Begehrtes Forschungsobjekt Fischer wirft seltenen Koboldhai zurück ins Meer

Menschen bekommen Koboldhaie extrem selten zu sehen. Umso mehr hätten sich Forscher über das Exemplar gefreut, das einem Fischer vor Florida ins Netz ging. Doch der Mann bemerkte seinen Sensationsfund gar nicht und warf das Monster zurück ins Meer.

Carl Moore/ NOAA

Normalerweise kommen sich Menschen und Koboldhaie nicht in die Quere. Der Koboldhai lebt und jagt bevorzugt zwischen 270 und 960 Meter unter dem Meeresspiegel - der Mensch deutlich darüber. So wusste der Fischer Carl Moore zunächst gar nicht, was für ein Tier ihm da am 19. April ins Netz gegangen war und wild zwischen den Garnelen an Bord seines Fischkutters herumzappelte. Er schoss ein paar Fotos mit dem Handy und warf das Monster zurück in den Golf.

Erst knapp zwei Wochen später meldete er den Fund der amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA). Als er die Fotos vorlegte, ging ein Stöhnen durch die Reihen der Meeresbiologen. Denn Sichtungen des Koboldhais im Golf von Mexiko sind extrem selten - Moores Fang ist erst der zweite seiner Art. So aber mussten die Biologen sich mit den Handy-Schnappschüssen begnügen.

Keine Überlebenschance in Gefangenschaft

Haiexperte John Carlson von der NOAA vermutet, dass dem Fischer ein etwa viereinhalb Meter langes Weibchen ins Netz ging - Moore selbst schätzt den Hai sogar auf fünfeinhalb Meter. In jedem Fall ein stattliches Exemplar. Die Durchschnittslänge der Koboldhaie liegt normalerweise zwischen drei und vier Metern. Auf den Fotos ist der Koboldhai eindeutig an seinem langen Knochenfortsatz über dem Maul erkennbar. Auch seine pinkfarbene Haut spricht eindeutig für die Art Mitsukurina owstoni.

Dass Moore den Hai überhaupt fotografiert hat, ist einem seiner Familienmitglieder zu verdanken. Denn der 63-jährige Fischer hat erst vor kurzem begonnen, seine Fänge zu dokumentieren - für seinen dreijährigen Enkel Keaton, der ein großer Hai-Fan ist.

Obwohl der Koboldhai nur selten gesichtet wird, lebt er in allen drei großen Ozeanen. Am häufigsten geht er Fischern vor der Südküste Japans ins Netz, dort werden pro Jahr etwa 30 Exemplare gefangen. Sie zu studieren ist allerdings schwierig, in Gefangenschaft überleben sie selten länger als ein paar Tage.

Sonderbares Geräusch

anf



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 56 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
50penny 05.05.2014
1. optional
Muss der Begriff "Monster" wirklich sein?
Steuerzahler0815 05.05.2014
2.
Anscheinend war der Hai noch am Leben Ich finde der Fischer hat richtig gehandelt
panzerknacker51, 05.05.2014
3. Überschrift
Zitat von sysopCarl Moore/ NOAA Menschen bekommen Koboldhaie extrem selten zu sehen. Umso mehr hätten sich Forscher über das Exemplar gefreut, das einem Fischer vor Florida ins Netz ging. Doch der Mann bemerkte seinen Sensationsfund gar nicht und warf das Monster zurück ins Meer. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/hai-koboldhai-in-fischernetz-vor-florida-entdeckt-a-967585.html
Fischern wirft seltenen Koboldhai zurück ins Meer - alles klar.
lensenpensen 05.05.2014
4. Danke!
Zitat von 50pennyMuss der Begriff "Monster" wirklich sein?
Da das Tier wieder ins Meer zurückgeworfen wurde, wahrscheinlich leider tot, kann man schwerlich über den weitern Inhalt des Artikels diskutieren.
larsphilip 05.05.2014
5. schade...
... dass so ein seltenes und möglicherweise wie viele andere Haiarten gefährdetes Tier als "Monster" bezeichnet wird.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.