht´s noch ?
manni.baum 17.11.2015
2. Wasserresourcenmanagement
bringt nicht viel ohne robustes Wasserverbrauchermanagement um deren Anzahl auf 7 Milliarden zu begrenzen.
DuDDle 17.11.2015
3.
Wieder ein Grund das Hauptproblem der Menschheit, die ständig steigende Anzahl, endlich anzugehen. Man muss nur einmal im Kopf durchgehen wieviele der Probleme auf der Welt überhaupt noch Probleme wären, wenn sich die Menschheit auf 1 Milliarde beschränkt hätte.
cindy2009 17.11.2015
4. Lösung
Zitat von DuDDleWieder ein Grund das Hauptproblem der Menschheit, die ständig steigende Anzahl, endlich anzugehen. Man muss nur einmal im Kopf durchgehen wieviele der Probleme auf der Welt überhaupt noch Probleme wären, wenn sich die Menschheit auf 1 Milliarde beschränkt hätte.
Und wie sieht Ihre Lösung aus?
Hoss_Cartwright 17.11.2015
5. Der Trinkwasserverbrauch ist nicht das Problem
Was in den Menschen hinein fliesst, kommt auch wieder aus ihm heraus - gering belastet und natürlich und einfach zu reinigen. Das Problem liegt darin, dass Frischwasser mit Pestiziden aus der Landwirtschaft und industriell belastet im großen Stile kontaminiert wird und dann nahezu ungereinigt in den Kreislauf zurückfließt. Was in die Atmosphäre verdunstet, kommt wo anders auch wieder herunter. Die Menge an Wasser auf dem Planeten bleibt stets gleich und verschwindet nicht in den Weltraum.
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