Hamburg Hagenbecks Tierpark schließt wegen Vogelgrippe

Die Vogelgrippe breitet sich aus. Nun muss in Hamburg der Zoo schließen: Im Tierpark Hagenbeck waren Gänse an dem Virus verendet.

Pelikan im Hamburger Tierpark Hagenbeck
dpa/dpaweb

Pelikan im Hamburger Tierpark Hagenbeck


Der Hamburger Tierpark Hagenbeck bleibt nach ersten Vogelgrippe-Nachweisen bei Gänsen vorerst geschlossen. Wie lange dies erforderlich sei, konnte eine Sprecherin zunächst nicht sagen. Drei Gänse des Parks waren demnach positiv auf die derzeit europaweit kursierende H5N8-Variante getestet worden.

Die Tiere waren am Montag tot in ihren Stallungen gefunden worden. Mit Experten, Gesundheitsbehörde und Amtstierärzten sollen nun weitere Schritte abgestimmt werden, um die übrigen Tiere des Parks bestmöglich zu schützen, hieß es.

Unterdessen werden in Japan wegen der Vogelgrippe mehr als 330.000 Tiere getötet. 310.000 bis 320.000 Hühner in einem Zuchtbetrieb in der Präfektur Niigata und 16.500 Enten in Aomori würden gekeult, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Zuvor waren dort Vogelgrippeviren des Typs H5 nachgewiesen worden. Die Regierung verhängte ein Transportverbot für Geflügel in den betroffenen Regionen und begann, große Straßen zu desinfizieren.

Auch Frankreich und Rumänien betroffen

Es werde befürchtet, dass das Virus auch Geflügelbestände in anderen Regionen des Landes befalle, sagte ein Regierungssprecher. Der Erreger war bereits bei mehreren Wildvögeln entdeckt worden; zudem sind auch Nachbarländer Japans von der Vogelgrippe betroffen.

Die Tötung der Hühner in Niigata soll den Angaben zufolge bis Freitag dauern, die Tötung der Enten in Aomori sollte noch im Laufe des Tages abgeschlossen werden. Zuletzt war die Vogelgrippe in japanischen Zuchtbetrieben im Januar 2015 aufgetreten. Die neuen Fälle treffen das Land in der Vorweihnachtszeit - zum Fest wird dort für gewöhnlich viel Geflügelfleisch verzehrt.

Auch in Rumänien und Nordfrankreich waren erste Fälle aufgetreten. Das Pariser Landwirtschaftsministerium meldete am Montag den Fund der hochansteckenden H5N8-Variante bei 20 Wildenten in der Nähe von Calais im Norden des Landes. In Rumänien wurde das Virus bei einem toten Schwan in der ostrumänischen Schwarzmeerstadt Constanta gefunden.

Übertragung auf Menschen eher unwahrscheinlich

Das H5N8-Virus verbreitet sich durch den Kot und andere Ausscheidungen von infizierten Vögeln. Vogelgrippe-Erreger treten in mehreren Varianten auf, die unterschiedlich ansteckend und tödlich sind. Einige können auch Menschen infizieren und Erkrankungen auslösen. H5N8 gehört nach bisherigem Kenntnisstand - anders als etwa H5N1 - aber nicht dazu.

Eine Übertragung der Viren auf Menschen etwa über Geflügelfleisch oder Eier aus dem Handel gilt nach Angaben der Behörden als theoretisch möglich, aber unwahrscheinlich. Infektionen auf diesem Weg sind nicht bekannt. Sie resultieren in aller Regel aus engem direktem Kontakt zu kranken Vögeln. Auch in den meisten anderen Bundesländern war in den vergangenen Tagen das H5N8-Virus bei Vögeln nachgewiesen worden; Massenkeulungen waren erforderlich.

joe/dpa/AFP



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