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Hawaii: Lavastrom brennt erstes Wohnhaus nieder

Ein tausend Grad heißer Lavastrom hat in Pahoa auf Hawaii ein Wohnhaus eingeäschert. Die Besitzer schauten aus sicherem Abstand zu.

Seit Wochen wälzt sich auf Hawaii ein Lavastrom vom Vulkan Kilauea auf die kleine Ortschaft Pahoa zu. Jetzt hat die tausend Grad heiße Lava das erste Haus eingeäschert. Die Bewohner hatten das Gebäude schon im Oktober geräumt - und sahen nun aus sicherem Abstand dabei zu, wie ihr Zuhause von der Lava verschluckt wurde.

Weitere Häuser seien nicht unmittelbar bedroht, meldete die örtliche Bezirksverwaltung. Der Hauptstrom habe sich seit Ende Oktober nicht weiter nach vorne bewegt, das Haus sei von einem seitlichen Ausläufer erwischt worden.

Der Lavastrom begann schon im Juni, seither hat er mehr als 20 Kilometer zurückgelegt und unter anderem einen Friedhof unter sich begraben. Zeitweilig bewegte sich die Lava mit einer Geschwindigkeit von bis zu 18 Metern pro Stunde.

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Vulkanausbruch auf Hawaii: Lavastrom im Garten
Anwohner dürfen zusehen

Bereits im September war für die Region rund um den Vulkan der Notstand ausgerufen worden. Von der Lava bedrohte Straßen wurden gesperrt, Anwohner von etwa 50 Häusern evakuiert.

Das zerstörte Haus habe einen Wert von 200.000 Dollar gehabt, sagte Hawaiis Zivilschutzvertreter Darryl Oliveira. Der Verlust lasse sich aber kaum mit Geld aufwiegen: "Ganze Familien sind in diesen Häusern aufgewachsen. Das ist sehr schwer für sie zu ertragen."

Wenn es das für die Bewohner einfacher mache, könnten sie auch zusehen, wie ihre Häuser langsam von der Lava verschluckt würden. Die Behörden hatten das Gebiet erst weitläufig abgesperrt, doch Anwohner protestierten dagegen: Sie wollen die Katastrophe mit eigenen Augen sehen - und für die Versicherung dokumentieren. Findige Geschäftsleute bieten Helikoptertouren über die Gegend an.

Der über 1200 Meter hohe Kilauea ist einer der aktivsten Vulkane der Erde. Seit den Achtzigerjahren bricht er regelmäßig aus. Die meisten Lavaströme fließen allerdings an den Flanken des Berges in den Pazifik.

vet/dpa/AFP/AP

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insgesamt 11 Beiträge
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1. Helitouren
clausde 11.11.2014
"Findige Geschäftsleute" klingt ja ziemlich nach Katastrophentourismus. Tatsächlich werden schon immer Helitouren zu den Lavaströmen am Kilauea angeboten. Ob die Lava "nur" eine Strasse verschluckt oder mit spektakulären Dampfwolken sich in den Pazifik ergießt, konnte man schon immer aus der Luft beobachten. Was übrigens empfehlenswert ist, falls man mal auf Big Island Urlaub macht. :)
2. Rubrik Wissenschaft
Gottloser 11.11.2014
Was hat dieser Artikel mit Wissenschaft zu tun?
3. Unverständnis
cum infamia 11.11.2014
Hierfür kann ich nur mein Unverständnis ausdrücken ! Innerhalb eines Tages hätte man mit einer Planierraupe einen Erdwall formen können, der das Anwesen gerettet hätte. Kosten evtl. 10 T$. Oder "wollte" man das Haus abbrennen ?
4. Wie niedlich...
fx33 11.11.2014
...ein Erdwall! Lava ist kein Wasser. Lava ist massives Gestein. Einen innerhalb eines Tages aufgeschobenen Erdwall schiebt die einfach weg.
5. @fx33
cum infamia 11.11.2014
"Probieren geht über studieren"- kann man also flüssiges Eisen auch nicht "bändigen"- ist ja massives Eisen.... Es gibt z.B. auch Beton (sogar Schnellbinder), Spundwände o.ä, bei der "Geschwindigkeit" der Lava
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